Zwischen Pech und Titeljagd: Warum Dominique Schaak trotz „Schulnote 3“ voll auf Angriff schaltet

Zwischen Pech und Titeljagd: Warum Dominique Schaak trotz „Schulnote 3“ voll auf Angriff schaltet
Foto: NASCAR Euro Series / Bart Dehaese

Dominique Schaak zieht zur Halbzeit der EuroNASCAR-Saison 2026 eine gemischte Bilanz, blickt aber optimistisch nach vorne – Der Magdeburger hat nicht nur den Titel in der Master Trophy im Visier, sondern träumt auch von ersten Renneinsätzen in den USA

Dominique Schaak bläst zur großen Attacke in der zweiten Halbzeit der NASCAR Euro Series 2026. Der 35-jährige Magdeburger hat nach einer turbulenten ersten Saisonhälfte mit seinem Chevrolet Camaro mit der Startnummer 99 von BS+BREMOTION den Titel in der renommierten Master Trophy der OPEN-Division fest im Visier.

Trotz einiger technischer Rückschläge liegt der Deutsche zur Saisonmitte auf dem zehnten Gesamtrang und lauert mit nur 20 Punkten Rückstand auf den Führenden Maxim van Laere in Schlagdistanz. Auf dem Papier steht der Routinier gut da, doch Schaak blickt mit einer gehörigen Portion Selbstkritik auf die ersten Rennen zurück.

„Eigentlich nicht so zufrieden“, gesteht er offen und beschreibt die Situation als klassisches Dilemma. Auf der einen Seite passe die Leistung, auf der anderen Seite hätten die Ergebnisse schlicht besser sein müssen.

Der reine Speed war dabei nie das Problem des BS+BREMOTION-Piloten, vielmehr durchkreuzte fehlendes Rennglück die nackten Zahlen auf dem Zeitenschirm. „Besonders in Valencia konnte man sehen, dass ich zweimal klar in den Top-10 war und eine gute Pace hatte“, erinnert sich Schaak wehmütig. Ohne einen bitteren Achsschenkelbruch im ersten Lauf wäre der erste Saisonsieg in der Master Trophy und ein weiteres Podium im zweiten Rennen absolut drin gewesen.

Gefragt nach einer Zwischenbilanz greift der Magdeburger knallhart zum klassischen Schulnotensystem und verteilt eine Drei. Er sehe zwar das Potenzial und die Geschwindigkeit, habe es aber schlicht noch nicht konstant ins Ziel gebracht. Oftmals spielten unglückliche Faktoren eine Rolle, die das Team nicht selbst in der Hand hatte.

Foto: NASCAR Euro Series / Bart Dehaese

Dabei darf nicht vergessen werden, dass BS+BREMOTION gegen finanziell extrem stark aufgestellte Top-Teams der Serie kämpft. Schaak betont, dass der Rennstall mit limitierten Ressourcen haushalten muss und bei den Testfahrten im Hintertreffen war. „Was wir aus den Möglichkeiten machen, die wir haben, ist das Beste, was wir tun können“, stellt er klar.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für den spürbaren Aufwärtstrend ist die exzellente Chemie zwischen Schaak und seinem US-amerikanischen Teamkollegen Garrett Lowe. Die beiden teilen sich das Feedback perfekt auf und harmonieren in ihrer zweiten gemeinsamen Saison noch besser als im Vorjahr. „Garrett und ich verstehen uns wirklich blendend, wir geben nach dem Aussteigen immer dasselbe Feedback zum Setup ab“, lobt Schaak die Zusammenarbeit.

Der US-Amerikaner hat sich laut Schaak auch menschlich im Team voll etabliert und sei aus seiner Haut herausgekommen. Es mache einfach riesigen Spaß, die Zeit an der Rennstrecke miteinander zu verbringen, was sich positiv auf das gesamte Teamgefüge überträgt. Diese Harmonie soll nun die Basis für eine erfolgreiche Aufholjagd in den anstehenden Playoff-Rennen bilden, in denen doppelte Punkte vergeben werden.

„Meine Ziele in diesem Jahr sind ganz klar der Gewinn der Master Trophy und ein Platz in den Top 10 der Gesamtwertung“, gibt Schaak die Marschroute vor. Dafür seien im Team nur minimale Anpassungen in der Kommunikation nötig, da die Truppe rund um Neuzugänge an wichtigen Positionen bereits hervorragend funktioniere.

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Doch der Blick des Magdeburgers wandert hinter den Kulissen bereits über den großen Teich, direkt in das Mutterland des Stock-Car-Sports. „Ich habe wirklich den Wunsch, den Sprung zu wagen und ein paar Rennen in Amerika anzupeilen“, verrät Schaak über interne Zukunftspläne. Teamchef Patrick Brenndörfer teile diese Vision voll und ganz, weshalb man bereits intensiv an einer Umsetzung von Gaststarts in den USA arbeite.

Die Faszination für das pure, ehrliche Racing in Europa hat Schaak nach mittlerweile drei Jahren dennoch kein bisschen verloren. Er liebt das familiäre Umfeld, die Fannähe und die Tatsache, dass die Fahrer hier noch echte Typen mit Charakter sein dürfen. Auch für das kommende Jahr stehen die Zeichen trotz laufender Verhandlungen bereits ganz klar auf eine Fortsetzung des EuroNASCAR-Engagements.

Ein großes Lob widmet Schaak abschließend seinem Teamchef, zu dem längst eine echte Freundschaft entstanden ist. Brenndörfer sei ein absoluter Allrounder, der sich perfekt in die Fahrer hineinversetzen und Menschen zusammenbringen kann. Mit diesem starken Rückhalt im Rücken schickt Schaak eine Kampfansage an die Konkurrenz: „Der Trend zeigt nach oben und ich denke, dass wir in der zweiten Saisonhälfte unsere stärkste Phase haben und ganz vorne mitmischen werden.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.