Emotionen, Dominanz und eine echte Machtdemonstration: Das Ironman 55 auf dem I-55 Speedway
Chris Windom und Logan Schuchart feierten in der World of Outlaws Sprint Car Series in auf dem I55-Speedway Pevely dominante Siege – Beide zeigten auf dem engen Dirt Track eine beeindruckende Pace und starke Leistungen im dichten Überrundungsverkehr
Beim „Ironman 55“-Wochenende der World of Outlaws Sprint Car Series auf dem I-55 Speedway in Pevely (Missouri) erlebten die Fans am vergangenen Wochenende Motorsport in einer dominanten Form. Während sich Chris Windom am Freitag seinen hochemotionalen ersten Sieg in der Serie sicherte, krönte Logan Schuchart das Event am Samstag mit einem unangefochtenen Start-Ziel-Sieg im großen Finale, der ihm neben der Trophäe ein sattes Preisgeld von 25.000 US-Dollar einbrachte.
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Für Windom wurde bereits das Eröffnungsrennen zu einer echten Achterbahnfahrt der Gefühle. Der 35-Jährige feierte seinen ersten Sieg in der World of Outlaws Sprint Car Series überhaupt und war im Anschluss den Tränen nah.
In der Sprint-Car-Szene ist er längst eine feste Größe. Er gehört zu den acht Fahrern, die die prestigeträchtige USAC Triple Crown jemals gewonnen haben. Für diese besondere Auszeichnung muss ein Pilot alle drei USAC National Championships (Silver Crown, National Sprint Car und National Midget) für sich entscheiden.

Dieses Können stellte Windom auf dem I-55 Speedway unter Beweis. Er dominierte das Rennen nahezu durchgehend und kämpfte sich tapfer durch den dichten Überrundungsverkehr. Etwas weiter hinten, in den Top 10, zeigte Sheldon Haudenschild in seiner neonorangenen Startnummer 18 spektakuläre Manöver und beendete das 40 Runden lange Feature auf einem starken fünften Platz.
„Ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll“, rang Windom nach dem Rennen erschöpft, aber überglücklich nach den richtigen Worten. „Es weckt unglaubliche Emotionen in mir. Ich habe so viel Zeit investiert, um hier erfolgreich zu sein, und habe hart mit Ian [Lyon] und J [Jason Sides] daran gearbeitet. Und natürlich mit NOS Energy Drink und Lauren Albano, die immer hinter mir standen.“
„Es war ein langer Weg“, erklärte Big Daddy, wie Windom auch genannt wird, weiter. „Ich weiß, dass wir heute Abend durch die nasse Strecke nahezu perfekte Bedingungen hatten, aber man musste trotzdem erst einmal unbeschadet durch den Verkehr kommen. Das war wirklich hart. Alles, was wir den ganzen Abend über am Setup verändert haben, hat dem Auto geholfen und es für dieses Rennen absolut perfekt gemacht.“
Hinter ihm beendete Michael „Buddy“ Kofoid, dem der Windom in der letzten Runde noch einmal gefährlich nahekam, als Zweiter vor Kelby Watt, dem er in der letzten Runde mit einem Slider den zweiten Platz abnahm.
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55 Runden pure Dominanz
Das 55 Runden lange Finale am Folgetag stand ganz im Zeichen von Logan Schuchart. Er hatte das erste Rennen bereits auf dem siebten Platz beendet, Lunte gerochen und nahm sich für das Hauptevent ein Beispiel an Windom: Er kopierte dessen Leistung und dominierte das Finale über jede einzelne Runde.
Der aus Hanover (Pennsylvania) stammende Pilot führte alle 55 Runden in Pevely an. Mehrere Konkurrenten versuchten, an Schuchhart heranzukommen, doch niemandem gelang es, ihn ernsthaft unter Druck zu setzen. Der 33-Jährige lieferte am Steuer der Shark-Racing-Startnummer 1S eine absolute Machtdemonstration ab. Auch der Überrundungsverkehr konnte ihn nicht ausbremsen. Unaufhaltsam stürmte er der Zielflagge, der ikonischen Hantel-Trophäe und dem Scheck über 25.000 US-Dollar entgegen.

„Die Zeit vergeht unglaublich langsam, wenn man so dominant führt“, beschrieb Schuchart seine Eindrücke aus dem Cockpit. „Es fühlt sich an, als würde es ewig dauern. Ich habe einfach versucht, meine Linien genau zu treffen. Je länger das Rennen dauert, desto heißer wird alles. Die Reifen werden heiß, die Stoßdämpfer werden heiß – das gesamte Fahrverhalten verändert sich. Ich habe mir immer wieder gesagt: Atmen, den Puls beruhigen und einfach die Ideallinie fahren. Genau dafür halten wir uns schließlich fit. Carson [Macedo] ist hier wirklich stark und ich weiß, dass er sein Training sehr ernst nimmt. Wenn man seinen Puls und die Atmung unter Kontrolle hat und sich einfach nur auf das Fahren konzentrieren kann, anstatt an die Erschöpfung zu denken, macht das am Ende einen riesigen Unterschied.“
Wie schon am Vorabend zeigte Kofoid eine Spitzenleistung. Auf der Jagd nach seinem zweiten Ironman-55-Sieg in Folge und seinem vierten Erfolg auf dem I-55 Speedway in Folge pflügte er vom 18. auf den zweiten Platz. Damit sicherte sich der aus Penngrove stammende Kalifornier zwei Podiumsplätze an diesem Wochenende.
Nach diesem von zwei dominierenden Fahrern geprägten Wochenende steht den Teams nun ein echter Marathon bevor. Zwischen dem 12. und 15. August werden insgesamt vier Rennen bei den von Prestige strotzenden Knoxville Nationals im „Sprint Car Capital of the World“ ausgetragen – ein Mega-Event, das in seiner Bedeutung für den Dirt-Track-Rennsport vergleichbar mit dem Daytona 500 in der NASCAR ist.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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