Heimtriumph mit Ansage: Patrick Emerling schlägt Titelrivale Beers auf dem Oswego Speedway
Patrick Emerling hat auf dem traditionsreichen Oswego Speedway seinen vierten Saisonsieg eingefahren und die Führung in der NASCAR Whelen Modified Tour ausgebaut – Während Hauptkonkurrent Austin Beers Federn lassen musste, triumphierte der Lokalmatador mit einer dominanten Vorstellung vor Jon McKennedy
Patrick Emerling hat am Samstagabend auf dem traditionsreichen Oswego Speedway das Toyota Mod Classic 150 gewonnen und damit einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft in der NASCAR Whelen Modified Tour gemacht. Auf dem 0,625-Meilen-Oval im US-Bundesstaat New York ging der Lokalmatador früh an seinem schärfsten Titelrivalen Austin Beers vorbei und feierte seinen vierten Saisonsieg im Jahr 2026. Durch diesen dominanten Erfolg baute Emerling seine Führung in der Gesamtwertung zwei Rennen vor dem Saisonende spürbar aus.
Für Emerling war der Triumph auf dem geschichtsträchtigen Asphalt ein ganz besonderes Heimspiel, das im Meisterschaftsendspurt doppelt schwer wiegt. Zwar feierte er in Oswego bereits 2024 einen Tour-Sieg, doch diesmal brachte die Vorstellung eine Vorentscheidung im Titelkampf greifbar nahe. Nach dem Rennen zollte der Tagessieger vor allem seiner Boxenmannschaft und Crew-Chief Dale Hedquist Respekt für die bärenstarke Abstimmung.
„Auf dieses Rennen haben wir uns die gesamte Saison über gefreut“, betonte ein sichtlich gelöster Emerling im Anschluss. „Wir wussten, dass wir ein richtig starkes Paket haben, aber das hier ist vor allem mein Heimrennen. Oswego ist die Strecke, auf der ich groß geworden bin, das ist mein echtes Heimspiel auf der Tour. Ich musste im Auto gar nicht so viel schuften; Dale Hedquist hat den Wagen einfach verdammt schnell gemacht. Das Ding war heute schlichtweg eine Rakete.“
Der Grundstein für den Sieg wurde früh gelegt, als Emerling den aktuellen Champion Austin Beers ins Visier nahm. Beers hatte die Anfangsphase kontrolliert, verlor im Rennverlauf jedoch massiv an Boden und wurde bis auf den sechsten Rang durchgereicht. Emerling bewies im dichten Verkehr Geduld, wartete auf den passenden Moment für die Attacke und kontrollierte das Feld fortan souverän von der Spitze.
„Austin begann das Rennen ein wenig zu straff auf der Vorderachse, während mein Bolide komplett neutral lag“, analysierte Emerling den Führungswechsel. „Ich wollte unbedingt alles geben, um an ihm vorbeizukommen, solange es noch ging, weil sein Auto über den Stint hinweg noch hätte zulegen können. Wir hatten den ganzen Abend über ein fantastisches Rennauto, holten uns beim Stopp die frischen Hinterreifen ab und danach war der Wagen absolut perfekt.“
In der Schlussphase versuchte Jon McKennedy noch einmal, den Führenden herauszufordern, musste sich im Ziel jedoch mit Rang zwei abfinden. Der New-Hampshire-Sieger, der wie Emerling bereits mit drei Erfolgen auf dem Konto angereist war, haderte im Rennverlauf vor allem mit dem Handling seines Modifeds. Dennoch freute er sich über ein sauberes Resultat auf einer Strecke, die ihm in seiner Karriere selten Glück gebracht hatte.
„Den gesamten Tag über hatten wir ein ziemlich konkurrenzfähiges Auto, aber im Rennen war das lose Heck beim Einlenken mein größtes Problem“, erklärte McKennedy nach dem Rennen. „Beim Boxenstopp haben wir Anpassungen vorgenommen und zwei neue Hinterreifen aufgezogen, doch kurioserweise wurde das Heck danach noch unruhiger. Wir müssen zu Hause analysieren, woran das lag. Unterm Strich war es trotzdem ein großartiger Tag und Platz zwei ist für mich hier ein starkes Ergebnis.“
Hinter dem Spitzen-Duo komplettierte Tyler Rypkema das Podium, der seinen 100. Start in der NASCAR Whelen Modified Tour standesgemäß mit Rang drei im legendären „Ole Blue“-Boliden feierte. Teddy Hodgdon, der in dieser Saison bereits in Stafford gewinnen konnte, belegte den vierten Platz, gefolgt von Mike Christopher Jr. auf Rang fünf.
Im Titelkampf 2026 biegt die älteste NASCAR-Division nun auf die Zielgerade ein, denn es verbleiben lediglich zwei Meisterschaftsläufe auf dem Kalender. Das vorletzte Kräftemessen steigt am Samstag, den 19. September, wenn die Tour für das prestigeträchtige Eddie Partridge 206 auf den Riverhead Raceway zurückkehrt. Emerling führt vor dem vorletzten Rennen des Jahres mit 18 Punkten Vorsprung auf Beers.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





