Rätselhafter Absturz in Loudon: Warum verlor SVG im Trockenen den Faden?
Bei nassen Bedingungen dominierte Shane van Gisbergen das NASCAR-Rennen in New Hampshire nach Belieben – Kaum trocknete der Asphalt ab, folgte der freie Fall für die Startnummer 97
Shane van Gisbergen hat beim NASCAR-Rennen auf dem New Hampshire Motor Speedway ein bitteres Debakel erlebt. Nach einer dominanten Anfangsphase auf feuchtem Asphalt brach die Pace des Trackhouse-Piloten mit dem Wechsel auf Trockenreifen komplett ein, was in einem enttäuschenden 20. Platz und empfindlichen Punktverlusten im Chase-Kampf mündete.
Dabei sah zu Beginn alles nach einem Traumtag für den Piloten des Chevrolet Camaro mit der Startnummer 97 aus. Da die Strecke zu Rennbeginn noch feucht war, schickte NASCAR das Feld auf Regenreifen ins Rennen. Van Gisbergen fackelte nicht lange, schnappte sich Spitzenreiter William Byron und brannte ein regelrechtes Feuerwerk ab, bei dem er zeitweise fast sieben Sekunden Vorsprung auf das restliche Feld herausfuhr.
Die Wende folgte auf dem Fuß, als die Rennleitung eine Competition-Caution ausrief, um allen Teams den Wechsel auf Slicks zu ermöglichen. Kaum trocknete die Ideallinie ab, verpuffte die Überlegenheit der Trackhouse-Truppe im Bruchteil weniger Runden.
Van Gisbergen wurde bis zum Ende der ersten Stage auf Rang neun durchgereicht und fand in den Abschnitten zwei und drei zu keinem Zeitpunkt mehr den Weg zurück in die Top 10. Das teaminterne Desaster machten schließlich Connor Zilisch nach einem Unfall und Ross Chastain mit einem kapitalen Motorschaden perfekt.
„Das war ein harter Tag gemessen an dem, was wir eigentlich gebraucht hätten“, analysierte ein sichtlich bedienter van Gisbergen nach dem Rennen. „Auf den Regenreifen so schnell zu sein und auf den Slicks so weit zurückzufallen, zeigt einfach, dass uns etwas fehlt.“
Der Neuseeländer hofft nun auf eine zügige Ursachenforschung innerhalb der Mannschaft, um das Setup-Rätsel zu lösen. „Hoffentlich können wir daraus etwas lernen, denn Connor und ich sind im Trockenen einfach nur so schnell wie möglich nach hinten durchgereicht worden. Es ist extrem enttäuschend, den Tag so zu beenden“, ergänzte der dreifache Supercars-Champion.
Durch den Rückschlag schmolz das Polster des NASCAR-Rookies im Kampf um den Chase-Einzug um 19 Punkte zusammen. Vor dem anstehenden Rennen auf dem Superspeedway in Daytona verfügt er in der Fahrerwertung noch über 31 Punkte Vorsprung auf Ryan Preece, während der Puffer in der Owner-Wertung auf hauchdünne sechs Zähler zusammengeschrumpft ist.
„Wir hätten vor Daytona natürlich gerne ein größeres Polster gehabt, aber die Startnummer 60 hat einen großartigen Job gemacht“, blickt van Gisbergen mit gemischten Gefühlen voraus. „Ich glaube nicht, dass die Startnummer 2 viel auf uns gutgemacht hat, aber vor so einem unberechenbaren Rennen am nächsten Wochenende wünscht man sich einfach mehr Sicherheit.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





