Penske greift durch: Radikaler Boxencrew-Tausch vor Chase-Auftakt in Darlington
Team Penske tauscht vor dem Chase-Auftakt in Darlington die Boxenmannschaften von Ryan Blaney und Austin Cindric komplett durch – Die Teamführung reagiert damit auf die schwachen Stoppzeiten der Startnummer 12
Kurz vor dem Start der zehn Runden umfassenden Endrunde der NASCAR Cup Series 2026 in Darlington hat Team Penske eine folgenschwere interne Entscheidung getroffen. Die Boxencrew von Ryan Blaney, der in der Meisterschaftswertung aktuell auf Platz zwei – 25 Punkte hinter Denny Hamlin – liegt, wird mit der seines Teamkollegen Austin Cindric ausgetauscht.
Hinter diesem Manöver steckt reines strategisches Kalkül. Obwohl Blaney sportlich eine deutlich bessere Ausgangslage genießt als sein Kollege in der Startnummer 2, fiel die Leistung seiner bisherigen Crew im direkten Vergleich drastisch ab. Die Truppe rund um die Startnummer 12 rangiert lediglich auf Platz 32 aller Boxencrews.
Um diese Schwachstelle in der heißen Phase der Saison zu kompensieren, übernimmt nun Cindrics Mannschaft, die auf der zehnten Position gelistet ist. Ein Blick auf die offiziellen NASCAR-Statistiken der Saison 2026 verdeutlicht, warum das Management jetzt reagiert.
| Statistik | #2 Boxencrew – Austin Cindric | #12 Boxencrew – Ryan Blaney |
|---|---|---|
| Gesamtrang | 10 | 32 |
| Fehler | 3 | 9 |
| Gekostete Positionen (Netto) | -8 | -129 |
| 4-Reifen-Stoppzeit | 10,15 Sekunden (Platz 9) | 10,33 Sekunden (Platz 20) |
Management-Entschluss statt Eigeninitiative
Im Rahmen des Pressetags für den Chase stellte Blaney jedoch unmissverständlich klar, dass er selbst keinen Wechsel initiiert hat: „Ich habe nicht um eine Veränderung gebeten. Diese Entscheidung kam von ganz oben. Ich bin nicht in Meetings gegangen und habe gefordert, dass sich etwas ändern muss.“

Er fügte hinzu, dass Team Penske sich schlichtweg überlegt habe, wie man dem gesamten Unternehmen den größtmöglichen Vorteil verschaffen könne. Er sei dankbar für die Arbeit seiner bisherigen Jungs und blicke der neuen Zusammenarbeit nun positiv entgegen.
Auch Cindric schilderte seine Sicht auf die Umstrukturierung. Zwar trage er die Entscheidung der Führungsebene vollumfänglich mit und wolle sich auf die kommenden zehn Wochen konzentrieren, machte aber aus seiner emotionalen Frustration keinen Hehl.
Schließlich war es auch seine Crew, die ihm den knappen Einzug in die Endrunde auf Rang 15 ermöglicht hatte: „Jeder, der mich kennt, weiß: Rennsport ist alles, was ich tue. Die größte Frustration liegt wohl darin, dass ich die Saison nicht mit den Leuten zu Ende bringen kann, die meiner Meinung nach dafür verantwortlich waren, dass ich überhaupt so weit gekommen bin. Aber gleichzeitig ist es nicht völlig beispiellos, Veränderungen vorzunehmen, um dem Team die besten Chancen zu geben.“

Um aus der neuen Konstellation schnell eine Einheit zu formen, setzt der 28-Jährige auf absolute Nahbarkeit. Wenn er dabei helfen könne, das Team voranzutreiben, dann sei es ihm auch recht, „etwas so Banales zu tun, wie einen neuen Gruppenchat zu starten und ein paar Memes zu schicken, um das Eis zu brechen.“
Wie gravierend sich die Entscheidung tatsächlich auf die Performance auswirken wird, zeigt sich beim kommenden Rennen auf dem berüchtigten Darlington Raceway – der Strecke, die von Fans und Fahrern ehrfürchtig „Lady in Black“ genannt wird.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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