Stadtkurs-Pläne in Barranquilla: Fährt die IndyCar bald in Kolumbien?

Stadtkurs-Pläne in Barranquilla: Fährt die IndyCar bald in Kolumbien?
Foto: Penske Entertainment: Travis Hinkle

Eine kolumbianische Delegation reiste für erste IndyCar-Verhandlungen nach Indianapolis – Serienchef Mark Miles bestätigte die Gespräche für ein Rennen in Barranquilla, dämpfte aber die Hoffnungen der Kolumbianer ein

Ein IndyCar-Rennen in der Karibik – diese Vorstellung könnte in mittelfristiger Zukunft Realität werden. Eine Delegation der kolumbianischen Hafenstadt Barranquilla besuchte während des Indy 500 den Indianapolis Motor Speedway, um mit IndyCar-Geschäftsführer Mark Miles über einen potenziellen Lauf in Südamerika zu sprechen.

„Sie sind auf uns zugekommen“, erklärte Miles gegenüber RACER. „Sie haben eine Delegation zum Indy-500-Wochenende entsandt. Zunächst hatten wir ein Schreiben von ihnen erhalten, und beim persönlichen Treffen haben wir mehr über die Stadt und ihr Interesse erfahren. Wir befinden uns also noch in der allerfrühesten Planungsphase, in der wir uns erst einmal ein Bild der Lage machen.“

Die Initiative geht vom Bürgermeister Barranquillas, Alejandro Char, aus. Er ist hochmotiviert, den Motorsport in die Hauptstadt des Departamento del Atlantico (vergleichbar mit einem deutschen Bundesland) zu bringen.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg und haben eng mit den Organisatoren zusammengearbeitet“, so Char. „Es müssen zwar noch einige Details geprüft werden, aber wir sind sehr zuversichtlich und bereits weit fortgeschritten. Es handelt sich um einen Stadtkurs, bei dem der Malecon als zentrale Gerade dienen würde. An den Feinheiten arbeiten wir derzeit und werden sie in den kommenden Wochen weiter konkretisieren.“

Der Malecon ist ein weitläufiger, öffentlicher Mehrzweckbereich in Barranquilla, der sich am westlichen Ufer des Rio Magdalena erstreckt. Während Char bereits geradezu euphorisch von ersten Streckenlayouts und einem anvisierten Debüt im Jahr 2027 spricht, dämpft Miles den Übereifer der Kolumbianer:

„Es gibt ganz klar noch keine favorisierte Strecke. Besser gesagt: Es gibt noch gar keine Strecke, sondern lediglich verschiedene Orte, an denen man einen Kurs aufbauen könnte. Ich habe drei unterschiedliche Entwürfe gesehen – genau für so etwas haben wir Experten wie [Streckendesigner] Tony Cotman. Herauszufinden, ob so ein Projekt überhaupt Sinn ergibt, ist oft ein langwieriger Prozess. Die Delegation hatte sich voll auf 2027 eingeschossen, aber wir haben ihnen deutlich gemacht, dass das unrealistisch ist.“

Grund für diese Zurückhaltung ist unter anderem der enorme logistische und infrastrukturelle Aufwand. Auch wenn die Stadt plant, aktiv in den Motorsport zu investieren, um den Tourismus anzukurbeln, wird es noch seine Zeit dauern, bis ein solches Großprojekt final umgesetzt werden kann.

Auch die kolumbianische Rennlegende Juan Pablo Montoya könnte in die Planung und Gestaltung der Veranstaltung einbezogen werden. Er arbeitet bereits mit der Stadt zusammen, hat in der Vergangenheit ein Motorsportevent in Barranquilla organisiert und verfolgt das klare Ziel, ein absolutes Top-Event in sein Heimatland zu holen.

Das bislang letzte IndyCar-Rennen außerhalb Nordamerikas fand 2013 im brasilianischen São Paulo statt. Die südamerikanischen Läufe wurden dort zwischen 2010 und 2013 ausgetragen – drei der vier Rennen gewann der zweimalige IndyCar-Meister Will Power.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.