„Autos als Waffen“: Penske-Frust nach Bremsmanövern in Martinsville
Beim NASCAR-Cup-Rennen in Martinsville am vergangenen Sonntag wurden die Penske-Fords von Austin Cindric und Ryan Blaney nach abrupten Bremsmanövern beschädigt – Während die Penske-Piloten Berry und Hocevar für die Kollisionen verantwortlich gemacht wurden, bestritten beide diesen Vorwurf
Martinsville steht für harte Zweikämpfe, Bumps und Revancheaktionen. Beim Herbstrennen auf dem Shorttrack in Virginia sorgten jedoch zwei Zwischenfälle mit schwer beschädigten Penske-Fords für Diskussionen: Austin Cindric und Ryan Blaney warfen ihren Kontrahenten vor, sie mit abrupten Bremsmanövern ausgebremst zu haben. Carson Hocevar und Josh Berry wiesen eine solche Absicht zurück.
Im zweiten Rennsegment kämpfte Cindric im Penske-Ford mit der Startnummer 2 gegen Hocevar im Spire-Chevrolet um eine Position innerhalb der Top 20. Dabei bremste Hocevar dreimal abrupt ab. Cindric fuhr ihm ins Heck, wobei sich die Motorhaube seines Fords nach oben bog.
Der Schaden an Cindrics Auto war so verheerend, dass dieser das Rennen aufgeben und sich mit Platz 36 zufriedengeben musste. Nach dem Lauf gab der Penske-Pilot kein Interview, beschwerte sich aber über Funk: „NASCAR, was machen wir hier eigentlich? Wir machen die Autos hier einfach zu Waffen. Ich fahre am Kurveneingang auf ihn auf, und er rastet völlig aus.“
Hocevar wies gegenüber NBC nach dem Rennen jedoch den Vorwurf eines Brakechecks zurück. „Nein, ich meine, ich bin hier im Frühjahr mit Vollgas abgeschossen worden, und ich denke einfach, das ist Martinsville. Ich hatte viel Spaß, und ich glaube, Austin und ich sind immer fair gegeneinander gefahren, oder zumindest habe ich ihn oft vorbeigelassen – seine Autos waren wirklich schnell. Also nein, ich denke einfach, das ist Martinsville, und wir hatten nur ein bisschen Spaß.“

Blaney erhebt Vorwürfe, Berry widerspricht
Ein weiterer umstrittener Zwischenfall ereignete sich kurz vor dem Ende des zweiten Rennsegments zwischen Blaney und Berry. Im Kampf um Platz sieben traf der Penske-Pilot den Wood-Brothers-Ford in den Kurven drei und vier zunächst am Heck. Als Berry anschließend abrupt langsamer wurde, fuhr Blaney erneut auf. Dabei wurde die Front seines Fords schwer beschädigt. Anschließend drehte er sich, was eine Gelbphase zur Folge hatte.
Nach einer längeren Reparatur kehrte die Startnummer 12 mit mehr als 50 Runden Rückstand auf die Strecke zurück und wurde 35. Berry hingegen beendete das Rennen dagegen in den Top fünf.
„Ich habe die 21 nur ganz leicht und versehentlich berührt, und er hat beschlossen, voll in die Eisen zu steigen und unser Rennen zu beenden“, sagte Blaney gegenüber NBC. „Ich weiß wirklich nicht, warum er nach so einem winzigen, nicht einmal absichtlichen Kontakt einfach den Verstand verloren hat.“
Auch Berry wies die Vorwürfe des Penske-Piloten entschieden zurück: „Offensichtlich hat Ryan mich da ziemlich hart getroffen, und ich bin aus der Ideallinie gerutscht. Als ich nur versucht habe, das Auto abzufangen, sind wir kollidiert“, erklärte Berry in einer kurzen Stellungnahme gegenüber NBC. In einer späteren Medienrunde ergänzte er, dass er am Kurvenausgang „nur versucht habe, das Auto abzufangen“.
Einen zusätzlichen technischen Hintergrund lieferte die Ausführung der Stoßfänger: NASCAR setzte in Martinsville weichere Bumper ein, nachdem bereits im Sommer bei bestimmten Shorttrack-Rennen Schaumstoff entfernt worden war. Mehrere Fahrer hatten befürchtet, dass Kontakte dadurch zu rennentscheidenden Schäden führen könnten.
Ob die Bremsmanöver absichtlich erfolgten, blieb zwischen den Beteiligten umstritten. Für Penske standen die Folgen dagegen fest: Cindric schied aus, Blaney kam nach langer Reparatur nur auf Platz 35 ins Ziel.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







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