Krimi in Calabogie: Tagliani trotzt dem Chaos und beendet seine Durststrecke

Krimi in Calabogie: Tagliani trotzt dem Chaos und beendet seine Durststrecke
Foto: Matthew Manor / NASCAR Canada Series

Alex Tagliani hat nach einer harten Geduldsprobe und intensiver Wiederaufbauarbeit seines Teams im Calabogie Motorsports Park gewonnen – In einem von Unterbrechungen geprägten Rundkurs-Krimi feierte seinen ersten Triumph seit der Saison 2023

Alex Tagliani hat am 19. Juli 2026 das „NAPA 150“ der NASCAR Canada Series im Calabogie Motorsports Park gewonnen und damit seinen ersten Rennsieg seit der Saison 2023 gefeiert. Der Routinier setzte sich im Chevrolet mit der Startnummer 80 in einem turbulenten Rundkurs-Rennen durch, das aufgrund abgesagter Qualifikation nach der Meisterschaftswertung gestartet wurde. Tagliani übernahm nach einem spektakulären Rad-an-Rad-Kampf früh die Führung und verwies Alex Guenette sowie Andrew Ranger auf die Plätze zwei und drei.

Bereits vor dem eigentlichen Start sorgte ein technischer Defekt am Dodge von Dave Coursol für eine Verzögerung. Als das Feld endlich freigegeben wurde, nutzte Pole-Setter Marc-Antoine Camirand zunächst seine Spitzenposition aus. Es entwickelte sich jedoch schnell ein Dreikampf um die Spitze, bei dem Tagliani, Camirand und Kevin Lacroix nebeneinander über den Kurs schossen. In Runde 16 setzte Tagliani das entscheidende Manöver und übernahm das Kommando an der Front.

Ein Flüssigkeitsverlust auf der Strecke erzwang kurz vor der Halbzeit eine Unterbrechung mit der roten Flagge. Tagliani kontrollierte den anschließenden Restart souverän, während dahinter Alex Guenette eine eindrucksvolle Aufholjagd zeigte. Vier Runden vor dem Ende spitzte sich das Drama zu, als sich der zweitplatzierte Lacroix drehte und wertvolle Positionen einbüßte. Tagliani nutzte den Fauxpas eiskalt aus und fuhr den Sieg ohne weitere Gegenwehr nach Hause.

Für Tagliani war der Erfolg nach einem schweren Unfall beim letzten Lauf im Canadian Tire Motorsport Park eine spürbare Genugtuung. „Das ist ein wirklich spezieller Sieg, und der Zeitpunkt hätte nach Canadian Tire Motorsport Park nicht besser sein können“, erklärte der Rennsieger sichtlich erleichtert. „Das Team hat unglaublich hart gearbeitet, um das Auto nach den schweren Beschädigungen aus diesem Rennen wieder neu aufzubauen.“

Die lange Pause zwischen den Rennwochenenden hatte die Anspannung im Team zusätzlich erhöht. „Wir haben den Canadian Tire Motorsport Park sehr enttäuscht verlassen, besonders wegen der langen Wartezeit, bis wir wieder auf die Strecke konnten“, ergänzte Tagliani. „Heute nach all der Arbeit, die das Team investiert hat, um das Auto wieder rennbereit zu machen, auf das oberste Treppchen des Podiums zurückzukehren, nimmt mir definitiv eine Last von den Schultern.“

Eine ebenso starke Leistung zeigte der Zweitplatzierte Guenette, der sich durch das halbe Feld nach vorne arbeiten musste. „Wir sind mit hohen Erwartungen in die Saison gegangen, aber frühes Pech hat uns einige Rennen gekostet, die wir nicht beenden konnten“, bilanzierte Guenette.

„Die Absage der Qualifikation spielte uns ebenfalls nicht in die Karten, besonders auf einer Strecke, auf der das Überholen so schwierig ist. Trotzdem wussten wir, dass wir ein siegfähiges Auto hatten, und das Team hat einen außergewöhnlichen Job gemacht. Es fehlt ein kleines Stück, daher gibt es ein wenig Enttäuschung, aber nach allem, was wir durchgemacht haben, ist Platz zwei immer noch ein starkes Ergebnis. Unser Fokus ist jetzt simpel: Wir wollen für den Rest der Saison weiter um Siege kämpfen.“

Das Podium komplettierte Routinier Ranger, der im Finish mit abbauenden Reifen zu kämpfen hatte. „Ich bin wirklich glücklich, das ist ein fantastisches Podium für das Team“, sagte Ranger nach dem Zuarbeit-Marathon auf dem Straßenkurs.

„Wir hatten ein sehr starkes Rennen. Zu Beginn konnte ich die Autos vor mir attackieren, aber als die Reifen nachließen, wurde der Wagen etwas zu lose. Ich wusste, dass es ein Kampf bis zum Ziel werden würde. Die letzten 20 Runden waren besonders hart umkämpft. Insgesamt war es ein exzellentes Wochenende für uns, wir nehmen wertvolle Punkte mit und schauen nun, ob wir in Edmonton am Start stehen werden.“

Für die Piloten der NASCAR Canada Series bleibt kaum Zeit zum Durchatmen: Bereits am kommenden Wochenende zieht der Tross weiter gen Westen, wo am 25. Juli das Event auf dem Edmonton International Raceway in Alberta auf dem Programm steht.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.