NASCAR Canada: Ranger triumphiert im Overtime-Krimi, Camirand schreibt Titelgeschichte

NASCAR Canada: Ranger triumphiert im Overtime-Krimi, Camirand schreibt Titelgeschichte
Foto: Matthew Manor

Andrew Ranger hat sich im turbulenten WeatherTech 200 am Canadian Tire Motorsport Park in der Overtime den Rennsieg erkämpft – Dahinter schrieb Marc-Antoine Camirand mit einer fulminanten Aufholjagd Geschichte und tütete seinen dritten NASCAR-Canada-Titel in Serie ein

Andrew Ranger hat am Sonntag im Canadian Tire Motorsport Park das vorletzte Saisonrennen der NASCAR Canada Series gewonnen, während Marc-Antoine Camirand mit Rang zwei vorzeitig den Meistertitel 2026 klargemacht hat. Camirand reichte beim WeatherTech 200 ein 31. Platz, um als erster Fahrer in der Geschichte der kanadischen Meisterschaft den Titel-Hattrick mit drei Meisterschaften in Folge zu vollenden. Vor einer spektakulären Kulisse komplettierte Rückkehrer und Ex-Champion Cayden Lapcevich das Podest auf Rang drei.

Camirand musste für seinen historischen Erfolg allerdings hart schuften. Nach einer Kollision in der Anfangsphase mit Connor Bell, bei der Bell in die Streckenbegrenzung einschlug und Alex Guenette durchs Gras kreiseln musste, belegte die Rennleitung den Tabellenführer mit einer Stop-and-Go-Strafe. Trotz des Rückfalls an das Ende des Feldes blies Camirand zur Attacke und pflügte kontinuierlich durch das Tableau.

An der Spitze entwickelte sich derweil ein strategischer Schlagabtausch. Zunächst drückte sich Tyler Gonzalez am Polesetter Kyle Steckly vorbei, ehe Gonzalez mit technischem Defekt strandete und Steckly wieder erbte. Nach einer Serie von Boxenstopps übernahm Routinier D.J. Kennington das Kommando, bevor sich Ranger 20 Runden vor dem Zielstrich die Führung krallte und davonzog.

Als sich Ranger bereits mit einem Zehn-Sekunden-Vorsprung auf dem Weg zum sicheren Triumph wähnte, warf eine späte Gelbphase das Feld für einen Overtime-Restart wieder zusammen. Ranger behielt im Getümmel die Nerven, erwischte einen blitzsauberen Start und rettete den Sieg über die Ziellinie.

„Ich bin wirklich glücklich. Wir hatten im Qualifying nicht das Auto, das wir wollten, aber von Platz sechs zu starten, war trotzdem eine ziemlich komfortable Ausgangslage“, bilanzierte Ranger seinen Triumph. „Im Rennen ging es nur darum, die Reifen zu schonen, gute Restarts zu erwischen und so viel Sprit wie möglich zu sparen. Auf ein Green-White-Checkered-Finish habe ich definitiv nicht gehofft. Wir hatten rund zehn Sekunden Vorsprung und alles sah gut aus, doch dann kam Gelb. Ich war extrem nervös und wusste, dass es heiß werden würde. Aber der Restart saß, ich konnte eine kleine Lücke aufreißen und den Sieg nach Hause fahren. Es ist unser erster Saisonsieg, ein großartiger Abschluss.“

Direkt im Windschatten des Siegers feierte Camirand seinen Meilenstein. Seine fulminante Aufholjagd trug ihn bis auf Platz zwei nach vorne, womit er alle Zweifel am Titelgewinn erstickte.

„Es war ein ereignisreiches Rennen für uns. Wir hatten einen starken Start und konnten die Pace mitgehen“, schilderte der frischgebackene Dreifach-Champion die dramatische Startphase. „Früh im Rennen hatte ich Kontakt mit der Startnummer 3, nachdem ich selbst von hinten getroffen worden war. Leider flog er ab, aber das war absolut keine Absicht. Wir haben die Ärmel hochgekrempelt, fanden uns ganz hinten wieder und haben uns bis auf Platz zwei vorgekämpft. Wir haben die Meisterschaft gewonnen. Auch wenn wir das Finale in Delaware etwas entspannter angehen können, werden wir voll auf Sieg fahren. Delaware war bisher kein Pflaster für mich, aber wir wollen das umbiegen.“

Ein starkes Comeback feierte derweil Cayden Lapcevich, der sich in den Schlussrunden ebenfalls an Kennington vorbeipresste und den dritten Rang absicherte. Für den Champion von 2016 war der Podestplatz auf dem anspruchsvollen Rundkurs ein echtes Ausrufezeichen.

„Nachdem das Qualifying gestern nicht nach Plan lief, haben die Jungs von GSR, David Lewis und Velocity Race Cars richtig rangeklotzt. Wir haben über Nacht und am Sonntagmorgen massiv Speed gefunden, das Auto lag richtig gut“, freute sich Lapcevich. „Wenn wir für die Anpassungen nicht nach hinten gemusst hätten, wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Ich musste extrem hart pushen und habe das Material womöglich etwas überstrapaziert. Aber ich war nie der geborene Rundkursfahrer. Nach zehn oder elf Jahren Pause hierherzukommen und so abzuliefern, macht mich glücklich und dankbar.“

Die NASCAR Canada Series reist am 12. September zum Saisonfinale auf den Delaware Speedway, wo Camirand seinen Meisterschaftspokal offiziell entgegennehmen wird.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.