Blitzschneller Stopp bringt Creed den O’Reilly-Sieg in Darlington: Drama zwischen Day und Sawalich

Blitzschneller Stopp bringt Creed den O’Reilly-Sieg in Darlington: Drama zwischen Day und Sawalich
Foto: NASCAR Media / Meg Oliphant/Getty Images

Beim Eröffnungsrennen des O’Reilly-Chase 2026 sicherte sich Sheldon Creed seinen zweiten Karriereerfolg – Der Haas-Pilot gewann aufgrund eines blitzschnellen Boxenstopps seiner #00-Crew

Erst im Frühjahr dieses Jahres sicherte sich Sheldon Creed nach einer zähen Durststrecke von 138 Rennen seinen ersten Erfolg in der NASCAR O’Reilly Series. Auf seine zweite Fahrt in die Victory Lane musste der 29-jährige Haas-Pilot jedoch nicht so lange warten. In Darlington lieferte der Kalifornier ein blitzsauberes Auftaktrennen für den Chase ab.

Den entscheidenden Vorteil erarbeitete sich Creed durch einen extrem schnellen Boxenstopp seiner Crew 49 Runden vor Schluss. Am Ende überquerte er die Ziellinie mit über zwei Sekunden Vorsprung auf Hendrick-Nachwuchspilot Corey Day.

„Ich wollte diesen O’Reilly-Sieg hier unbedingt. Dass es endlich geklappt hat, ist einfach unglaublich“, freute sich Creed. Er lobte die alternative Strategie seines Teams in der Anfangsphase, die ihn überhaupt erst in die nötige Position für den entscheidenden Stopp an der Box brachte: „Die Crew hat fantastische Arbeit geleistet und uns die Führung besorgt. Von da an konnte ich das Rennen kontrollieren und habe nur noch gebetet, dass es keine Gelbphasen mehr gibt. Ich bin sehr dankbar.“

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Schadensbegrenzung und wichtige Punkte im Titelkampf

Vier der zwölf Chase-Teilnehmer beendeten das Rennen in den Top 5. Brent Crews sicherte sich den dritten Platz. Obwohl der JGR-Pilot selbst nicht um den Fahrertitel kämpft, war dieses Ergebnis für die Owner-Meisterschaft des Toyota mit der Startnummer 19 von enormer Bedeutung. Hinter ihm rundeten Sammy Smith und Austin Hill die ersten fünf Ränge ab.

Für Titelanwärter Justin Allgaier glich der Playoff-Auftakt eher einer Schadensbegrenzung. Der Gewinner des ersten Rennsegments schlug 23 Runden vor dem Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge im Kampf um Platz vier in die Mauer ein. Zwar rettete der JR-Motorsports-Pilot noch den 17. Rang ins Ziel, doch seine beeindruckende Serie von zehn aufeinanderfolgenden Top-10-Ergebnissen riss damit abrupt.

„Unser Chevrolet war heute Abend wirklich gut“, erklärte der Champion von 2024. „Als wir vorne lagen, konnte ich die Reifen schonen und unsere Pace war stark. Aber Mitte des zweiten Segments baute das Auto ab. Am Ende fehlte uns einfach die Geschwindigkeit, und ich habe nur noch versucht, durchzuhalten und alles zu geben, was ging.“

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Hitze auf der „Lady in Black“: Konflikt zwischen Day und Sawalich

Der Auftakt in den Chase war zudem mit etwas Drama gewürzt. Day, der aktuell den fünften Gesamtrang im Klassement belegt, geriet auf der altehrwürdigen „Lady in Black“ mit William Sawalich aneinander.

Während sich die beiden auf der Gegengeraden duellierten, wurde mehrfach Lack ausgetauscht. Schließlich ließ sich Day hinter die orangefarbene #18 seines Kontrahenten fallen. Nach einem leichten Kontakt am rechten Heck drehte sich Sawalich in die Mauer.

Nach dem Rennen stellte Sawalich das Hendrick-Talent in der Boxengasse zur Rede. „Die #17 hat mich im Grunde fast in die Mauer gedrängt“, erklärte der Joe-Gibbs-Nachwuchs seine Sicht der Dinge. 

Dabei wollte Sawalich, sich verteidigen, doch als der Fahrer aus Minnesota dachte, den Zweikampf nach Kurve zwei für sich entschieden zu haben, klebte Day bereits wieder an seiner Stoßstange. „Er hat mich nach rechts weggedreht, weshalb ich dann in Richtung Mauer auf sein Heck gefahren bin.“ Der Vorfall ärgerte ihn sichtlich, zumal er Days Argumentation wenig abgewinnen konnte: „Wir sind in dieser Saison schon oft aneinandergeraten und er gibt immer mir die Schuld.“

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Day räumte die wiederholten Zusammenstöße im Laufe der Saison ein, kritisierte aber die Fahrweise seines Konkurrenten scharf. „Sawalich fährt das ganze Jahr über gegen mich, als würde ich ihn jede Woche abschießen wollen. Er lässt anderen sauber Platz, aber mich drängt er von der Strecke und nimmt mir die Luft.“ 

Day erwarte nicht den größten Respekt im Feld, stehe aber zumindest zu seinen eigenen Fehlern. Zum konkreten Vorfall beim Restart ergänzte er: „Mir ging einfach der Platz aus. Er kam mit deutlich frischeren Reifen von hinten. Als er mich nach außen drängte, blieb mir keine andere Wahl, als vom Gas zu gehen.“

Das anschließende Gespräch in der Boxengasse verlief laut Day alles andere als deeskalierend. „Er hat mir gesagt, ich soll mich ficken gehen. Damit ist wohl alles gesagt“, fasste er trocken zusammen. „Er hat gedroht, mich abzuschießen, und meinte, wir werden ja sehen, wie der Rest meines Chase verläuft. Es würde mich also nicht überraschen, wenn er genau das in einem der kommenden Rennen versucht, in dem es für mich um viel geht und für ihn um nichts.“

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Nach dem ersten Kräftemessen ist die Tabelle bereits ordentlich durcheinandergewirbelt. Creed hat sich mit seinem Triumph eine hervorragende Ausgangsposition verschafft, bleibt aber fokussiert: „Der Weg ist noch lang. Wir müssen weiterhin vorne mitfahren und jeden Punkt mitnehmen, den wir kriegen können.“ fasste der Haas-Pilot das Rennen zusammen.

Die NASCAR O’Reilly Series kehrt am kommenden Samstag für das zweite Chase-Rennen zurück. Der Lauf findet auf dem World Wide Technology Raceway in Gateway statt.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.