Befreiungsschlag auf dem Oval: Erstes fettes Ausrufezeichen von Mick Schumacher
Nach elf zähen Rennen hat Mick Schumacher auf dem Nashville Superspeedway den ersehnten Durchbruch in der IndyCar-Serie gefeiert – Der deutsche Rookie steuerte seinen Honda nach einer starken Aufholjagd bis auf den achten Platz nach vorne
Mick Schumacher hat am Montag auf dem Nashville Superspeedway seinen lang ersehnten Durchbruch in der IndyCar-Serie gefeiert. Der deutsche Rookie fuhr beim 225 Runden langen Oval-Spektakel im Boliden mit der Startnummer 47 für Rahal Letterman Lanigan Racing nach einer Aufholjagd von Startplatz 16 bis auf den achten Rang nach vorne.
Nach elf zähen Rennwochenenden belohnte sich der Deutsche im zwölften Anlauf endlich selbst und sicherte sich sein bisher mit Abstand bestes Ergebnis in der US-Formel-Serie. Im Rennen kämpfte sich der Deutsche zeitweise sogar bis auf die sechste Position vor.
Am Ende kreuzte er den Zielstrich direkt hinter etablierten Größen der Serie wie Pato O’Ward sowie den beiden Indy-500-Siegern Marcus Ericsson und Felix Rosenqvist. Bereits im Freien Training zeichnete sich das Potenzial des RLL-Hondas ab, das Schumacher im Rennen dann auch endlich nutzte.
Schumacher zog nach der Zieldurchfahrt ein rundum positives Fazit und stellte die Arbeit seiner Mannschaft in den Vordergrund. „Ich hätte das ohne das Team nicht geschafft. Die Boxenstopps waren den ganzen Tag über phänomenal“, lobte der Rookie seine Crew enthusiastisch.

„Wir wussten nach dem zweiten Freien Training, dass wir ein gutes Auto hatten, und haben das einfach umgesetzt. Ich denke, wir können wirklich stolz auf alles sein, was wir an diesem Wochenende erreicht haben.“
Trotz des starken Ergebnisses schielte der Deutsche bereits mit einem leicht kritischen Auge auf die verpassten Chancen. Das Fahrzeug hätte laut seinen Aussagen noch mehr Potenzial gehabt, um noch weiter vorne anzugreifen.
„Was den Speed angeht, hätten wir definitiv weiter vorne landen müssen. Ich glaube, das Auto war so gut, dass wir wirklich weiter vorne hätten ins Ziel fahren können. Es war einfach schwierig, zu überholen, und ich fühlte mich stellenweise etwas lose auf der Hinterachse.“
Neben dem reinen Fahrzeug-Setup machte Schumacher vor allem den ständigen Dialog über den Boxenfunk für den Erfolg auf dem 1,33-Meilen-Oval verantwortlich. Sein Spotter Jeff Troyer und Sportdirektor Ryan Briscoe lotsten den IndyCar-Neuling präzise durch den dichten Verkehr des Ovals.
„Die offene Kommunikation, die wir das ganze Rennen über mit dem Team hatten, war extrem gut. Jeff und Ryan auf dem Kommandostand haben mich das gesamte Rennen über gecoacht, das war stark“, erklärte der Deutsche.
Für die verbleibenden Rennen der Saison soll dieser Achtungserfolg nun als Blaupause dienen. Das Team hat bewiesen, wozu es in der Lage ist, wenn alle Puzzleteile nahtlos ineinandergreifen.
„So soll ein Wochenende ablaufen, und man sieht das Ergebnis. Wenn wir ein sauberes Wochenende haben, ist ein Top-10-Ergebnis genau das, was wir konstant erwarten können – wenn nicht sogar mehr“, betonte Schumacher selbstbewusst. „Ich bin einfach sehr stolz auf das Team. Wir müssen dieses Momentum jetzt mitnehmen und es bis zum Ende des Jahres nutzen.“
Dieses Bewerbungsschreiben von Schumacher kam zum richtigen Zeitpunkt, denn sein Team RLL hat im Anschluss des Rennens den dritten Charter and Dreher & Reinbold Racing verkauft. Graham Rahal und Louis Foster gelten im Team als gesetzt, weshalb der Deutsche für eine zweite IndyCar-Saison ab sofort auf Cockpit-Suche gehen muss. Sollte das Top 10 in Nashville keine Eintagsfliege gewesen sein, könnten die nächsten Top-Resultate darüber entscheiden, ob Schumacher auch 2027 in der IndyCar starten wird.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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