Wettrüsten vor der IR-28-Ära: Ed Carpenter Racing holt Hightech-Simulator ins Haus

Wettrüsten vor der IR-28-Ära: Ed Carpenter Racing holt Hightech-Simulator ins Haus
Foto: Penske Entertainment: Matt Fraver

Mit dem Kauf eines hochmodernen Simulators stellt Ed Carpenter Racing die Weichen für die Zukunft – Das System soll ab Anfang 2027 in Indianapolis laufen und vor allem die Vorbereitung auf die nächste Fahrzeuggeneration beschleunigen

Ed Carpenter Racing rüstet für den nächsten großen Technologiesprung der IndyCar-Serie auf: Das Team aus Indianapolis hat sich die Dienste des britischen Simulator-Spezialisten Dynisma gesichert und wird Anfang 2027 als erster Rennstall der US-Formelserie eine hauseigene Driver-in-the-Loop-Anlage in Betrieb nehmen. Die Investition dient als zentraler Baustein, um Fahrzeug-Setups, Reifenmodelle und Rennabläufe abseits der Strecke zu verfeinern – allen voran mit Blick auf das völlig neue Dallara-Chassis IR-28, das 2028 debütiert.

Hinter den Kulissen trieb Teambesitzer Ed Carpenter das Projekt seit über einem Jahr voran, um die technische Unabhängigkeit seiner Mannschaft zu stärken. Die Briten überzeugten die Führungsriege bei Tests vor Ort auf ganzer Linie.

„Wir haben uns seit mehr als einem Jahr damit beschäftigt, einen Driver-in-the-Loop-Simulator direkt ins Haus zu holen“, erklärt Carpenter. „Simulation ist ein Bereich, dem wir uns seit den Anfängen unseres Teams verschrieben haben. Nach unseren Besuchen bei Dynisma waren sie die logische Wahl, um dieses Projekt vor der Einführung des IR-28 auf den Weg zu bringen.“

Für das Team geht es darum, den Anschluss an die etablierte Spitze nicht nur zu halten, sondern den nächsten Schritt im Titelkampf zu erzwingen. „Dynisma kann eine erstklassige Erfolgsbilanz vorweisen, und wir freuen uns sehr darüber, ihr erster Partner in der IndyCar-Serie zu sein“, betont Carpenter weiter.

„Unsere Fahrer waren von den Fähigkeiten dieses Produkts extrem beeindruckt und freuen sich darauf, dieses Werkzeug künftig intensiv nutzen zu können. ECR befindet sich auf einem klaren Aufwärtstrend in Richtung Meisterschaftsaspirationen, und das ist genau der richtige Schritt in diesem Prozess.“

Sportlich gewinnt der Simulator vor allem durch die anstehende Zäsur an Gewicht. Ab 2028 greift in der IndyCar-Serie das neue IR-28-Paket mit leichterem Chassis, überarbeiteter Aerodynamik und modernisierten Antriebssträngen. Alexander Rossi sammelte bei den ersten Validierungsfahrten auf dem Indianapolis Motor Speedway im Auftrag von ECR und Chevrolet bereits direkte Eindrücke auf dem Straßenkurs sowie dem Oval.

„Auf diesem Niveau des Rennsports machen die kleinsten Details den Unterschied“, analysiert Rossi den Stellenwert der Neuanschaffung. „Je näher ein Simulator an das heranreicht, was man tatsächlich im Auto spürt, desto wertvoller wird dieses Werkzeug. Was das Dynisma-System so aufregend macht, ist das enorme Maß an Ansprechverhalten und Rückmeldung. Genau das ist entscheidend, wenn man die Balance des Autos verstehen und analysieren will, wie es auf Setup-Änderungen reagiert.“

Der Routinier sieht in der Technologie das fehlende Puzzleteil vor dem Generationswechsel. „Mit der Einführung des IR-28 im Jahr 2028 wird das umso wichtiger“, so Rossi. „Da ich bereits in die Entwicklung eingebunden war, weiß ich, wie gravierend die Unterschiede sein werden. Ein solches Werkzeug im eigenen Werk zu haben, gibt uns die Chance, das neue Auto viel besser zu verstehen und die Lernkurve massiv zu beschleunigen, noch bevor wir überhaupt an die Rennstrecke reisen.“

Matt Barnes, Vizepräsident für den Rennbetrieb bei ECR, sieht die Anschaffung als Quantensprung für die interne Arbeitsweise. „Das ist ein gewaltiger Schritt nach vorne für die technischen Möglichkeiten unserer gesamten Organisation“, sagt Barnes. „Der wahre Wert eines solchen Simulators liegt darin, den Entwicklungsprozess zu beschleunigen, die Korrelation zwischen unseren Rechenmodellen und dem realen Rennwagen zu verbessern und fundiertere Ingenieursentscheidungen zu treffen, bevor wir überhaupt an die Strecke kommen. Die Technologie von Dynisma liefert uns eine unglaublich starke Plattform, um diese Ziele zu erreichen.“

Für das britische Unternehmen markiert der Schritt nach Speedway, Indiana, das ersehnte Eintrittsticket in das anspruchsvolle US-Terrain. Die Mischung aus Highspeed-Ovalen, Short-Tracks, unebenen Stadtkursen und permanenten Rennstrecken gilt fahrwerkstechnisch als eine der härtesten Prüfungen überhaupt.

„Die IndyCar-Serie ist eine der technisch anspruchsvollsten und umkämpftesten Motorsportmeisterschaften der Welt“, ordnet Dynisma-Geschäftsführer Graeme Cook den Deal ein. „ECR investiert mit klaren Ambitionen in seine technische Infrastruktur. Es ist ein faszinierender Zeitpunkt dafür, während sich die Meisterschaft auf die Ära mit dem IR-28 im Jahr 2028 vorbereitet. Eine solche Hochleistungssimulation eröffnet Teams ganz andere Möglichkeiten, sich abseits der Strecke vorzubereiten – vor allem dann, wenn die reale Testzeit stark begrenzt ist.“

Cook sieht in der Partnerschaft ein klares Statement beider Seiten: „Für uns ist das ein gewaltiger Meilenstein, unsere Technologie mit einem Rennstall in die Serie zu bringen, der ein so klares Bekenntnis zu echter Ingenieursleistung zeigt. Wir freuen uns darauf, ECR durch die Saison 2027 und direkt hinein in die nächste Generation dieser Meisterschaft zu begleiten.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite | + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.