Drama in Brands Hatch: Paul Jouffreau staubt nach Ercoli-Tragödie ab
Ein spätes technisches Drama raubte Gianmarco Ercoli den sicher geglaubten Sieg in Brands Hatch – Paul Jouffreau profitierte und sicherte sich den prestigeträchtigen Laufsieg auf dem Indy-Circuit
Der französische NASCAR-Pilot Paul Jouffreau hat am Sonntag den sechsten Lauf der NASCAR-Euro-V8GP-Saison 2026 auf dem Indy-Circuit von Brands Hatch gewonnen. Vor einer riesigen Zuschauerkulisse profitierte der RDV-Competition-Fahrer von einem späten technischen Defekt seines Rivalen Gianmarco Ercoli, der das Rennen bis kurz vor Schluss angeführt hatte. Durch den unerwarteten Triumph geht der Youngster mit reichlich Rückenwind in die anstehende Sommerpause.
Das packende 38-Runden-Rennen in England entwickelte sich von der ersten Minute an zu einem regelrechten Abnutzungskampf. Jouffreau erwischte den besseren Start und fuhr in den ersten Umläufen einen soliden Vorsprung von drei Sekunden heraus. Dahinter blies der Italiener Ercoli jedoch sofort zur Jagd und brannte eine Bestzeit nach der anderen in den Asphalt.
In der 19. Runde unterbot der Alumitec-Pilot mit einer Fabelzeit von 48,653 Sekunden sogar den offiziellen Rennrundenrekord der 1,928 Kilometer langen Traditionsstrecke. Mit diesem brutalen Tempo im Rücken saugte sich der Ford-Mustang-Pilot an die Stoßstange des Führenden heran und ging fünf Runden später spektakulär in Führung. Das bittere Ende folgte fünf Umläufe vor der Zielflagge, als Ercolis Triebwerk plötzlich den Dienst quittierte und das Auto ausrollte.
Jouffreau erbte den Spitzenplatz und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Der Franzose staubte damit nicht nur den Gesamtsieg ab, sondern sicherte sich auch die Trophäe in der Junior Trophy. Hinter ihm komplettierten Jordan O’Brien und Martin Doubek den Doppelerfolg für das Team von Hendriks Motorsport.
„Ercolis Speed war am Ende wirklich beängstigend“, gab ein sichtlich erleichterter Jouffreau zu Protokoll. „Ich bin einfach glücklich, dass wir nach den Problemen am Samstag so einen guten Sonntag erwischt haben. Es war mental nicht leicht, den Fokus wiederzufinden, aber jetzt fühle ich mich regelrecht befreit.“
Als heimlicher Gewinner des Wochenendes durfte sich derweil Vittorio Ghirelli feiern lassen. Dem aktuellen Meisterschaftsführender von PK Carsport reichte ein kontrollierter vierter Platz, um die meisten Punkte des Wochenendes zu sammeln. Als konstantester Pilot des Wochenendes sicherte er sich damit zum wiederholten Mal den prestigeträchtigen Titanium-Ring und die Krone des King of Brands Hatch.
In den weiteren Sonderwertungen gab es ebenfalls Verschiebungen auf den letzten Metern. Thomas Krasonis komplettierte die Top-5 und kletterte auf das Podium der Junior Trophy. Dahinter folgten Vladimiros Tziortzis und Marc Goossens auf den Plätzen sechs und sieben.
Die Challenger Trophy für die Gentleman-Fahrer wurde durch den späten Ausfall von Davit Kajaia komplett auf den Kopf gestellt. Nutznießer war Logan Bearden, der mit Rang neun sein bestes Karriereergebnis egalisierte und den Klassensieg abstaubte. Julien Rehberg machte als Zehnter die Top 10 perfekt, während Ulysse Delsaux für die meisten gewonnenen Position mit Bonuspunkten belohnt wurde.
In der Gesamtwertung führt der aktuelle Champion Ghirelli nun mit komfortablen 33 Punkten Vorsprung auf O’Brien. Dahinter lauert der US-Amerikaner Garrett Lowe, dessen Titelflair durch einen unplanmäßigen Boxenstopp nach einer Kollision einen herben Dämpfer erhielt. In der Junior Trophy ist das Messer zwischen Lowe und Jouffreau vor den anstehenden Rennen in Tschechien, Italien und Belgien nun geschärft.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





