Tyler Reddick nach NASCAR-Rennen in Kansas: „Müssen unseren Scheiß auf die Reihe bekommen“

Tyler Reddick nach NASCAR-Rennen in Kansas: „Müssen unseren Scheiß auf die Reihe bekommen“
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Tyler Reddick fuhr beim NASCAR-Cup-Rennen auf dem Kansas Speedway einige Zeit den anderen Chase-Teilnehmern hinterher – Nach dem Rennen bestätigte der 23XI‑Pilot, dass sich das Team in einem Formtief befindet

Tyler Reddick legte einen echten Raketenstart in die NASCAR-Saison hin: Mit einem Triumph beim prestigeträchtigen Daytona 500 und zwei weiteren Siegen im Rücken stürmte der 23XI-Racing-Pilot dominant in die Saison 2026. Von dieser einstigen Form ist im Titelkampf aktuell jedoch kaum noch etwas übrig. Über die bisherigen Chase-Rennen hinweg kommt der 30-jährige Kalifornier im Schnitt auf einen ernüchternden 18. Platz.

Zwar markierte Rang elf auf dem Kansas Speedway sein bisher bestes Resultat in der Endrunde, doch der Weg dorthin glich einem zähen Kampf. Lange Zeit fuhr Reddick dem Feld hinterher. Und obwohl er sich zwischenzeitlich sogar in die Top 5 vorkämpfte, stand am Ende erneut kein Spitzenresultat zu Buche.

Auf die Frage nach den Gründen für den anhaltenden Leistungsabfall fand Reddick selbst kaum Worte: „Wir haben riesige Probleme. Wir müssen im Moment erst einmal unseren eigenen Scheiß auf die Reihe kriegen, bevor wir uns überhaupt über andere Dinge den Kopf zerbrechen.“

Rückblickend beschrieb der Pilot der Startnummer 45 seinen Rennverlauf als extrem schwierig – weit entfernt von dem, was man für den Titelkampf benötigt: „Wir hatten das Auto einfach nie wirklich da, wo wir es brauchten. Wir haben wahrscheinlich mehr am Setup geschraubt als je zuvor. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass wir nah dran waren. Aber dann verloren wir die Balance wieder.“

Nachdenklich fügte er hinzu: „Es gibt einem wirklich zu denken, so weit weg zu sein. Als wir uns auf Platz fünf eingependelt hatten, dachte ich kurzzeitig, wir hätten das Ruder herumgerissen – doch kurz darauf ging das Gefühl wieder komplett flöten.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Keine Chance gegen Larson und Co.

Trotz seines statistischen Bestwerts in den Playoffs zeigte sich Reddick tief unzufrieden. Gerade in Kansas ist er es gewohnt, um Führungsrunden zu kämpfen: Im Frühjahrsrennen steuerte er den Toyota von 23XI Racing noch souverän in die Victory Lane. Neben dem aktuellen Dominator Kyle Larson gehörte er zu den wenigen Fahrern der vergangenen zwölf Jahre, die auf diesem Oval zwei Siege in Serie einfahren konnten.

„Es war für uns trotzdem kein gutes Ergebnis“, stellte Reddick ernüchtert fest. „Es gab eine Phase, in der ich dachte, dass wir uns ganz nach vorne schieben und mit der 11 [Hamlin] sowie der 2 [Cindric] mithalten könnten. Aber wir fielen wieder zurück und erlebten letztlich einfach einen gebrauchten Tag.“

Während Cindric und Hamlin den dritten Lauf der Endrunde auf den Plätzen zwei und drei beendeten, baute Larson als Sieger seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 26 Zähler aus. Reddick hingegen muss allmählich bangen, überhaupt noch ein Wörtchen im Meisterschaftskampf mitreden zu können.

Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Reddick benötigt 180‑Grad-Wende

Sieben Rennen verbleiben noch im Kalender, und ohne Siege wird die Luft für den Kalifornier immer dünner. Aktuell rangiert Reddick auf dem siebten Platz der Gesamtwertung, bereits 111 Punkte hinter Spitzenreiter Larson.

Die Ratlosigkeit sitzt tief: „Es geht gerade nur noch darum, irgendwie am Leben zu bleiben. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Das Ganze glich schon der letzten Woche, nur noch eine Spur schlimmer. Es gibt einem einfach absolute Rätsel auf, wie wir so weit neben der Spur liegen können.“

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.