Durchwachsenes NASCAR-Rennen in Loudon: Ryan Blaney triumphiert nach Regen

Durchwachsenes NASCAR-Rennen in Loudon: Ryan Blaney triumphiert nach Regen
Foto: NASCAR Media / Meg Oliphant/Getty Images

Beim durchwachsenen NASCAR-Cup-Series-Rennen in New Hampshire sicherte sich Ryan Blaney nach einer Zwei-Reifen-Taktik den Sieg – Der Penske-Pilot rettete den Triumph knapp vor Bubba Wallace über die Ziellinie

New Hampshire hat den Piloten der NASCAR Cup Series einiges abverlangt. Nach einer Regenverzögerung, einem 40 Runden langen Stint mit Regenreifen und neun Gelbphasen war es am Ende Ryan Blaney im Penske-Ford mit der Startnummer 12, der nach seinem ersten Platz in Loudon im Jahr 2025 seinen zweiten Sieg in Folge auf dem Oval eintütete.

Im Rennen musste Blaney jedoch einen Fehler wiedergutmachen, nachdem ein langer Boxenstopp den 32-jährigen Piloten zwischenzeitlich zurückgeworfen hatte. In der Schlussphase schaffte er es jedoch, sich mit einem knappen Vorsprung von 0,587 Sekunden vor dem heranfliegenden Bubba Wallace in der Startnummer 23 (23XI Racing) über die Ziellinie zu retten.

„Das war eine gute Entscheidung nach unserem Problem in der Boxengasse“, erklärte Blaney die Taktik seines Teams, beim letzten Stopp nur zwei statt vier Reifen zu wechseln. „Wir haben am Ende nur zwei genommen in der Hoffnung, die Führung zu übernehmen – und das hat geklappt.“

„Es war ein langer Run bis ins Ziel, unser längster überhaupt“, fügte der Penske-Pilot hinzu. „Ich habe einfach versucht, mein Material zu schonen. Mir war klar, dass die Jungs mit vier frischen Reifen irgendwann Druck machen würden, und Bubba kam ziemlich stark auf uns zu. Ich habe versucht, den Überrundungsverkehr und meine Reifen zu managen, ohne dabei einen Fehler zu machen. Was für ein cooles Rennen, ein toller Tag. Es fing im Regen an und wurde am Ende zu einem wunderschönen Tag.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Bubba Wallace macht Druck

Während sich Blaney den traditionellen Hummer in der Victory-Lane von New Hampshire abholte, musste sich Wallace mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Der 23XI-Pilot aus Alabama zwang seinen Kumpel jedoch ordentlich zur Arbeit. In der heißen Phase blockierten bei Wallace jedoch die Bremsen, als er sechs Runden vor Schluss immer näher an Blaney heranfuhr.

„Ich bekam starke Vibrationen vorne links, und das war’s dann“, resümierte der 32‑Jährige. „Wir haben gekämpft und hatten einen guten Tag. Ich wusste, dass ich den ganzen Tag über beißen musste, und dieses 23XI-Team treibt mich dazu an, mein Bestes zu geben.“ Hinter Wallace komplettierten Josh Berry, Christopher Bell und Kyle Larson die Top 5.

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Der Kampf um den Chase

Mit diesem zweiten Platz liegt Wallace auf Rang 14 der Gesamtwertung und hat nun 75 Punkte Vorsprung auf Ryan Preece, der als Erster unterhalb der Chase-Cutoff-Line liegt. Im Gegensatz zu Wallace, der zwar stabil im Chase steht, theoretisch aber noch herausfallen könnte, haben sich Joey Logano, Chris Buescher, Carson Hocevar, William Byron und Daniel Suarez nun fest für die Endrunde qualifiziert.

Um die letzten Plätze müssen aktuell neben Wallace noch Blaneys Teamkollege Austin Cindric auf Rang 15 und Shane van Gisbergen auf Position 16 zittern. Aktuell liegt der Neuseeländer zwar noch 31 Punkte vor Ryan Preece, er sollte sich jedoch beim kommenden Superspeedway-Rennen in Daytona keine Fehler erlauben und sich vor den berüchtigten „Big-Ones“ in Acht nehmen.

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Da nur noch ein Rennen in der Regular-Season aussteht, krönte sich Denny Hamlin dank eines satten Vorsprungs von 77 Punkten mit seinem siebten Platz vorzeitig zum Meister der regulären Saison. Er wird in zwei Wochen in Darlington als Erster in die Post-Season starten.

„Ich bin sehr zufrieden damit, wo unser Team aktuell steht“, sagte Hamlin nach dem Rennen in Loudon. „Bei uns greift alles gut ineinander und wir haben nicht viele Schwächen. Auf dieser Art von Strecken sind wir nicht ganz so stark wie die Penske-Autos, aber in Martinsville oder Phoenix sind wir gut. Die letzten drei, vier Wochen waren einfach nicht unsere stärksten. Und wenn ich sage ‚nicht stark‘, dann spreche ich immer noch von Top-5- und Top-7-Platzierungen. Darauf können wir aufbauen. Die 1,5-Meilen-Ovale sind ohnehin seit ein paar Jahren unsere absolute Stärke. Ich freue mich darauf, dass der Chase endlich losgeht, und dann sehen wir weiter.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Josh Berry liefert Bewerbungsschreiben ab

Berry, der das Rennen auf Rang drei beendete, lieferte mit dieser Leistung eine absolute Bewerbungsgrundlage für die nächste Saison – denn aktuell steht der Pilot aus Tennessee noch ohne Cockpit für das kommende Jahr da.

Der Wood-Brothers-Pilot holte seinen dritten Platz im Ford mit der Startnummer 21. Es war sein drittes Top-5-Ergebnis in New Hampshire in Folge und das vierte Top-10-Resultat der laufenden Saison. Eine solche Erfolgsserie hat das legendäre Wood Brothers Team seit 1994 mit dem Fahrer Morgan Shepherd nicht mehr erlebt.

„Das hat extrem viel Spaß gemacht“, freute sich Berry. „Ich habe anfangs nur zu viel Streckenposition abgegeben und musste hart kämpfen, um mich da wieder durchs Feld zu arbeiten. Das war alles, was ich heute im Petto hatte. Es lief ziemlich gut. Die Jungs haben einen großartigen Job gemacht und das Auto war wirklich solide. Wir haben den Regen, die abtrocknende Strecke und all die verschiedenen Bedingungen gut gemanagt. Sich unter diesen Umständen so weit vorne zu halten, macht das Ganze zu einem ausgezeichneten Tag.“

All das bereitet die perfekte Bühne für das große Finale der NASCAR Cup Series Regular-Season: das Coke Zero 400 am Samstagabend unter Flutlicht auf dem Daytona International Speedway.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Redakteur | Zur Webseite |  + posts

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.