Drama in der letzten Runde: Allgaier nutzt Kollision der Führenden eiskalt aus

Drama in der letzten Runde: Allgaier nutzt Kollision der Führenden eiskalt aus
Foto: NASCAR Media Meg Oliphant/Getty Images

Ein fast vierstündiges Chaos-Rennen in Atlanta endete in einer dramatischen doppelten Overtime – Justin Allgaier behielt im Wrack-Fest von Georgia die Nerven und staubte auf den letzten Metern den Sieg ab

Spitzenreiter Justin Allgaier hat am Samstagabend das Rennen der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series auf dem EchoPark Speedway in Atlanta für sich entschieden. Der Fahrer von JR Motorsports sicherte sich nach fast vier Stunden Renndauer in einer dramatischen dopptelten Overtime seinen sechsten Saisonsieg und krönte sich damit vorzeitig zum Regular-Season-Champion 2026. Allgaier profitierte in einem von Unfällen geprägten Rennen auf dem 1,5-Meilen-Oval von einer Kollision der Führenden unmittelbar vor der Ziellinie.

Das Finale glich einem waschechten Krimi auf Rädern. Direkt nach der weißen Flagge für die letzte Runde gerieten der Führende Brennan Poole und der Vorjahressieger Nick Sanchez im Kampf um den Sieg aneinander und krachten in die Außenmauer. Allgaier schlüpfte auf der Innenbahn durch und rettete einen hauchdünnen Vorsprung von 0,139 Sekunden auf seinen heranstürmenden Teamkollegen Carson Kvapil ins Ziel.

„Ich bin so unglaublich stolz auf jeden Einzelnen hier bei Junior Motorsports“, gab ein sichtlich emotionaler Allgaier unmittelbar nach der Zieldurchfahrt zu Protokoll. Der Routinier wusste, dass das Rennen auf Messers Schneide stand: „Wir hatten heute großartige Chevrolets. Mir war am Ende klar, dass bei einigen Jungs der Sprit knapp werden würde, aber man darf einfach niemals aufgeben – genau das macht dieses Team aus.“

Der wilde Ritt in Georgia forderte Mensch und Maschine alles ab. Insgesamt 13 Gelbphasen und vier rote Flaggen – die für eine fast halbstündige Zwangspause sorgten – zerschnitten den Fluss des Rennens komplett. Elf verschiedene Fahrer sammelten Führungsrunden, während ein Massencrash mit elf beteiligten Fahrzeugen kurz vor Schluss das Feld der Favoriten extrem dezimierte.

Unter den Opfern dieses Massenunfalls war auch der aktuelle Champion Jesse Love, dessen Chevrolet von Richard Childress Racing irreparabel beschädigt wurde. „Das ist definitiv enttäuschend“, bilanzierte Love sichtlich geknickt nach dem vorzeitigen Aus. Es wäre ohnehin ein extrem harter Weg nach oben geworden, da die JRM-Autos laut Love einen fabelhaften Job bei der Zusammenarbeit gemacht hätten.

Der Meister gab sich dennoch kämpferisch und blickte bereits auf den Chase: „Immerhin war es kein katastrophaler Tag für die Meisterschaftswertung, da wir einige gute Stage-Punkte geholt haben. Jetzt versuchen wir im Chase unser Bestes im Stile von Tony Stewart zu geben und Rennen zu gewinnen.“

Love bezog sich damit auf Stewarts legendären Titelkampf von 2011. „Wir haben eine wirklich gute Pace und das Team harmoniert super – auf dieser Art von Strecken landet man manchmal einfach auf der falschen Seite des Glücks“, so Love weiter.

Auch Loves Teamkollege Austin Hill, der in Atlanta bereits fünfmal gewinnen konnte, wurde kurz vor dem Ende in einen folgenschweren Massencrash verwickelt, der die letzte rote Flagge des Abends auslöste. Hinter dem Podiums-Duo Allgaier und Kvapil retteten sich Parker Retzlaff, William Sawalich und Anthony Alfredo durch das Trümmerfeld auf den Plätzen drei bis fünf ins Ziel.

In der Meisterschaftstabelle hat sich Allgaier durch das Chaos nun einen komfortablen Vorsprung von 240 Punkten auf den weiterhin sieglosen Love herausgefahren. Dahinter spitzt sich der Kampf um die Chase-Plätze drei Rennen vor dem Ende der regulären Saison dramatisch zu. Nach einem nun anstehenden rennfreien Wochenende kehrt die Serie am 25. Juli auf dem legendären Indianapolis Motor Speedway zurück auf die Strecke.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.