Erster Doppelsieg perfekt: O’Ward bezwingt Lundgaard beim IndyCar-Krimi in Mid-Ohio

Erster Doppelsieg perfekt: O’Ward bezwingt Lundgaard beim IndyCar-Krimi in Mid-Ohio
Foto: Penske Entertainment: Matt Fraver

Pato O’Ward hat seine fast einjährige Durststrecke in der IndyCar-Serie mit einem spektakulären Manöver gegen den Polesitter beendet – Beim Honda Indy 200 führte der Mexikaner Arrow McLaren zu einem historischen ersten Doppelsieg

Der Mexikaner Pato O’Ward hat am vergangenen Sonntag das Rennen auf dem Mid-Ohio Sports Car Course gewonnen und damit die fast einjährige Durststrecke von Arrow McLaren beendet. Im elften Lauf der laufenden IndyCar-Saison verwies er seinen dänischen Teamkollegen Christian Lundgaard in einem völlig gelbphasenfreien Rennen auf den zweiten Platz.

O’Ward nutzte in Runde 42 einen kleinen Fehler des Polesitters eiskalt aus, um die Führung zu übernehmen, die er bis zur Zielflagge nach 90 Runden nicht mehr abgab, und sicherte dem Rennstall damit den ersten Doppelsieg der Teamgeschichte.

Für O’Ward war der Triumph im US-Bundesstaat Ohio eine spürbare Erlösung, nachdem sein bis dato letzter Erfolg 15 Rennen zurücklag. Während Lundgaard in dieser Saison bereits zwei Siege feierte, stand der Mexikaner bis zu diesem Wochenende noch nicht einmal auf dem Podium. Das teaminterne Duell auf der Strecke hatte zudem eine pikante Note, da sich die Wege der beiden Fahrer am Saisonende wohl trennen werden.

„Es war ein Jahr, es war definitiv ein hartes Jahr“, zeigte sich O’Ward nach dem Rennen erleichtert über den Befreiungsschlag. „Ich denke, der heutige Tag ist einfach ein perfektes Beispiel für die Ausführung. Ich habe auf den perfekten Moment gewartet, um zuzuschlagen, und von da an haben wir es einfach kontrolliert.“

Foto: Penske Entertainment: Matt Fraver

Die entscheidende Szene spielte sich ausgangs der zweiten Kurve ab, als Lundgaard etwas zu weit nach außen rutschte. O’Ward fackelte nicht lange, saugte sich auf der langen Geraden heran und setzte sich vor Kurve 4 außen neben den Teamkollegen. Nach mindestens zwei Berührungen der Fahrzeuge behielt O’Ward in der folgenden Linkskurve die Oberhand und bog als Führender in das berüchtigte Streckenabteil „Thunder Valley“ ein.

Im weiteren Rennverlauf bewies der spätere Sieger auch taktisches Geschick, als er den Rookie Dennis Hauger überrundete und sich so vor den finalen Boxenstopps Luft verschaffte. Während Lundgaard und die weiteren Verfolger früher zum Reifenwechsel abbogen, blieb O’Ward zwei Runden länger auf der Strecke, um seinen Vorsprung entscheidend auszubauen. Am Ende kreuzte er mit einem Vorsprung von knapp unter einer Sekunde die Ziellinie und feierte den zehnten Sieg seiner IndyCar-Karriere.

Hinter dem McLaren-Duo sicherte sich Kyle Kirkwood von Andretti Global den dritten Platz auf dem Podium. Dahinter folgten Rinus VeeKay als Vierter und der Tabellenführer Alex Palou, dessen Vorsprung in der Gesamtwertung nach diesem Wochenende weiter zusammengeschmolzen ist. Bei noch sieben ausstehenden Saisonrennen trennen die ersten vier Piloten der Meisterschaft vor dem nächsten Lauf im Nashville Superspeedway 66 Punkte.

IndyNXT: Fittipaldi dominiert

Enzo Fittipaldi erlebte ein perfektes und historisches Rennwochenende in Mid-Ohio, bei dem er an beiden Tagen von der Pole-Position aus startete und jede einzelne Runde anführte. Am Samstag feierte er nicht nur seinen dritten Karrieresieg in der IndyNXT, sondern führte sein Team HMD Motorsports auch zu einem historischen Vierfacherfolg. Am Sonntag machte der Enkel der Motorsport-Legende Emerson Fittipaldi mit einem dominanten Start-Ziel-Sieg den perfekten Doppelsieg perfekt – mit einem Vorsprung von über zwölf Sekunden auf seinen Teamkollegen Jack Beeton.

Durch diese absolute Demonstration – inklusive Bestzeiten im Training, Streckenrekord im Qualifying und den schnellsten Rennrunden – übernahm Fittipaldi auch wieder die Führung in der Meisterschaft. Er reiste mit 27 Punkten Rückstand an und verlässt Mid-Ohio nun mit einem Vorsprung von 17 Punkten auf Tymek Kucharczyk, während der bisherige Spitzenreiter Nikita Johnson auf Rang drei zurückfiel. Das nächste Rennwochenende der Serie findet am 19. Juli auf dem Nashville Superspeedway statt.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.