Heim-Time in der Cup Series: Corey Heim bezwingt Tyler Reddick beim San-Diego-Krimi

Heim-Time in der Cup Series: Corey Heim bezwingt Tyler Reddick beim San-Diego-Krimi
Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Corey Heim hat auf dem temporären Stadtkurs in San Diego überraschend seinen ersten Sieg in der NASCAR Cup Series gefeiert – In der Schlussphase profitierte der Youngster von einem Fehler seines 23XI-Teamkollegen Tyler Reddick

Corey Heim hat am Sonntagabend sensationell sein erstes Rennen in der NASCAR Cup Series gewonnen. Der 23-jährige aktuelle Truck-Series-Champion setzte sich beim Anduril 250 auf dem spektakulären Stadtkurs der Naval Base Coronado in San Diego in der 73. von 75 Runden entscheidend gegen seinen Teamkollegen Tyler Reddick durch. In seinem erst 13. Cup-Start verwies Heim nach einem dramatischen Finale Bubba Wallace und Kyle Larson auf die Plätze zwei und drei.

Der erste Meilenstein in der noch jungen Karriere des Toptalents kam deutlich früher als erwartet, zumal Heim erst vor kurzem als Vollzeitfahrer für 23XI Racing für das Jahr 2027 bestätigt wurde. Auf dem anspruchsvollen Kurs, der als erste NASCAR-Strecke überhaupt auf einer aktiven Militärbasis errichtet wurde, profitierte Heim in Runde 73 von einem Rutscher seines Teamkollegen Reddick in Kurve 2. Drei Kurven lang kämpften die beiden Toyotas Rad an Rad, ehe Reddick die Mauer touchierte und Heims Auto unsanft touchierte.

Reddick steckte im Sinne des Teams zurück, erlitt kurz darauf einen Reifenschaden und wurde nur als 25. gewertet. „Ich dachte eigentlich, ich könnte ihn halten, aber wir hatten das ganze Wochenende Probleme mit den Hinterreifen“, gab der fünfmalige Saisonsieger zerknirscht zu Protokoll. Er habe im Duell einfach übertrieben und Heim in die Mauer gedrückt, was nicht richtig gewesen sei, so Reddick, der anfügte: „So wollte ich nicht gewinnen, erst recht nicht gegen einen Teamkollegen.“

Für Heim war der Triumph nach einer Berg- und Talfahrt schlicht surreal, da er zwischenzeitlich bis auf Rang 20 durchgereicht worden war. „Ich bin sprachlos“, stammelte der Sieger nach seinem ausgiebigen Burnout. Crew-Chief Bootie Barker hatte ihn jedoch beruhigt und prophezeit, dass die schlechtesten Reifensätze zu Beginn gefahren wurden und es am Ende passen würde.

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

„Ich habe nach dem zweiten Segment tief durchgeatmet“, erklärte Heim seinen Schlüssel zum Erfolg auf dem Stadtkurs. Er habe vor dem Rennen hohe Erwartungen an sich selbst gehabt, da die Bedingungen für alle Fahrer komplett neu waren. „Das sieht man als junger Fahrer wie ich nicht jeden Tag, also habe ich mich einfach neu fokussiert und angegriffen“, so der Premierensieger, der nur die letzten drei Runden des Rennens anführte.

Hinter Heim machte Bubba Wallace den historischen ersten Doppelsieg für das Team von Denny Hamlin und Michael Jordan perfekt. Wallace zeigte dabei eine furiose Aufholjagd, nachdem er zuvor eine Zwei-Runden-Strafe wegen eines verlorenen Rades auf der Strecke absitzen musste.

Weniger glücklich verlief der Tag für die Favoriten von Trackhouse Racing, die in Runde 33 in einen heftigen Massencrash in Kurve 1 verwickelt wurden. Austin Hill verbremste sich im Kampf um die Spitze mit Connor Zilisch komplett und drückte den Youngster unbarmherzig in die Betonmauer. Zilisch schlug heftig ein und prallte unkontrolliert in das Auto von Pole-Setter Shane van Gisbergen, der kurz zuvor noch versucht hatte, sich aus der Threewide-Situation zurückzuziehen.

„Es ist einfach extrem unglücklich, den Tag für beide Chevrolets von Shane und mir so zu beenden“, ärgerte sich Zilisch, der zuvor acht Führungsrunden gesammelt hatte. Es tue ihm leid für das gesamte Team, denn wenn das Team die Chance auf den Sieg auf dem Silbertablett habe, sei so ein Ende extrem hart zu verdauen. Auch der neuseeländische Straßenkurs-Spezialist van Gisbergen war bedient und sprach von einer „echten Enttäuschung“, da sein Auto unheimlich schnell gewesen sei.

Insgesamt bot das Debüt in San Diego mit sieben Gelbphasen und 20 Führungswechseln unter 13 verschiedenen Piloten das erwartete actiongeladene Spektakel. Während Ryan Blaney mit zwölf Umläufen die meisten Führungsrunden sammelte und das erste Segment gewann, sicherte sich Ryan Preece den Sieg in der zweiten Stage. Hinter den Top 3 komplettierten Zane Smith, AJ Allmendinger, Chris Buescher, Ross Chastain, Riley Herbst, Ryan Blaney und Michael McDowell die Top 10.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.