Nach Keselowski-Abschied: Ryan Preece wechselt bei RFK Racing auf die Startnummer 6

Nach Keselowski-Abschied: Ryan Preece wechselt bei RFK Racing auf die Startnummer 6
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Großer Umbruch bei RFK Racing für die NASCAR-Cup-Saison 2027: Ryan Preece wechselt intern auf die geschichtsträchtige Startnummer 6 und folgt damit auf Brad Keselowski – Für den Daytona-Sieger schließt sich damit auch persönlich ein emotionaler Kreis

Ryan Preece wird ab der NASCAR-Cup-Saison 2027 die traditionsreiche Startnummer 6 bei RFK Racing pilotieren. Der US-Amerikaner rückt damit intern auf das legendäre Cockpit nach, da Miteigentümer Brad Keselowski die Organisation nach fünf gemeinsamen Jahren verlässt. Durch den drohenden Verlust des geleasten Charters der bisherigen Startnummer 60 stellt dieser Schritt die Zukunft von Preece im Team nahtlos sicher.

An der eingespielten Chemie am Kommandostand ändert sich trotz des neuen Anstrichs nichts. Preece nimmt seine gesamte bestehende Mannschaft inklusive Crew-Chief Derrick Finley mit zum neuen Einsatzfahrzeug. Für die Truppe ändert sich im Arbeitsalltag im Grunde nur die Ziffer, die auf den Türen des Ford Mustang prangt.

Der bisherige Werdegang von Preece bei RFK Racing untermauert diesen Vertrauensbeweis. Nach seinem Einstieg zur Saison 2025 triumphierte er zunächst beim Clash auf dem Short-Track von Bowman Gray und sicherte sich anschließend im dramatischen Daytona-Krimi seinen ersten zählenden Cup-Sieg überhaupt. Damit katapultierte er sich nicht nur in den Chase, sondern avancierte auch zum ersten Sieger auf der Startnummer 60 seit Champion Bill Rexford im Jahr 1950.

Preece selbst brennt auf die neue Aufgabe und macht aus seinem unbändigen Ehrgeiz keinen Hehl. „Ich hasse Verlieren mehr, als ich das Gewinnen liebe, und die Menschen, die mich seit Beginn begleiten, wissen das ganz genau“, stellt Preece in einem Video von RFK Racing klar.

„Ich hatte mit dieser Startnummer bereits viele großartige Momente und freue mich darauf, viele weitere hinzuzufügen. Mein Plan für dieses Vermächtnis ist simpel: genau das Gleiche zu tun wie mit der #60 – und das bedeutet Siegen. Ich mache keine halben Sachen, also werde ich auch hier keine halben Sachen machen.“

Die Startnummer 6 ist das historische Fundament von Jack Roush und blickt auf über 30 Siege in der höchsten NASCAR-Liga zurück. Geprägt wurde diese Ära vor allem von Mark Martin, der den Wagen zwischen 1988 und 2006 zu unzähligen Erfolgen peitschte. Später folgten Piloten wie David Ragan, Trevor Bayne, Ryan Newman und schließlich Keselowski, der das Steuer ab 2022 übernahm.

NASCAR-Legende Mark Martin selbst zeigt sich von der Verpflichtung des neuen Piloten begeistert. „Ich mag Ryan Preece einfach, weil er durch und durch ein echter Racer ist“, lobt Martin. „Er hat den harten Weg genommen und musste sich alles, was er erreicht hat, erkämpfen. Das ist etwas, wovor ich großen Respekt habe. Wenn er in einen Rennwagen steigt, gibt er absolut alles und gibt sich niemals damit zufrieden, bloß hinterherzufahren. Diese Startnummer bedeutet mir enorm viel, und Ryan passt perfekt dazu, dieses Erbe weiterzutragen.“

Für Preece besitzt die Ziffer zudem eine tief sitzende persönliche Bedeutung aus seiner Zeit auf den Short-Tracks. In der NASCAR Whelen Modified Tour feierte er mehr als ein Dutzend Siege mit der Startnummer 6 auf der Tür.

Verknüpft ist diese Zahl vor allem mit einer zentralen Schlüsselfigur seiner Laufbahn. „Ich fuhr diese Nummer damals für Ed Partridge, der für mich so viel mehr als nur ein Teambesitzer war“, blickt Preece zurück. „Er war einer meiner besten Freunde und jemand, der an mich geglaubt hat. Er finanzierte mir damals eine Chance, die mein ganzes Leben verändert hat. Wir wussten es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber wir holten 2021 in Richmond unseren letzten gemeinsamen Sieg in der Modified-Tour.“

Genau diese Erinnerungen treiben den Routinier nun für sein nächstes großes Cup-Kapitel an. „Wenn ich sage, dass sich die Startnummer 6 wie ein Zuhause anfühlt, dann liegt das daran, dass sie für mehr als nur Rennsport steht“, betont Preece sichtlich bewegt. „Sie steht für die Menschen, die an mich geglaubt haben, für die gewachsenen Beziehungen und die Erinnerungen, die mich hierher gebracht haben. Die Chance zu bekommen, diese Nummer in den nächsten Abschnitt meiner Karriere mitzunehmen, bedeutet mir mehr, als ich in Worte fassen kann.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite | + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.