Dominanz mit Dirty-Finale: Max Reaves gewinnt ARCA-Rennen in Springfield
Auf den Illinois State Fairgrounds dominierte Max Reaves das ARCA-Rennen fast über die gesamte Distanz – Im harten Schlussduell drehte der Nachwuchspilot seinen Rivalen Gavan Boschele im Kampf um den Sieg
Über weite Strecken des Rennens der ARCA Series auf den Illinois State Fairgrounds drückte Max Reaves dem Geschehen seinen Stempel auf. Seinen Erfolg besiegelte der 16-jährige Joe-Gibbs-Pilot am Ende jedoch mit einem umstrittenen Manöver, das vor allem bei der Konkurrenz für mächtig Frust sorgte.
In der Schlussphase im Staub von Springfield geriet Reaves zunehmend unter Druck von Gavan Boschele, der weite Teile des Laufs in den Top 10 verbracht hatte. Vier Runden vor dem Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge blies der Pilot in der blau-weißen Startnummer 28 noch einmal zum Angriff.
Zu Boscheles Glück hatte Reaves Probleme bei der Überrundung von Takuma Koga. Diese Chance nutzte der Fahrer der Startnummer 25 und setzte zu einem entscheidenden Manöver an, um an dem Dominator vorbeizuziehen.
Reaves machte daraufhin jedoch keine Gefangenen: Er blieb unerbittlich am Heck von Boschele und touchierte ihn hinten links. Dadurch rutschte sein Kontrahent in die Innenmauer und musste sich schlussendlich mit Platz fünf begnügen.
Buhrufe als Auszeichnung
Reaves verbuchte den Schlagabtausch auf der Strecke als normalen Rennunfall – und genoss dabei sichtlich die Buhrufe, die er infolgedessen vom Publikum erntete.
„Das war der höchste Dezibel-Wert, den wir bisher auf der Buh-Skala erreicht haben“, scherzte Reaves. „[Boschele] kam aus Kurve 4 unter mich und ich bin ihm auf der Geraden nachgejagt. Ich muss mir die Wiederholung ansehen. Ich weiß nicht genau, ob ich ihn vor Kurve 1 getroffen habe. Wenn ja, dann war das mein Fehler, aber Racing ist nun mal Racing und wir sind hier auf einem Dirt-Track.“
Boschele demolierte sich durch den Kontakt den linken vorderen Kotflügel. Somit war die harte Aktion auch für den Joe-Gibbs-Piloten nicht ganz ohne Risiko. „Ich war froh, dass [Boschele] weiterfahren konnte, denn so gab es keine Gelbphase und ich konnte mich absetzen“, erklärte Reaves. „Ich fange an, diese Dirt-Tracks immer mehr zu mögen.“
Boschele, der nach dem Rennen sichtlich angefressen war, verweigerte an der Strecke jegliches Interview. Seinem Unmut machte er stattdessen auf X Luft: „Wenn du sie nicht schlagen kannst, schieß sie ab. Wir sehen uns in DuQuoin … Das wird ein echter Spaß, das kann ich dir versprechen.“
Harte Konkurrenz und Pech bei Überrundungen
Obwohl Reaves insgesamt 97 der 100 Runden anführte, versuchte die Konkurrenz immer wieder, dem 16-Jährigen die Spitzenposition streitig zu machen. Zu den Angreifern zählten unter anderem Carson Brown, Isaac Kitzmiller sowie Taylor Reimer, die ihre Chancen jedoch aufgrund einer Restart-Strafe einbüßte.
Kitzmiller war fest davon überzeugt, dass er Reaves im Kampf um den Sieg hätte auf Distanz halten können, wenn ihn nicht ein überrundetes Fahrzeug aufgehalten hätte. Obwohl er leicht enttäuscht darüber war, knapp den Kürzeren gezogen zu haben, betonte er, dass das Sonntagsrennen auf der Springfield Mile gezeigt habe, wie gut er und CR7 Motorsports mit ihrem Dirt-Track-Programm aufgestellt seien.
„Auf dieser Strecke geht es extrem darum, wie man mit den Überrundeten umgeht“, analysierte Kitzmiller. „Wenn man zur falschen Zeit auf einen aufläuft, kann man eine Position und viele Sekunden verlieren. Genau das ist mir passiert. Aber diese Crew von CR7 Motorsports hat nicht allzu viel Erfahrung auf Dirt-Tracks und hat uns heute trotzdem ein richtig starkes Auto hingestellt.“
Der vollgepackte Kalender der ARCA Menards Series wird bereits am Freitagabend fortgesetzt, wenn die Serie auf den Asphalt des Madison International Speedway zurückkehrt.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





