Favoritensterben im Cup: Elliott bezwingt seinen Angstgegner Texas

Favoritensterben im Cup: Elliott bezwingt seinen Angstgegner Texas
Foto: NASCAR Media / Logan Riely/Getty Images

In einem von vielen Ausfällen geprägten Rennen gelang es Chase Elliott auf dem Texas Motor Speedway seinen zweiten Saisonsieg einzufahren – Viele Favoriten mussten frühzeitig die Segel streichen

Chase Elliott hat am Sonntag das Rennen auf dem Texas Motor Speedway gewonnen und sich damit seinen zweiten Saisonsieg in der NASCAR Cup Series 2026 gesichert. Der Hendrick-Pilot übernahm in einem von zahlreichen Unfällen und Favoritensterben geprägten Rennen in der 152. Runde die Führung und verteidigte diese in einem dramatischen Vier-Runden-Sprint nach dem finalen Restart gegen Denny Hamlin.

Elliott festigte mit diesem 23. Karrieresieg seinen Status als Chase-Favorit, während er gleichzeitig eine Durststrecke von zehn verschiedenen Siegern in Texas beendete. Lange hielt sich der Pilot der Startnummer 9 dezent im Hintergrund, bevor er im zweiten Renndrittel das Zepter übernahm.

Von diesem Moment an kontrollierte er das Geschehen mit einer eisernen Faust, was er vor allem seiner Boxencrew zu verdanken hatte – es wurde ein typisches Elliott-Rennen. Die Truppe lieferte am Sonntag ihre drei schnellsten Stopps der gesamten bisherigen Saison ab und hielt Elliott so in der entscheidenden Phase an der Spitze.

Ein später Patzer von Corey Heim sorgte kurz vor Schluss noch einmal für eine Gelbphase und brachte die Strategien ordentlich ins Wanken. Elliott musste sich beim finalen Restart gegen den gewohnt aggressiven Denny Hamlin behaupten. „Ich war mir nicht wirklich sicher, ob ich oben oder unten starten sollte“, gestand Elliott nach der Zieldurchfahrt mit Blick auf die entscheidenden Meter.

„Die untere Spur hatte bei vielen Restarts den großen Vorteil gebracht“, analysierte der Hendrick-Star seine Entscheidung. „Ich hatte das Gefühl, dass ich in großen Schwierigkeiten stecken würde, wenn ich nach Kurve 2 nicht vorne läge.“ Dank eines kräftigen Schubser durch seinen Teamkollegen Alex Bowman gelang es ihm jedoch, sich entscheidend abzusetzen.

„Glücklicherweise gab mir Alex einen großartigen Push“, zeigte sich Elliott dankbar. „Ich konnte die Kurven 1 und 2 sauber fahren, mich absetzen und die letzten Runden einfach kontrollieren. Es ist ziemlich wild, wenn man bedenkt, wie sehr wir hier früher zu kämpfen hatten, dass wir nun zwei der vergangenen Rennen in Texas gewonnen haben.“

Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images)

Denny Hamlin, der als Zweiter über die Linie fuhr, haderte derweil mit dem Schicksal und der Aerodynamik. „Ich dachte, ich hätte am Ende einen guten Restart geliefert – Seite an Seite“, gab der Gibbs-Pilot zu Protokoll. Doch im Windschatten-Duell zog er letztlich den Kürzeren gegen den Chevrolet-Express.

„So wie der Side-Draft in Kurve 1 funktioniert, gepaart mit dem Push, den Chase von der #48 bekam, konnte er sein Momentum einfach schneller aufbauen als ich“, erklärte Hamlin die entscheidende Phase. „Ich habe versucht, an seiner Seite zu bleiben, aber je näher ich ihm kam, desto instabiler wurde mein Auto. Es war ein ordentlicher Tag, aber uns fehlte eben ein kleines Stück.“

Hinter dem Führungsduo raste Tyler Reddick mit einer riskanten Taktik samt zwei neuen Reifen noch bis auf den vierten Rang nach vorne. „Alles in allem war es ein solider Tag“, resümierte der Tabellenführer, der seinen Vorsprung in der Meisterschaft verteidigte. „Es war schön, mit den zwei Reifen voll anzugreifen, auch wenn ein paar Überholmanöver etwas zu lange gedauert haben.“

Während Elliott in der Victory-Lane feierte, glich das Infield des Speedways phasenweise einem Schrottplatz für Cup-Stars. Christopher Bell erwischte es besonders hart, als er dem kreiselnden Todd Gilliland beim Überrunden nicht mehr ausweichen konnte. „Ich dachte, ich könnte die Lücke unten treffen, aber ich wurde erwischt“, so ein sichtlich bedienter Bell, der das Rennen als Letzter beendete.

Auch Joey Logano und Ty Gibbs mussten ihre Hoffnungen nach heftigen Einschlägen vorzeitig begraben. Sogar Champion Kyle Larson blieb nicht ungeschoren und zertrümmerte seinen Boliden in Runde 160 in den Mauern von Kurve 2. „Ich habe ihn einfach verloren“, lautete das knappe und schmerzvolle Fazit des Kaliforniers nach seinem Ausritt.

Kyle Busch sorgte in der Schlussphase für zusätzliche Würze, als er nach einem Scharmützel mit John Hunter Nemechek die Beherrschung verlor. In der letzten Runde rächte sich „Rowdy“ mit einem Manöver gegen den Toyota-Piloten, was ihn jedoch selbst wertvolle Plätze kostete und auf Rang 20 zurückwarf. Ein kleiner Lichtblick war Rookie Connor Zilisch, der mit Startplatz zwölf und Rang 16 sein bisher bestes Oval-Ergebnis im Cup einfuhr. Der nächste Halt der NASCAR Cup Series ist der Rundkurs von Watkins Glen.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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