NASCAR erklärt Martinsville-Strafen: Warum Hocevar doppelt so viel zahlen muss wie Berry

NASCAR erklärt Martinsville-Strafen: Warum Hocevar doppelt so viel zahlen muss wie Berry
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

NASCAR-Vizepräsident Elton Sawyer hat nach dem Cup-Rennen in Martinsville erläutert, warum Josh Berry und Carson Hocevar für ihre Bremsmanöver bestraft wurden – Beide verloren jeweils 25 Punkte, doch Hocevars Geldstrafe fiel mit 100.000 US-Dollar doppelt so hoch aus

NASCAR-Vizepräsident für Wettbewerbsangelegenheiten Elton Sawyer hat im Gespräch mit SiriusXM NASCAR Radio die Strafen gegen Josh Berry und Carson Hocevar erläutert. Beide Fahrer waren nach absichtlichen Bremsmanövern vor ihren Konkurrenten in Martinsville mit Geldstrafen und jeweils 25 Punkten Abzug belegt worden. Warum Hocevars Geldstrafe doppelt so hoch ausfiel wie die gegen Berry, begründete Sawyer unter anderem mit früheren Gesprächen über dessen Verhalten.

Mit einer Änderung der Frontstoßstangen wollte NASCAR die Steifigkeit reduzieren und die Fahrzeugfront gleichzeitig empfindlicher machen. Übermäßig harte Angriffe sollten dadurch weniger attraktiv werden, während die typischen Bump and Runs auf den Shorttracks erhalten bleiben sollten.

„Wir wussten, dass Martinsville der erste Test dafür sein würde, wie sie Bump and Runs anwenden können. Das ist Teil unserer DNA und gehört zu Martinsville dazu“, sagte Sawyer. „Was uns jedoch wirklich Sorgen bereitete, war, dass sie die Struktur der Fahrzeugfront als Trick oder Strategie nutzten, um im Grunde die Rennen anderer Fahrer zu ruinieren. Da hatten wir das Gefühl, einschreiten zu müssen.“

Für NASCAR lag die Grenze damit nicht beim üblichen Anschieben eines Konkurrenten, sondern beim gezielten Ausnutzen der Fahrzeugstruktur, um dessen Rennen zu beeinträchtigen.

Daten und Funkverkehr als Grundlage

Um vor der Entscheidung sicherzugehen, nahm sich NASCAR nach dem Rennen die Zeit, die verfügbaren Daten genau auszuwerten. Die Bewertung der Bremsmanöver stützte sich auf SMT-Daten. Auch der Funkverkehr floss in die Entscheidung ein und spielte insbesondere bei Hocevars höherer Geldstrafe eine Rolle.

Die Geldstrafe für den Spire-Piloten betrug 100.000 US-Dollar und war damit doppelt so hoch wie die gegen Berry. Sawyer verwies darauf, dass es bereits zuvor Gespräche mit Hocevar über dessen Verhalten auf der Strecke gegeben hatte. Hinzu kamen die Erkenntnisse aus der Auswertung der Daten und Audioaufnahmen des aktuellen Vorfalls.

Bei den Manövern gegen Austin Cindric forderte Hocevars Spotter Tyler Green seinen Fahrer mehrfach mit „Carson, stopp!“ auf, aufzuhören. Der 23‑Jährige trat jedoch kompromisslos viermal auf die Bremse.

„Nach der Überprüfung aller Daten und Audioaufnahmen hatten wir einfach das Gefühl, dass dies ein Ausmaß erreicht hatte, das mehr erforderte als nur die 50.000 Dollar, die Josh bekommen hat“, sagte Sawyer. Er stellte außerdem klar, dass Spire unabhängig über Hocevars Suspendierung entschieden hatte. Diese Maßnahme hatte keinen Einfluss auf NASCARs eigene Sanktion.

NASCAR prüft mögliche Anpassungen

Ob weitere Änderungen am Auto notwendig sind, will NASCAR nun prüfen. Dabei soll die Sicherheit verbessert werden, ohne den typischen Charakter des Shorttrack-Racings zu verlieren. Eine konkrete technische Anpassung kündigte Sawyer noch nicht an.

„Wir werden uns das noch einmal ansehen und prüfen, welche Anpassungen wir am Auto vornehmen können, die uns gleichzeitig das beste Racing bieten“, sagte Sawyer. Dazu gehöre weiterhin ein gewisses Maß an Kontakt: das Verschieben anderer Autos und Reifenabdrücke, die für NASCAR zum Shorttrack-Racing dazugehören.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.