World of Outlaws in Kalifornien: Heimsiege, Routiniers und der Durchbruch von Corey Day
Die World of Outlaws Sprint Car Series trug drei Rennen an der Westküste in Kalifornien aus – Bei den drei Rennen siegten Carson Macedo, Donny Schatz und Corey Day
Die World of Outlaws Sprint Car Series gastierte in der vergangenen Woche für einen Triple-Header im Bundesstaat Kalifornien. Auf dem Kings Speedway, dem Bakersfield Speedway und dem Ventura Raceway lieferten sich die Piloten spektakuläre Duelle. Am Ende trugen sich drei unterschiedliche Fahrer in die Siegerliste ein: Carson Macedo, Donny Schatz und NASCAR-Nachwuchs Corey Day triumphierten im Golden State.
Für Carson Macedo war der Auftakt auf dem Kings Speedway in Hanford ein ganz besonderer Meilenstein. Der Pilot der Startnummer 41 von Jason Johnson Racing wuchs nur rund 15 Kilometer von dem ⅜-Meilen langen Dirttrack entfernt auf.
Aus der dritten Reihe ins Heimspiel gestartet, arbeitete sich Macedo nach vorn. Mit einem mutigen Manöver kassierte er Steven Snyder Jr. sowie Emerson Axsom in einer einzigen Kurve und knöpfte sich kurz darauf das Führungsduo vor.

In der Schlussphase entwickelte sich ein Schlagabtausch zwischen Corey Day und Macedo. Kaum hatte Macedo die Führung übernommen, konterte Day und setzte alles auf eine Karte. In der Startnummer 14 von Jason Meyers Racing klebte der 20-Jährige am Heck des Führenden und zog auf der Gegengeraden sogar gleich. Ein minimaler Rutscher in Kurve 2 wenige Runden vor Schluss verschaffte Macedo schließlich die entscheidende Verschnaufpause, um den Heimsieg über die Ziellinie zu bringen.
„Was für ein Rennen“, freute sich Macedo im Anschluss. „Mein Auto lag absolut unglaublich. Philip Dietz hat einfach großartige Arbeit geleistet. Ich kenne die Strecke in- und auswendig, habe hier in meiner Laufbahn unzählige Runden gedreht, um genau an diesen Punkt zu kommen. Dieser Sieg fühlt sich einfach genial an. Corey Day gehört zu den Besten da draußen – ihn im Kampf um die Spitze zu überholen, ist alles andere als leicht. Ich bin extrem dankbar. Es ist einfach fantastisch, wieder in Hanford zu sein.“

Bakersfield Speedway: Donny Schatz crasht die kalifornische Party
Das Wochenende hätte fast komplett in der Hand der Lokalmatadore liegen können, doch Donny Schatz aus Fargo, North Dakota, funkte am Freitagabend dazwischen.
Auf einem tückischen Cushion packte Schatz die Ellenbogen aus und pflügte von Rang fünf auf zwei nach vorn. Ein bitterer technischer Defekt des bis dahin führenden Michael „Buddy“ Kofoid spülte Schatz schließlich an die Spitze, der Sieg war damit noch nicht besiegelt.
Day, der sein freies Wochenende im Kalender der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series nutzte, saß dem Führenden erneut im Nacken. Day griff auf der Außenlinie an, doch Routinier Schatz wehrte sämtliche Attacken des 20-Jährigen ab und steuerte die Startnummer 15 von CJB Motorsports souverän in die Victory Lane.
„Er hat wirklich alles versucht“, zollte Schatz seinem jungen Kontrahenten Respekt. „Ich musste mit genau denselben Mitteln dagegenhalten. Er hat voll attackiert und ist ohne Frage einer der stärksten Racer des Landes. Es war das erste Rennen in dieser Woche, das ich überhaupt beenden konnte, und dann gleich als Sieger. Eine Erleichterung für die gesamte Truppe, denn ich habe zuletzt eine Menge Schrott produziert. Es war eine verdammt harte Woche.“

Ventura Raceway: Corey Day krönt sich beim Serien-Debüt
Zum Abschluss der kalifornischen Rennwoche bewies Day schließlich, warum sein Weg in Richtung NASCAR Cup Series führt. Zuvor hatte das Nachwuchstalent von Hendrick Motorsports mehrmals Führungsluft geschnuppert, musste sich aber jeweils den etablierten Vollzeitpiloten beugen.
Beim Debüt der World of Outlaws auf dem Ventura Raceway folgte der verdiente Coup. Zu Beginn lieferte sich Day zunächst einen Kampf um Rang drei mit Bill Balog, bei dem sich beide Fahrzeuge wiederholt gefährlich nahe kamen. An der Spitze boten derweil Steven Snyder Jr. und Emerson Axsom den Zuschauern ein packendes Schauspiel mit Slides und Crossovern, ehe sich Snyder Jr. durchsetzte.

Ein entscheidender Restart brachte schließlich die Wende: Day schob sich von Rang vier auf Platz zwei nach vorn. Als sich Spitzenreiter Snyder Jr. einen folgenschweren Fahrfehler leistete, nutzte Day die Gunst der Stunde, setzte den Slider vorbei an der Startnummer 51 von Three Stooges Racing und behauptete die Führung bis ins Ziel gegen die späten Angriffe von Balog und Sheldon Haudenschild.
„Das war absolut abgefahren“, jubelte Day nach der Zieldurchfahrt. „Einfach großartig. Ehrlich gesagt wusste ich im Vorfeld überhaupt nicht, was uns erwartet, und den anderen ging es sicher genauso. Aber das Event war phänomenal. Es war eines meiner stärksten Rennen in diesem Jahr auf einer der besten Pisten, die wir je unter die Räder genommen haben. Ein riesiges Kompliment an die gesamte Crew in Ventura. Es ist ein Privileg, auf einer solchen Anlage und einer derart genialen Strecke fahren zu dürfen.“
Für Day markierte der Triumph in Ventura seinen zweiten Saisonsieg 2026 und den fünften Gesamterfolg seiner noch jungen Karriere bei den World of Outlaws. Zugleich trug er sich als achter Fahrer in die Liste der diesjährigen Sieger mit mehr als einem Sieg ein.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







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