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Leadlap.de geht Fremd: Die WRC-Rallye Deutschland 2019

André Wiegold

Am vergangenen Sonntag war das Leadlap.de-Team im Dhrontal bei den entscheidenden Wertungsprüfungen der WRC-Rallye Deutschland

Liebe Leserinnen und Leser,

für uns war es am vergangenen Sonntag der erste Besuch einer WRC-Rallye überhaupt. Am finalen Tag der viertägigen Veranstaltung lockte es uns ins Dhrontal, wo gleich zwei Wertungsprüfungen (WPs) ausgetragen wurden – darunter auch die entscheidende Powerstage.

Aus der Pfalz, wo wir unser Lager aufgeschlagen hatten, ging es Richtung Mosel, wo die Weinberge die idyllische Szenerie der WP bildeten. Kurz vor dem Erreichen der Route leitete uns das Parkleitsystem auf den richtigen Parkplatz. Trotz der hohen Besucherzahlen gab es keine Staus und auch auf den Parkplätzen war genügend Platz vorhanden – der erste Pluspunkt.

Nach einem kurzen Marsch fanden wir uns auf dem Gipfel des Weinbergs wieder, weshalb wir ins tiefe Tal blicken konnten, wo die WRC-Piloten nacheinander den Berg hinauf rasen sollten. Doch bevor wir überhaupt ein Rallye-Auto gesehen haben, beeindruckten schon die Vorbereitungen auf die WP.

Eine beeindruckende Route

Foto: Sarah Kaliebe

Mit mehreren Sicherheitsfahrzeugen und Helikoptern wurde die Strecke begutachtet. Zuschauer, die nicht in der richtigen Zone waren, wurden gebeten, sich umzusetzen. Erst als alles bereit war, fiel der Startschuss. Unten im Tal bretterten die WRC-Fahrer, darunter der sechsmalige WRC-Champion Sebastien Ogier, über die Bundesstraße.

Anschließend mussten sie sich den engen und teilweise verschmutzten Straßen in den Weinbergen hinauf ins Ziel kämpfen. Fehler wurden gnadenlos mit viel Zeitverlust bestraft. Die Drifts, das Tempo und die Fahrzeugkontrolle waren atemberaubend – auch der Sound der WRC-Boliden wusste zu überzeugen. Dabei standen wir nur wenige Meter von der Strecke entfernt in einer Zuschauerzone.

Viele Zuschauer vor Ort

Nachdem der WRC-Tross zur nächsten WP gezogen war, gab es im Dhrontal eine kurze Pause, genau die richtige Zeit, um sich zu stärken. Der Eintritt hatte 20 Euro gekostet, das Parken zwei Euro. Die Getränke- und Imbisspreise hielten sich absolut in Grenzen. Wir bewerten sie sogar unterdurchschnittlich für Großveranstaltungen. Immerhin pilgerten laut dem Streckensprecher über 15.000 Rallye-Fans ins Dhrontal.

Nachdem die WP in Grafschaft vorbei war, startete die Powerstage im Dhrontal. Zur Erklärung: Während es in der Rallye-Gesamtwertung um die beste Zeit der gesamten Rallye geht, können in der Powerstage mit den fünf besten WP-Zeiten Bonuspunkte geholt werden. Rallye-Gesamtsieger Ott Tänak setzte auf Sicherheit, um seinen Sieg nicht zu gefährden und verzichtete auf Bonuspunkte. Thierry Neuville gewann hingegen die Powerstage.

Der Powerstage-Sieg des Hyundai-Fahrers wurde von den zahlreichen belgischen Fans mit lautem Applaus, Rauchfahnen in belgischen Farben und lauten Jubelrufen begleitet. Die über 15.000 Zuschauer sorgten im Dhrontal für eine unvergessliche Atmosphäre, die jeder Motorsportfan einmal erlebt haben sollte. Dennoch wirkte die Großveranstaltung wie ein schönes, familiäres Dorffest.

Für uns war es sicher nicht der letzte Besuch einer WRC-Rallye. Wenn es zeitlich passt, würden wir uns gerne in den kommenden Jahren das Treiben an der Panzerplatte am Truppenstützpunkt Baumholder anschauen. Uns hat die WRC, die vor Ort ein ordentliches Preis-Leistungsverhältnis bietet, sehr viel Spaß gemacht.

Lieben Gruß

Sarah Kaliebe und André Wiegold

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