Premieren-Sieg in Lime Rock: Grant Enfinger triumphiert im Chaos-Krimi

Premieren-Sieg in Lime Rock: Grant Enfinger triumphiert im Chaos-Krimi
Foto: NASCAR Media / Jaiden Tripi/Getty Images

Was für eine Schlacht im historischen Lime Rock Park: Routinier Grant Enfinger behielt in einer wilden Schlussphase die Nerven und feierte einen emotionalen wie wichtigen Meilenstein

NASCAR-Routinier Grant Enfinger hat am Samstagnachmittag beim turbulenten Rennen im historischen Lime Rock Park seinen ersten Saisonsieg und gleichzeitig den ersten Rundkurs-Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der Chevrolet-Pilot von CR7 Motorsports setzte sich in einer dramatischen Schlussphase nach einem späten Restart gegen Youngster Landen Lewis durch.

Nach einer rund einjährigen Durststrecke kehrte der Routinier damit im US-Bundesstaat Connecticut in die Victory-Lane zurück und machte einen riesigen Schritt in Richtung Chase.

Das Rennen auf dem anspruchsvollen Traditionskurs entwickelte sich in der Schlussphase zu einer echten Nervenschlacht, die sogar für 18 Minuten unterbrochen werden musste. Enfinger lauerte beim entscheidenden Restart drei Runden vor dem Ende auf der Außenbahn neben dem Führenden Gio Ruggiero. Mit einem perfekten Sprint zog der Routinier beim grünen Signal vorbei und verteidigte die Führung hauchdünn mit nur 0,483 Sekunden Vorsprung auf den heranstürmenden Lewis.

„Ich hatte das Gefühl, dass uns heute einige Dinge in die Karten gespielt haben“, gab der sichtlich erleichterte Sieger nach der Zieldurchfahrt ehrlich zu Protokoll. Die Pace der absoluten Topautos des Tages konnte der spätere Sieger im regulären Rennverlauf nämlich nicht ganz mitgehen.

„Ich glaube nicht, dass wir im direkten Duell eine Chance gegen die Startnummern 11 von Honeycutt oder 34 von Riggs gehabt hätten“, analysierte Enfinger die Kräfteverhältnisse sportlich fair.

Beim finalen Restart setzte der Routinier alles auf eine Karte, entschied sich aber bewusst für ein faires Manöver gegen Ruggiero. Er wollte den Konkurrenten keineswegs unfair aus dem Weg räumen, sondern ihn sauber auf der Strecke bezwingen.

„Ich denke, wir haben ihn einfach beim Beschleunigen beim Start geschlagen und hatten am Ende das bessere Auto“, erklärte der Chevrolet-Fahrer die rennentscheidende Szene.

Für Enfinger, der auf Rundkursen in seiner langen Karriere selten glänzte, war dieser Triumph eine echte Erlösung. „Das ist erst mein zweites Top-10-Ergebnis auf einem Straßenkurs überhaupt“, freute sich der Sieger über den unerwarteten Coup.

„Wir hatten in dieser Saison zwar gute Rundkurs-Trucks, aber heute waren wir eigentlich ein solides Top-5-Auto, bis sich das Meer vor uns teilte und der liebe Gott uns mit diesem Sieg gesegnet hat.“

Hinter dem Spitzenduo krönte Kaden Honeycutt eine fesselnde Aufholjagd mit dem dritten Platz, nachdem er zuvor nach einem Unfall weit zurückgefallen war. Lokalmatador Parker Kligerman fuhr auf Rang vier, während Christian Eckes die Top 5 komplettierte. Die beiden dominierenden Fahrer des Tages, Pole-Setter Scott Riggs und Honeycutt, hatten sich nach unterschiedlichen Boxenstrategien im dichten Verkehr gegenseitig berührt, was Riggs alle Siegchancen raubte.

Für das meiste Drama sorgte an diesem Nachmittag jedoch Thomas Annunziata, dessen Truck in aussichtsreicher zweiter Position liegend plötzlich in Flammen aufging. Der ARCA-Sieger vom Vortag konnte sich glücklicherweise unverletzt aus dem brennenden Wrack retten, musste aber zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. In der Meisterschaft kletterte Enfinger durch den Coup auf den wichtigen neunten Tabellenrang und verschaffte sich im Kampf um den Einzug in den Chase wertvolle Luft.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.