Spire suspendiert Carson Hocevar: Justin Haley übernimmt beim Finale in Homestead

Spire suspendiert Carson Hocevar: Justin Haley übernimmt beim Finale in Homestead
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Spire Motorsports zieht nach dem Eklat in Martinsville Konsequenzen und suspendiert Carson Hocevar für das Saisonfinale in Homestead – Während Justin Haley die Startnummer 77 übernimmt, findet Teammitbesitzer Jeff Dickerson deutliche Worte

Carson Hocevar wird beim NASCAR-Cup-Saisonfinale in Homestead nicht starten. Spire Motorsports hat den 23-jährigen Chevrolet-Piloten nach seinem Verhalten in Martinsville für das abschließende Rennen suspendiert. Justin Haley übernimmt die Startnummer 77. Für Spire-Mitbesitzer Jeff Dickerson geht es bei der Entscheidung nicht um Punkte oder Geld, sondern um Respekt und die Integrität des Teams.

Auslöser der Suspendierung ist Hocevars Bremsmanöver in Martinsville. Die Fahrzeugdaten zeigten einen starken Bremseinsatz, in dessen Folge Austin Cindric auffuhr. Cindrics Fahrzeug wurde dabei so stark beschädigt, dass er das Rennen nicht beenden konnte.

„Eine solche Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab und hat weitreichende Auswirkungen auf eine Organisation wie unsere“, erklärte Dickerson in einer Stellungnahme. „Der einfache Weg wäre gewesen, die Angelegenheit NASCAR zu überlassen und dort über eine mögliche Strafe entscheiden zu lassen. Für uns geht es aber nicht um Geld oder Punkte. Wir stehen für Respekt. Unsere Integrität ist uns wichtig. Das ist die richtige Entscheidung für Spire Motorsports.“

Dickerson: Hocevars Verhalten entspricht nicht den Maßstäben des Teams

Dickerson betonte zugleich, dass die Suspendierung nichts an der grundsätzlichen Unterstützung für Hocevar ändere. Dennoch müsse das Team Konsequenzen ziehen, wenn eigene Standards verletzt würden.

„Alle hier arbeiten gerne mit Carson zusammen, und wir haben uns darüber gefreut, seine Entwicklung in unserem Team mitzuerleben. Manchmal tut die richtige Entscheidung für jemanden, der einem wichtig ist, kurzfristig weh“, sagte Dickerson. „Carsons Verhalten in Martinsville entspricht nicht den Maßstäben, die wir an unsere Fahrer, Teammitglieder und Mitarbeiter anlegen. Dafür gibt es Konsequenzen. Das bedeutet nicht, dass wir ihn nicht weiterhin schätzen und unterstützen.“

Ein Start in der höchsten NASCAR-Liga sei ein Privileg, das ein entsprechendes Maß an Professionalität voraussetze. Das gelte für jeden, der Spire Motorsports repräsentiere.

„Wir werden in Homestead geschlossen als Organisation antreten. Danach können wir uns mit der richtigen Einstellung auf Daytona im Februar vorbereiten, um um die Meisterschaft zu kämpfen“, so Dickerson weiter.

Hocevar übernimmt Verantwortung und kündigt Rückkehr 2027 an

Hocevar akzeptierte die Entscheidung und räumte ein, mit seinem Verhalten eine Grenze überschritten zu haben.

„Das ist ein beschämender Tag für mich. Ich habe die Menschen enttäuscht, die mir die einmalige Chance gegeben haben, ein Cup-Auto zu fahren. Außerdem habe ich mein Team, meine Sponsoren und meine Fans enttäuscht“, erklärte Hocevar. „Mit meinen Aktionen auf der Strecke habe ich eine Grenze überschritten und Jeff sowie Spire Motorsports keine andere Wahl gelassen, als an diesem Wochenende in Homestead jemand anderen in die Startnummer 77 zu setzen.“

Während Justin Haley das Fahrzeug beim Saisonfinale übernimmt, richtet Hocevar den Blick bereits auf seine Rückkehr: „Ich werde an diesem Wochenende der gesamten Organisation die Daumen drücken und freue mich darauf, 2027 als besserer Fahrer, Wettbewerber und Teamkollege zurückzukommen.“

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.