„Diese verdammten Feiglinge“: Hamlin, Stewart und Lapcevich verurteilen Martinsville-Gewalt
Nach der Gewalteskalation bei einem Late-Model-Rennen in Martinsville haben sich die NASCAR-Legenden Denny Hamlin und Tony Stewart zu Wort gemeldet – Auch Treyten Lapcevich, der sportlich in die Auseinandersetzung verwickelt war, richtete deutliche Worte an seine eigene Mannschaft
Corey Heim wollte nach einem Scharmützel auf dem Martinsville Speedway mit Treyten Lapcevich, das nach dem Fallen der Zielflagge sogar in einem heftigen Crash gipfelte, lediglich seinen Teamhauler ansteuern. Dort wurde er jedoch von der Boxenmannschaft seines Kontrahenten rund um Teamchef Chad Bryant abgefangen und attackiert. Obwohl Heim unmissverständlich signalisierte, keine Auseinandersetzung zu suchen, kassierte er Schläge und Schubser. Inzwischen äußerten sich NASCAR-Legenden Tony Stewart, Denny Hamlin sowie Treyten Lapcevich selbst unmissverständlich zu dem Vorfall.
Das traditionsreiche Late-Model-Rennen in Martinsville erlebte damit eine Eskalation, die nach dem Bristol-Zwist zwischen Carson Hocevar und Ryan Blaney endgültig eine rote Linie überschritt, denn es gab zusätzlich noch eine zweite blutige Auseinandersetzung in der Boxengasse. Zurück zur Causa Heim: Lapcevich, der sich auf dem Asphalt harte Duelle mit Heim geliefert hatte, gehörte allerdings nicht zu jener Gruppe, die dem 23XI-Piloten auflauerte. Entsprechend distanziert zeigt er sich vom Verhalten seiner Crew.

„Was nach dem Rennen mit Corey passiert ist, war falsch und hätte nicht passieren dürfen“, sagt der Fahrer in einem Statement auf Instagram. „Auch wenn ich an dem Vorfall nicht beteiligt war, möchte ich unmissverständlich klarstellen, dass ich die geschehenen Handlungen in keiner Weise gutheiße.“
„Nach einem Rennen können die Emotionen hochkochen, und nach dem Samstagabend war ich gewiss frustriert und verärgert. Ich hatte vor, nach dem Rennen ein Gespräch mit Corey zu führen; allerdings gibt es eine klare Grenze zwischen der Wut über das, was auf der Rennstrecke passiert, und dem, dass dieser Frust in Handgreiflichkeiten umschlägt. Was nach dem Rennen geschah, hat diese Grenze definitiv überschritten.“

„Ganz gleich unter welchen Umständen: Der Frust aus einem Rennen rechtfertigt es niemals, einen anderen Konkurrenten körperlich anzugehen“, stellt Lapcevich klar. „Ich bin froh, dass Corey die Situation unbeschadet überstanden hat. Diese Handlungen waren inakzeptabel, und sie spiegeln weder wider, wer ich als Mensch bin, noch wer ich als Athlet bin.“
Damit positioniert sich der auf der Strecke beteiligte Fahrer klar gegen die Übergriffe seines eigenen Teams. Dass in Martinsville eine Grenze überschritten wurde, gilt im Fahrerlager zum Großteil als Konsens. Auch Stewart untermauerte im Podcast Door Bumper Clear, warum Vorfälle dieser Art keinesfalls hingenommen werden dürfen.
„Es fahren doch nur zwei Leute das Auto“, so der dreimalige NASCAR-Champion, der selbst nie ein Kind von Traurigkeit war. „Das sind die einzigen beiden, die überhaupt irgendetwas tun sollten. Warum die Crew-Mitglieder sich deswegen prügeln, verstehe ich sowieso nicht. Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn, denn sie fahren das Auto ja nicht; sie haben die Entscheidung nicht getroffen.“

„Normalerweise läuft das so ab: Die Crew-Leute gehen gar nicht auf den anderen Typen los“, so Stewart weiter. „Normalerweise eilen sie zu ihrem eigenen Fahrer, um erstens zu versuchen, ihn zu schützen, oder zweitens, ihn dort wegzuholen, ihn aus dieser Situation herauszuholen, damit sie keinen Ärger bekommen.“
„So fängt das normalerweise an“, meint der ehemalige NASCAR-Teamteilhaber. „Man hat diese beiden Fahrer, die die Wurzel und der Auslöser des Szenarios waren, und dann mischen sich alle anderen mit ein. Und genau dort beginnt dann die Konfrontation.“
„Aber trotzdem: Wir sagen jedem in Eldora, auf unserer Dirt-Track-Strecke: ‚Wenn ihr euch prügeln wollt, haltet auf der Start-Ziel-Geraden an. Ihr könnt euch prügeln – keine Strafen, gar nichts.‘ Bisher hat das noch niemand getan“, so der Inhaber des Dirt-Ovals. „Aber wenn ihr kämpfen wollt, ist das der einzige Ort, an dem es akzeptabel ist. All diese Leute haben für eine Show bezahlt, um ein Rennen zu sehen und Unterhaltung geboten zu bekommen. Wenn ihr euch schlagt, ist das Teil der Show. Niemand lässt sich darauf ein.“
Hamlin, Miteigentümer von 23XI Racing und damit Heims Arbeitgeber, fand in seinem Podcast Actions Detrimental noch drastischere Worte für die Aktion: „Diese verdammten Feiglinge haben darauf gewartet, dass Corey Heim sein Auto und sein Team verlässt, um dann über ihn herzufallen, während er auf dem Weg zu seinem Renntransporter war.“
„Ich weiß nicht, wer für NASCAR Regional zuständig ist, aber es darf auf gar keinen Fall sein, dass auch nur einer dieser Typen für mindestens das nächste Jahr eine Boxengasse betritt. Und ich möchte, dass öffentlich verkündet wird, welche Konsequenzen sie ziehen. Wenn nichts passiert, werde ich ein riesiges Problem damit haben. Aber keiner dieser verdammten Feiglinge sollte in absehbarer Zeit noch einen Fuß in eine Boxengasse setzen dürfen.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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