Autospeedway

Interview: Calvin Storb erfüllt sich mit eigenem Formelauto einen Traum

André Wiegold / Leadlap.de

Der Gelsenkirchener wird in der Saison 2021 erstmals in seinem eigenen Formel Toyota Ovalrennen bestreiten – Damit erfüllt sich der erfahrene Schrauber einen Lebenstraum

Calvin Storb kennt den Autospeedway-Sport wie seine Westentasche. Der Gelsenkirchener hat einige Jahre für das Racingteam Bachor als Mechaniker fungiert und bereits erste Erfahrungen in einem Formelauto auf dem Oval gemacht. Jetzt hat er sich ein eigenes Auto von der Familie Severens gekauft, um in der Saison 2021 in der Formelklasse auf den Autospeedway-Ovalen in den Niederlanden durchzustarten. 

‘Leadlap.de’ hat exklusiv mit Storb über sein neues Projekt gesprochen. Der Gelsenkirchener kommt aus einer echten Autospeedway-Familie, denn sein Vater Marcus startet bei den National Hotrods und sein Bruder Nico bei den Ministox. Mit dem Kauf seines eigenen Rennautos hat sich Calvin Storb einen echten Lebenstraum erfüllt. Zuvor hat er im Auto von Helmut Laumen bereits ein Rennen und im Formel BMW des Bachor Racingteams ein Training bestritten.

Credits: André Wiegold / Leadlap.de

André Wiegold: “Es ist das erste Mal, dass du ein eigenes Auto hast und eine komplette Saison bestreiten wirst, wie ist das? Und warum hast du die Formel Toyota ausgewählt?” 

Calvin Storb: “Ich habe in der Ministox-Klasse angefangen, zu schrauben, aber für diese Serie bin ich nun einmal ein wenig zu alt. Ich bin anschließend mit Philipp Bachor in der Formel Toyota als Mechaniker groß geworden. Ich habe sein Auto mit aufgebaut, eine Menge Spaß dran gehabt und bin einfach dabei hängen geblieben. Deshalb musste das erste eigene Rennauto ein Formel Toyota sein. Jetzt geht es natürlich darum, zu üben und eine Menge Erfahrung zu sammeln. Ich hoffe natürlich, dass es ein erfolgreiches Projekt wird.”

Credits: André Wiegold / Leadlap.de

André Wiegold: “Du sitzt in einem Open-Wheeler, was im Autospeedway-Sport eine Rarität ist. Du sitzt sehr tief im Auto und musst die rund 400 Meter langen Ovale ohne Banking bändigen. Was macht es im Formel Toyota aus, um schnell zu sein?” 

Calvin Storb: “Ich habe natürlich erst einmal den Respekt vor den offenen Rädern. Das ist der Punkt Nummer eins, denn wenn du den nicht hast, geht das zwangsläufig in die Hose. Am Ende ist es eine Frage des Setups. Das Auto ist sehr leicht, meiner wiegt keine 400 Kilogramm. Das Fahrzeug hat eine Leistung von rund 160 Pferdestärken, wir haben also hier ein sehr hohes Leistungsgewicht.” 

“Die Reifen, das Fahrwerk, das muss alles stimmen, um auf den Ovalen schnell zu sein. Das Auto muss gut liegen, um es um die Kurven zu bekommen. Die Bremsanlage ist bei uns auch sehr wichtig, weil wir mehr Zeit in den Kurven als auf den Geraden verbringen. Und natürlich muss der, der am Lenkrad sitzt, abliefern, das ist klar.” 

Credits: André Wiegold / Leadlap.de

André Wiegold: “Auf welchen Strecken wirst du starten?”

Calvin Storb: “Meine Hausstrecke ist der Kurs in Posterholt. Es wird aber wohl noch, wenn es die Situation zulässt, vier Renntage in Lelystad geben, wo wir als Gastklasse an den Start gehen werden. Sonst gibt es für diese Meisterschaft leider nicht viel Angebot. Die Klasse ist schon auf der alten Strecke in Venray verschwunden und auch in Ter Apel fahren wir nicht. Ich werde natürlich versuchen, alle Rennen in Posterholt und Lelystad mitzunehmen.” 

André Wiegold: “Was sind deine Ziele in der Saison 2021?” 

Calvin Storb: “Erst einmal möchte ich so viel Erfahrung sammeln wie möglich und eine gute Basis für das Auto schaffen. Es muss gut fahrbar sein sowie konkurrenzfähig werden und daran werden wir arbeiten. Natürlich möchte ich so viele persönliche Erfolge feiern wie nur möglich. Wir werden sicher rund zehn Fahrer am Start haben, da ziele ich schon auf die Top 5 ab. Ich glaube in den ersten Rennen zwar noch nicht daran, aber wenn es möglich ist, werde ich alles geben.” 

Credits: André Wiegold / Leadlap.de

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gibt es aktuell keine offiziellen Rennen im Autospeedway in den Niederlanden. Sobald wieder Zuschauer zugelassen sind und die Meisterschaften starten, ist Calvin Storb, der auf seiner Reise von seiner Familie bedingungslos unterstützt wird, bereit, die Ovale in Posterholt und Lelystad unsicher zu machen. Wie sein Vater und sein Bruder wird er die Startnummer 226 auf dem Auto tragen.

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