Jagd auf die Triple-Crown: Arrow McLaren angelt sich Dixon und Rosenqvist

Jagd auf die Triple-Crown: Arrow McLaren angelt sich Dixon und Rosenqvist
Foto: Penske Entertainment: Joe Skibinski

Arrow McLaren zündet für die IndyCar-Saison 2027 die nächste Stufe und formiert ein echtes Superteam – Mit Scott Dixon und Felix Rosenqvist wechseln gleich zwei absolute Hochkaräter zum Traditionsrennstall

Arrow McLaren hat für die IndyCar-Saison 2027 ein spektakuläres neues Fahreraufgebot präsentiert und damit den Transfermarkt komplett auf den Kopf gestellt. Wie das Team am Montagabend offiziell bestätigte, wechseln der sechsmalige Champion Scott Dixon und der aktuelle Indianapolis-500-Sieger Felix Rosenqvist zu der Mannschaft um US-Star Pato O’Ward.

Das Duo unterschrieb langfristige Verträge, während für das prestigeträchtige 111. Indianapolis 500 im Mai 2027 zusätzlich der ehemalige Sieger Ryan Hunter-Reay in einem vierten Auto reaktiviert wird. Die bisherigen Stammfahrer Christian Lundgaard und Nolan Siegel verlieren folglich ihre Cockpits für die nächste Saison.

Mit dieser aggressiven Expansionsstrategie untermauert McLaren-CEO Zak Brown das große Ziel, die legendäre Triple-Crown des Motorsports endlich in der Neuzeit zu gewinnen – Monaco (Formel 1), Le Mans (WEC) und Indy 500 (IndyCar). Dafür wirft das Team für 2027 tonnenweise Erfahrung in die Waagschale, was das Ende für die aktuelle Generation im Team bedeutet.

Teamchef Tony Kanaan machte deutlich, dass man bei solchen Kalibern auf dem Markt nicht zögern darf. „Es ist nie eine leichte Entscheidung, aber wenn man die Möglichkeit hat, Fahrer dieses Formats in sein Team zu holen, nimmt man das verdammt ernst“, erklärte der Brasilianer. „Scotts Meilensteine sprechen für sich selbst, Felix ist der diesjährige 500-Sieger, der konstant schnell und konkurrenzfähig ist, und Ryan hat ohne Zweifel die Erfahrung und die Fähigkeit, das Indy 500 erneut zu gewinnen. Wenn man dieses Talent mit Pato kombiniert, der ohnehin an der Tür zu seinem eigenen 500-Sieg anklopft, sind wir genau die Bedrohung in der Meisterschaft und beim Indy 500, die wir über die Jahre aufbauen wollten.“

Kanaan betonte zudem, dass der Fokus für den Rest der aktuellen Saison voll auf dem Titelkampf von Lundgaard und O’Ward sowie den Top-10-Ergebnissen von Siegel liegt.

Foto: Penske Entertainment: Chris Owens

Auch Brown sparte nicht mit Vorschusslorbeeren für die neue Generation in seinen Garagen. „Unser IndyCar-Team hat ein fantastisches Momentum gezeigt, und dieses Aufgebot aus Pato, Scott, Felix und Ryan wird jeden Aspekt unseres Programms stärken“, so der McLaren-Boss. „Wir haben unsere Augen fest auf die Meisterschaft gerichtet, ebenso wie auf den Sieg beim Indianapolis 500, um die Triple-Crown in der Papaya-Ära abzusichern. Diese vier Piloten bringen einen unschätzbaren Wert an Erfahrung und großartiger Chemie mit, was zweifellos einen positiven Einfluss auf unser gesamtes Team haben wird.“

Für den 45-jährigen Dixon bedeutet der Wechsel den wohl größten Einschnitt seiner Karriere, nachdem er fast ein Vierteljahrhundert für die direkte Konkurrenz fuhr. Mit 59 Siegen und Titeln in Hülle und Fülle gilt der Neuseeländer als lebende Legende der IndyCar-Geschichte.

„Der Wechsel zu Arrow McLaren im Jahr 2027 ist ein aufregender nächster Schritt in meiner Karriere“, sagte Dixon zu seiner Motivation. „Es war eine große Entscheidung für mich und meine Familie, und ich freue mich darauf, zu dem beizutragen, was das Team, Zak und Tony dort gerade aufbauen. Als Neuseeländer wird es etwas ganz Besonderes sein, Teil von Bruce McLarens Vermächtnis zu werden; sein Geist und sein Kampfgeist sind immer noch tief in diesem Team verwurzelt, und ich freue mich darauf, das weiterzutragen.“

Rosenqvist kehrt unterdessen an eine altbekannte Wirkungsstätte zurück, nachdem er bereits von 2021 bis 2023 für McLaren im Oval und auf den Rundkursen unterwegs war. Er reist mit dem Rückenwind des historischen, hauchdünnen Sieges beim diesjährigen Indy 500 an.

„Ich freue mich riesig, nächste Saison zu Arrow McLaren zurückzukehren und natürlich wieder mit Pato, aber auch mit Tony, Zak und der Crew und den Ingenieuren zusammenzuarbeiten, mit denen ich schon früher zu tun hatte“, gab der Schwede zu Protokoll. „Es gibt viele vertraute Gesichter und wir haben ein unglaubliches Line-up mit Scott als Neuzugang und Ryan, der für das 500 zurückkehrt. Ich denke, unsere kollektive Erfahrung wird ein riesiger Vorteil sein.“

Das vierte Puzzleteil für den Mai-Höhepunkt bildet Ryan Hunter-Reay, der erst vor wenigen Wochen als Sportdirektor der Mannschaft vorgestellt wurde und nun temporär wieder den Helm überstreift. „Ich habe noch eine offene Rechnung mit dem 500, und das Team hat sie auch“, begründete der US-Amerikaner sein Cockpit-Comeback.

„Unser Fokus liegt voll auf Indy; wir lernen aus der Vergangenheit und unser wichtigstes Ziel ist es, das Indy 500 zu gewinnen. Wir haben reichlich Zeit, um uns vollkommen vorzubereiten und auf einen großen Monat Mai im Jahr 2027 hinzuarbeiten, an der Seite von Pato, Scott und Felix. Wir vier kennen definitiv unseren Weg rund um den Speedway.“ In der Zwischenzeit will Hunter-Reay seine Chefrolle voll ausnutzen, um die Entwicklungspläne für das Auto voranzutreiben.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.