Ärger über Fünf-Sekunden-Strafe: Vittorio Ghirelli bleibt auf Titelkurs

Ärger über Fünf-Sekunden-Strafe: Vittorio Ghirelli bleibt auf Titelkurs
Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Fünf Sekunden Zeitstrafe sorgen bei Vittorio Ghirelli für Frust – Trotzdem reist der EuroNASCAR-Spitzenreiter mit solidem Punktepolster zum Finale nach Zolder 

Vittorio Ghirelli erlebte am Rennwochenende auf dem Autodromo di Vallelunga in Italien eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach einem Defekt am Motor am Samstag musste sich der Italiener durch das vordere Feld kämpfen, doch eine Strafe sorgte im Nachgang für reichlich Frust beim Meisterschaftsführenden der NASCAR Euro Series.

„Im Grunde hat der Amerikaner – ich glaube, es war Vinnie Meskelis – schlichtweg den Gang nicht reinbekommen und stand komplett im Weg“, blickt Ghirelli auf den Startvorfall zurück. „Um keinen großen Unfall zu verursachen, bin ich vielleicht einen halben Meter von der Kontrolllinie weggezogen.“

Die Rennleitung belegte den Vorfall mit einer Fünf-Sekunden-Strafe, sehr zum Unmut des PK-Carsport-Piloten, der die Verhältnismäßigkeit infrage stellt: „Fünf Sekunden sind schon etwas hart, wenn man bedenkt, dass es illegale Autos gab, die nur zwei Startplätze Strafe bekommen haben. Fünf Sekunden für einen halben Meter sind etwas hart, oder?“

Foto: NASCAR Euro Series / Bart Dehaese

Auch im restlichen Rennen gab es auf der Strecke reichlich Reibungspunkte, vor allem im Zweikampf mit der Startnummer 3 von Paul Jouffreau. „Da war es die gleiche Geschichte“, ärgert sich Ghirelli. „Er hat meinen Teamkollegen in der #13 rausgedrängt. Wirklich saubere Zweikämpfe waren das nie, aber so fährt er nun mal, also respektiere ich das.“

Ghirelli entschied sich in dieser Situation ganz bewusst gegen einen riskanten Angriff und blickte auf das große Ganze. „Er hatte ohnehin eine Strafe, daher habe ich ihn nicht wirklich attackiert – auch, weil die #48 [Rennsieger Nelson Piquet Jr.] sehr schnell war.“

Trotz der Widrigkeiten zieht der Titelaspirant ein positives Fazit seiner Aufholjagd. „Wie auch immer, es war ein gutes Comeback nach dem Motorproblem gestern“, lobt er sein Team. „Die Jungs von PK Carsport haben wirklich tolle Arbeit geleistet und mir ein gutes Auto hingestellt. Ich denke, ich hatte das Material, um zu gewinnen.“

Das Handicap der schlechten Startposition forderte jedoch seinen Tribut. „Wenn man von weiter hinten startet, blockiert einen jeder“, so der Italiener. „Die #11 [Gianmarco Ercoli] und die #3 [Jouffreau] sind gefahren, als ginge es um Leben und Tod. Aber so ist das Racing eben.“

Der Blick richtet sich nun auf das große Finale in Zolder, zu dem Ghirelli mit einem soliden Vorsprung von 31 Punkten anreist. Der belgische Kurs ist die absolute Heimstrecke seines Teams PK Carsport und von Teamchef Anthony Kumpen, der die Piste wie kein Zweiter kennt.

Auf die Frage, ob dieser Umstand ein entscheidender Vorteil sei, gibt sich Ghirelli zuversichtlich, bleibt aber realistisch: „Wir waren dort immer schnell, aber in den vergangenen paar Rennen hatten wir ein wenig mit dem Speed zu kämpfen. Ich bin mir aber sicher, dass wir bei unserem Heimrennen zurückschlagen werden.“

Die Marschroute für den Titelkampf ist jedenfalls klar gesteckt: „Wir müssen einfach auf uns selbst schauen, konzentriert bleiben und es in Zolder wie vergangenes Jahr auf den Punkt bringen.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.