Klartext nach Barcelona-Deal: O’Ward wettert gegen mexikanische Promoter
Die IndyCar-Serie expandiert nach Barcelona, doch ein geplantes Rennen in Mexiko lässt weiter auf sich warten – Arrow-McLaren-Pilot Pato O’Ward nimmt nun die lokalen Promoter ins Visier und fordert echten Enthusiasmus statt reiner Profitgier
Die IndyCar-Serie expandiert nach Europa und schlägt ihre Zelte ab der Saison 2027 in Barcelona auf – doch ausgerechnet Lokalmatador Pato O’Ward nutzt diesen Meilenstein für deutliche Kritik an den stockenden Verhandlungen in seinem Heimatland Mexiko. Während die katalanische Metropole mit Unterstützung lokaler Promoter Nägel mit Köpfen machte, droht ein lange ersehntes Gastspiel auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez in weite Ferne zu rücken. Der mexikanische Star-Pilot von Arrow McLaren fordert von den Entscheidungsträgern vor Ort endlich mehr Herzblut und moniert, dass finanzielle Hürden und fehlender Wille das Projekt derzeit blockieren.
Für O’Ward offenbart das Tempo, mit dem die Spanier den Vertrag unter Dach und Fach brachten, ein eklatantes Missverhältnis zu den zähen Gesprächen in Lateinamerika. Wenn eine Stadt und die Streckenbetreiber an einem Strang ziehen, könne eine Einigung blitzschnell erzielt werden, betont der McLaren-Pilot gegenüber ESPN.

„Wie wir jetzt am Beispiel Barcelona sehen, merken wir dort sofort, wie schnell ein Deal zustande kommen kann, wenn jeder – wenn die Stadt oder die Rennstrecke – die Serie wirklich haben will“, analysiert O’Ward die Situation.
Die Komplexität eines solchen Übersee-Events dürfe laut dem Rennfahrer aus Monterrey keinesfalls unterschätzt werden. Es reiche nicht aus, nur auf den schnellen Profit zu schielen, wenn die logistische Realität die Verantwortlichen überfordert.
„Das ist der einfache Teil. Das Problem entsteht erst, wenn sie dir etwas vorlegen, das in der Praxis kaum umsetzbar ist, damit es am Ende ein tragfähiges Geschäft für alle wird“, stellt O’Ward klar. „Da sagt man sich dann eben: ‚Nun, es geht nicht bloß darum, rüberzufliegen. Es geht darum, die Autos und das gesamte Team dorthin zu bringen – schlicht alles, was ein Großevent dieser Größenordnung erfordert.‘“
Dabei schlummert in Mexiko nach Ansicht des IndyCar-Stars ein gewaltiges Fanpotenzial, das an glorreiche Zeiten der US-Formelrennserie anknüpfen könnte. Die Begeisterung im Land sei enorm und halte locker jedem internationalen Vergleich stand.
„IndyCar in Mexiko wäre ein ähnliches Phänomen wie die Formel 1“, zieht O’Ward den direkten Vergleich zur Königsklasse. „Man muss sich nur vor Augen führen, wie CART damals mit Adrian Fernandez war, als wir im Parque Fundidora und in Mexiko-Stadt gefahren sind. Das Event hat absolut jedes Potenzial, genau das wieder zu erreichen.“
Damit dieser Traum Wirklichkeit werden kann, nimmt O’Ward vor allem die Mentalität der Verhandlungspartner ins Visier. Ohne echte Begeisterung für den Sport und die Rennserie werde das Vorhaben im Sande verlaufen.
„Wir brauchen alle Beteiligten mit voller Leidenschaft dabei, um die Serie hierher zu holen, anstatt dass jeder nur auf seinen Gehaltsscheck schielt“, fordert der Mexikaner unmissverständlich. „Das Wichtigste ist daher, eine Gruppe von Leuten zusammenzustellen, die sich alle aufrichtig engagieren und diesen Erfolg wirklich wollen.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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