Jeff Gordon dominiert IROC-Comeback in Washington D.C.
Jeff Gordon dominierte in Washington beide Läufe des IROC Comebacks souverän – Der viermalige NASCAR Champion zeigte bei dem Legendenrennen vor dem Kapitol seine alte Klasse
Im Rahmen des Rennwochenendes der IndyCar-Serie kehrte die IROC auf die Straßen von Washington D.C. zurück. Vor der eindrucksvollen Kulisse des US-Kapitols traten am Samstag acht Motorsportgrößen – darunter Kurt Busch, Bill Elliott, Rusty Wallace und Helio Castroneves – in zwei Rennen über jeweils 10 Runden gegeneinander an. Am Ende war es der viermalige NASCAR-Champion Jeff Gordon, der dieses Duell der Giganten dominierte und beide Siege souverän nach Hause fuhr.
Bereits der erste Durchgang auf den Straßen rund um die National Mall bot packenden Motorsport. Zunächst gab der NASCAR-Champion von 1988, Bill Elliott, den Ton an, bevor der viermalige Indy-500-Sieger Helio Castroneves nach fünf Runden die Führung übernahm.
Doch von hinten kam Gordon und fackelte nicht lange. Nach einem sehenswerten Zweikampf mit Castroneves sicherte er sich die Führung und gab diese bis zur Zielflagge nicht mehr ab. Kurt Busch kam gegen Ende zwar noch einmal dicht heran, konnte jedoch keinen echten Angriff auf den Führenden mehr starten.
Während an der Spitze ein sauberer Schlagabtausch geliefert wurde, forderte der enge Kurs weiter hinten im Feld seine Opfer: Trans-Am-Legende Tommy Kendall touchierte die Mauer und Tony Kanaan rutschte aufgrund von Bremsproblemen kurz von der Strecke. Am Ende des Auftakts siegte Gordon unangefochten vor Busch, Castroneves und Elliott.
„Mir war völlig klar, dass Kurt eine harte Nuss wird“, zeigte sich Gordon im Anschluss an Lauf eins begeistert. Sein Plan, früh an ihm vorbeizugehen und ihn hinter sich zu halten, ging perfekt auf. „Helio war unglaublich stark unterwegs und hat einen nach dem anderen überholt, und ich konnte ihn nicht zu weit wegziehen lassen. Unser Auto war fantastisch. Es ist ein riesiger Spaß und eine absolute Ehre, mit dieser Gruppe von Legenden hier auf den Straßen von D.C. zu fahren. Dieses Grinsen werde ich so schnell nicht mehr los.“
Der zweite Lauf versprach durch das umgekehrte Starterfeld zusätzliche Spannung. Für die Schnellsten des Vorlaufes bedeutete das: Aufholjagd. Doch der 55-Jährige pflügte mit einer Leichtigkeit durch das achtköpfige Feld, die an seine besten Tage erinnerte. In Runde fünf kassierte er den zunächst führenden Kanaan sowie Castroneves und setzte sich erneut an der Spitze ab.
Dahinter entstand jedoch ein spannender Kampf: Castroneves schob sich auf Platz 2, drehte sich aber kurz darauf von der Strecke, woraufhin Kendall dem stehenden Wagen gerade noch ausweichen konnte. Erneut übernahm Kurt Busch den Vizetitel, war aber gegen Gordon einfach nicht schnell genug. Für den Höhepunkt der Schlussphase sorgte das Duell um Platz 3, das Kanaan nach einem leichten Fahrfehler von Bobby Labonte schlussendlich für sich entschied.
Gordon, der den Doppelsieg vor Busch und Kanaan perfekt machte, zeigte sich bei den Feierlichkeiten tief bewegt und würdigte die Fans, die das 250-jährige Jubiläum der USA feierten. Sein Dank galt den IROC‑Organisatoren Ray Evernham und Rob Kauffman, seinem Sponsor Hendrickcars.com sowie Rick Hendrick für die Bereitstellung des perfekt abgestimmten Wagens.
Abschließend schlug der Champion noch emotionale Töne an und richtete das Wort an die Familie von Kyle Busch: „Es war schön, diesen Tribute-Sticker auf dem Auto haben zu dürfen.“ Das Duell mit Kyles Bruder Kurt habe ihm dabei alles abverlangt. „Ich bin meine gesamte Karriere gegen ihn gefahren und wusste, dass ich ihm nicht den geringsten Spielraum lassen darf. Ich glaube, wir alle sind unendlich dankbar, dieses Wochenende hier miterlebt zu haben.“
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





