Actiongeladenes Truck-Rennen in Watkins Glen: Kaden Honeycutt sichert sich ersten Sieg
Kaden Honeycutt gewann ein actiongeladenes Truck-Rennen in Watkins Glen und sicherte sich seinen ersten Sieg – Er schlug dabei Connor Zilisch und Shane Van Gisbergen in einer harten Overtime
Nachdem sich der Staub in Watkins Glen gelegt und der massive Kernschrott des Rennwochenendes gelichtet war, thronte ein Name über allen: Kaden Honeycutt. In dramatischen Schlussrunden setzte sich der TRICON-Pilot in der Startnummer 11 gegen zwei der profiliertesten Rundkurs-Spezialisten durch und sicherte sich damit seinen ersten, lang ersehnten Sieg in der Truck Series.
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„Es ist einfach unglaublich“, jubelte Honeycutt, der die Ziellinie 0,902 Sekunden vor dem Rundkurs-Ass Connor Zilisch überquerte. „Ich kann es nicht fassen, dass ich ausgerechnet auf einer Rundstrecke gewonnen habe. Es ist unbeschreiblich.“
Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung. Honeycutt analysierte die entscheidenden Momente nach dem Rennen: „Ich glaube, Zilisch hat sich beim Herausbeschleunigen aus Kurve 7 ein wenig verschaltet, wodurch ich direkt an ihm dran war. Meine einzige Option war in der ersten Kurve ein Three-Wide zu versuchen. Ich erwischte sein rechtes Hinterrad ganz leicht und berührte ihn.“
Diese minimale Berührung reichte aus, um an dem jungen NASCAR-Cup-Piloten vorbeizuziehen. „Als ich die Führung hatte, klappte ich mein Visier hoch und war nur noch fokussiert“, so der Premierensieger.

Kein Sieg für Connor Zilisch
Für Zilisch hingegen war es ein hartes Ende. Auch wenn er zu den größten Nachwuchstalenten im NASCAR‑Zirkus gilt, blieb ihm auch in seinem neunten Anlauf der erste Truck-Sieg verwehrt. „Es ist einfach unglücklich gelaufen“, gestand der 19‑Jährige. „Ich entschied mich für die Außenbahn, in der Hoffnung, dort ohne Kontakt durchzukommen. Mir war klar, dass die Innenseite bei Berührungen besser gewesen wäre, aber ich wollte nicht ‚dieser Typ‘ sein, der das provoziert.“
Der Fahrer der Startnummer 71 blickte jedoch nach vorn: „Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen und die Innenseite wählen, aber wir haben dieses Wochenende noch zwei weitere Rennen [O’Reilly und Cup] vor uns. Ein großes Danke an Spire Motorsports für diesen extrem schnellen Truck.“
Hinter dem Führungsduo sicherte sich Shane van Gisbergen, der 2025 bereits fünf Rundkurs-Siege im Oberhaus einfahren konnte, den dritten Platz. Der Neuseeländer bewies einmal mehr seine Rundkursspezialität, indem er sich während der turbulenten späten Restarts konsequent durch das Feld nach vorne kmäpfte.
Die Top-10 komplettierten Daniel Hemric, Chandler Smith sowie AJ Allmendinger, Pole-Setter Brent Crews, Mini Tyrrell, Brenden Queen und Connor Mosack. Mit Allmendinger, Tyrrell und Queen landeten erstmals seit der Rückkehr der Marke Ram drei Fahrer der Marke gleichzeitig in den Top-10.
Dabei kam der Erfolg von Honeycutt nicht völlig aus dem Nichts. Bereits wenige Stunden zuvor hatte der 22-jährige Texaner das Rennen der ARCA Menards Series gewonnen. Damit ist er nach Sam Mayer erst der zweite Pilot der Geschichte, dem ein ARCA- und ein Truck-Sieg am selben Kalendertag gelang.
Dabei war sein Weg zum Sieg steinig: Nach einer Strafe für das Einfahren in die geschlossene Boxengasse am Ende des zweiten Segments musste er sich mühsam wieder nach vorn arbeiten, bevor er Zilisch in der Verlängerung niederkämpfte.

Strafen für die Favoriten
Generell regnete es in Watkins Glen mehrmals Strafen gegen einige Favoriten. Ross Chastain und Gio Ruggiero verspielten ihre Siegchancen in der Schlussphase durch Vergehen beim Restart. Chastain, der frühzeitig losgefahren war, zeigte sich am Funk fassungslos: „Was?! Man kann doch keine Strafe bekommen, wenn man das Führungsfahrzeug ist!“ Die Aufnahmen waren jedoch eindeutig und zeigten einen Frühstart.
Nachdem der „Watermelon-Man“ sich ans Ende des Feldes einsortieren musste, wurde Chastain schließlich Opfer einer Kollision und beendete das Rennen nach einem Mauereinschlag auf Rang 28. Dieser Vorfall löste letztlich die entscheidende Overtime aus.
Das gesamte Rennen war geprägt von engen Kämpfen. Immer wieder kam es zu Kontakt zwischen den Trucks, was zu krummem Blech führte. Auch die neu positionierten Reifenstapel in der ersten Kurve sorgten für die ein oder andere knappe Szene und auch für eine größere Kollision zwischen mehreren Autos acht Runden vor Rennende.
Nach dem actiongeladenen Rennen im Bundesstaat New York verlässt Honeycutt Watkins Glen mit einem Vorsprung von 29 Punkten vor Smith in der Gesamtwertung, gefolgt von Layne Riggs, der das Rennen auf Platz 21 beendete. Das nächste Rennen der dritten NASCAR Liga findet am 15. Mai auf dem Dover International Speedway statt.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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