Taktischer Geniestreich: Warum Ryan Hunter-Reay die Zukunft von McLaren lenkt
Ryan Hunter-Reay wechselt dauerhaft vom Cockpit in die Führungsebene von Arrow McLaren – Als neuer Sportdirektor soll der Routinier das Team zu alten Erfolgen und neuen Titeln führen
McLaren formiert seine Führungsebene für die IndyCar-Serie neu und holt sich geballte Erfahrung an die Boxenmauer. Das Traditionsteam gab am Samstag bekannt, dass der ehemalige Champion und Indianapolis-500-Sieger Ryan Hunter-Reay mit sofortiger Wirkung die Rolle des neuen Sportdirektors übernimmt. Nach einer punktuellen Zusammenarbeit seit dem Saisonauftakt 2026 soll der 45-jährige US-Amerikaner das Team nun dauerhaft stärken. Er berichtet in dieser neuen Funktion direkt an Teamchef Tony Kanaan, um die Leistung auf der Strecke zu optimieren.
Die Verpflichtung folgt unmittelbar auf den Monat Mai, in dem Hunter-Reay das prestigeträchtige 110. Indianapolis 500 in einem vierten Auto des Teams bestritt. Nun wechselt das IndyCar-Urgestein die Fronten und fungiert als wichtiges Bindeglied zwischen der Rennleitung, den Ingenieuren, dem Fahrerkader und den kommerziellen Belangen. Zu seinen Aufgaben gehören neben der Rennstrategie und der Fahrerentwicklung auch Repräsentationspflichten, um die Leistungskultur des Teams zu festigen.
Der Neuzugang bringt die Erfahrung aus 23 Jahren im amerikanischen Formelsport mit, was für die ehrgeizigen Ziele von McLaren-Boss Zak Brown von unschätzbarem Wert sein dürfte. Ob Hunter-Reay im Jahr 2027 trotz seines neuen Postens erneut als Fahrer beim Indy 500 im vierten McLaren-Boliden sitzen wird, soll erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.
„Ich fühle mich unglaublich geehrt und freue mich sehr, als Sportdirektor zu McLaren zu stoßen“, erklärte Hunter-Reay nach der Bekanntgabe. „Nach 23 Jahren im Spitzenbereich des amerikanischen Formelsports brenne ich darauf, meine Erfahrung, Leidenschaft und mein Wissen einzubringen, um dieses ambitionierte Team voranzubringen.“ Der Champion von 2012 sieht bei seinem neuen Arbeitgeber alle Zutaten vorhanden, um regelmäßig um Meisterschaften und Indy-500-Siege zu kämpfen.
Die Verpflichtung ist auch eine Zusammenführung alter Weggefährten an der Spitze des Teams. Teamchef Kanaan und Hunter-Reay fuhren bereits im Jahr 2010 gemeinsam als Teamkollegen bei Andretti. Diese gemeinsame Vergangenheit soll nun als Fundament dienen, um McLaren nach vorne zu bringen.
„Einige meiner besten Erinnerungen im Rennsport gehen auf die Zusammenarbeit mit Ryan im Jahr 2010 zurück“, betonte Kanaan die Chemie zwischen den beiden Leadern. Hunter-Reay habe damals maßgeblich geholfen, das Team in die richtige Richtung zu lenken und eine meisterschaftsfähige Truppe aufzubauen. Laut Kanaan befindet sich Arrow McLaren aktuell an einem ähnlichen Wendepunkt, weshalb die Ankunft des neuen Sportdirektors genau zur richtigen Zeit kommt.
Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.
Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal
(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





