Rekorde, Revanche und Zielliniendrama: Das denkwürdige Iowa-Triple der Late-Models

Rekorde, Revanche und Zielliniendrama: Das denkwürdige Iowa-Triple der Late-Models
Foto: World of Outlaws / Emily Schwanke

Drei Rennen, drei völlig unterschiedliche Geschichten und ein Finale, das man schlicht gesehen haben muss – Die World of Outlaws Late Models lieferten auf ihrer Iowa-Tournee feinsten Dirt-Track-Sport inklusive Drama auf dem letzten Meter ab

Die World of Outlaws Late Model Series hat auf ihrer dreitägigen Tour durch den US-Bundesstaat Iowa ein spektakuläres Dirt-Track-Feuerwerk abgebrannt: Tyler Erb siegte am Mittwochabend auf dem Southern Iowa Speedway, Bobby Pierce baute am Freitag auf dem Adams County Speedway seinen historischen Saisonrekord aus, und Ethan Dotson staubte am Samstag nach einer Kollision der Führenden in der allerletzten Runde auf dem Shelby County Speedway den Sieg ab.

Den Auftakt im Dirt von Oskaloosa dominierte Erb. Nach einem heftigen Überschlag am vorangegangenen Wochenende griff Best Performance Motorsports kurzerhand auf jenes Chassis zurück, das zuletzt beim Dirt Late Model Dream im Einsatz war – stilecht im Kyle-Busch-Tribut-Design. Von Startplatz sieben aus pflügte „Terbo“ durch das Feld, schnappte sich Dustin Sorensen sowie Ethan Dotson und fuhr mit 2,1 Sekunden Vorsprung zu seinem vierten Saisonsieg.

„Es ist so verdammt schwer, schnell zu sein. Aber heute, von dem Moment an, als wir das Auto ausgeladen haben, wusste ich: ‚Alles klar, ich habe den Speed wieder‘“, bilanzierte ein erleichterter Erb nach der Hitzeschlacht. „Das ist ein großartiges Gefühl, denn wenn du den Rhythmus mal vier Tage lang verlierst, vergisst du fast, wie es geht. Wir haben nur kleine Dinge verändert. Ricky Kay und seine Crew haben die Bahn super hinbekommen – vergangene Woche habe ich noch über Maquoketa geschimpft, aber das hier hat heute einfach höllisch Spaß gemacht.“

Am Freitagabend auf dem Adams County Speedway schlug dann wieder die Stunde des „Smooth Operator“. Pierce nutzte die Erfahrung seines Erfolgs beim „Half Mile Hustle“ vor einem Monat perfekt aus, lieferte sich ein rundenlanges Duell auf der Außenbahn gegen Nick Hoffman und tütete nach 45 Runden seinen 20. World-of-Outlaws-Saisonsieg ein. Es war sein 62. Karrieresieg in der Serie, mit dem er Platz vier der ewigen Bestenliste festigte.

„Ich war am Boden zerstört, als der I-80 Speedway dichtgemacht hat, aber diese Strecke fühlt sich genau wie I-80 an“, schwärmte Pierce über das Layout in Corning. „Lange Geraden, enge Kurven, unten flach und nach oben hin progressiv überhöht. Das sorgt einfach für verdammt gute Hauptrennen. Die Vorläufe sind vielleicht mal wie an der Perlenschnur, aber genau das braucht es manchmal, damit das Feature danach explodiert. Die Strecke liefert einfach ab.“ Tim McCreadie stürmte von Rang 13 noch auf Rang zwei vor Hoffman.

Das absolute Herzschlagfinale folgte jedoch am Samstag in Harlan. Der Shelby County Speedway feierte sein Seriendebüt mit vier Führungswechseln und einer Kontroverse, die in keinem Saisonrückblick fehlen darf: In der 50. und letzten Runde drehte sich der bis dato führende Daulton Wilson in Turn 1 und riss den attackierenden Pierce mit ins Verderben. Weil Wilsons Räder nicht stillstanden, durfte er die Führung beim Green-White-Checkered-Restart behalten, während Pierce ans Ende des Feldes verbannt wurde.

Nutznießer des Trubels war Ethan Dotson, der von Rang neun gestartet war und sich klammheimlich herangearbeitet hatte. Im finalen Zwei-Runden-Sprint riskierte Dotson auf dem obersten Kissen alles, presste sich ausgangs Turn 4 an Wilson vorbei und siegte mit einer Wagenlänge Vorsprung.

„Auf der Linie, die ich gefahren bin, war in den Kurven 1 und 2 eigentlich niemand unterwegs“, erklärte der glückliche Sieger Dotson im Anschluss. „Manchmal ist es besser, Glück zu haben als gut zu sein. Es tut mir leid für Bobby und Daulton, aber so wie es in letzter Zeit für mich gelaufen ist, nehme ich das Quäntchen Glück gerne mit. Ich sah, dass Wilsons Einweiser ihm die Innenbahn anzeigte, also musste ich oben rum – und am Ende hat sich endlich alles für uns gefügt.“ Justin Duty komplettierte das überraschende Podium als Dritter.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.