Von Startplatz 23 zur Sensation: Teddy Hodgdon feiert emotionalen Heimsieg in Stafford
Was für ein Kraftakt auf dem Stafford Speedway: Teddy Hodgdon pflügte von Startplatz 23 durch das Feld und feierte seinen ersten Sieg auf der NASCAR Whelen Modified Tour – Auf seiner Heimstrecke bezwang der Lokalmatador im orangefarbenen Boliden am Ende sogar Tour-Legende Matt Hirschman
Teddy Hodgdon hat am Freitagabend auf dem traditionsreichen Stafford Speedway die Überraschung der Saison geschafft und seinen ersten Sieg auf der NASCAR Whelen Modified Tour eingefahren. Der Lokalmatador aus Connecticut kämpfte sich im GAF 150 mit seinem kleinen, familiengeführten Rennstall von Startplatz 23 durch das gesamte Feld bis an die Spitze. Nach packenden Schlussrunden hielt er die etablierte Elite um Tour-Legende Matt Hirschman hinter sich.
Schon in seiner Kindheit stand Hodgdon an den Banden des Ovals in New England und schaute zu seinen Idolen auf. Später erarbeitete er sich dort selbst einen Namen, holte 2019 den Titel in der SK-Light-Klasse und musste sieben Jahre lang auf seine große Chance auf der Tour-Bühne warten. Entsprechend emotional fiel der Jubel in der Victory-Lane aus, als der 23-Jährige ungläubig aus seiner Startnummer 05 kletterte.
„Darauf haben wir so viele Jahre lang hingearbeitet“, erklärte ein überwältigter Hodgdon nach dem Rennen. „Ich wusste, dass der Start von ganz hinten ein harter Kampf werden würde. Doch sobald wir durch die erste Kurve durch waren, spürte ich, dass wir heute ein richtig starkes Auto hatten. Mein Plan war zunächst, mir Gegner für Gegner zu schnappen und vor dem Boxenstopp die bestmögliche Position herauszufahren.“
Bereits im ersten Training hatte Hodgdon die Bestzeit gesetzt, das Qualifying jedoch verpatzt. Nach dem Start meisterte er das Chaos einer Massenkarambolage in Turn 1 und setzte zu einem kontrollierten Sturmlauf an. Ein cleverer Boxenstopp brachte die finale Wende, nach der Hodgdon mit frischen Reifen unwiderstehlich an die Spitze zog.
„Wir haben beim Reifenwechsel einige Änderungen vorgenommen, und danach ging dieses Ding einfach nur ab“, betonte der Sieger. „Ich habe auf den letzten 16 Runden alles reingeworfen, was ging. Ich kann immer noch nicht glauben, was hier gerade passiert ist.“
Knapp 20 Runden vor dem Ende schien die Vorentscheidung gefallen, als Hodgdon dem Feld enteilte. Eine späte Gelbphase nach einer Kollision zwischen Stephen Kopcik und Matt Hirschman brachte das Feld jedoch noch einmal zusammen. Beim Restart drehten die Reifen an der Startnummer 05 durch, Hirschman übernahm kurzzeitig die Führung, doch Hodgdon konterte postwendend und holte sich den ersten Platz wenige Umläufe später zurück.
Hirschman erkannte die Leistung des jungen Außenseiters neidlos an, äußerte sich aber auch zum Zwischenfall mit Kopcik. „Ich bin voll in die Kurve reingestochen, hatte aber vorne rechts nicht genug Grip, um die Linie zu halten“, so Hirschman. „Ich bin nach oben gerutscht und habe ihn leicht berührt. Ich habe mich dieses Jahr schon zweimal an seiner Stoßstange gedreht. Es war keine Absicht, aber ich stehe dazu. Wenn ich mich wirklich hätte rächen wollen, hätte ich es einfach getan.“
Für Hodgdon krönte das Duell gegen Hirschman einen Abend, den er niemals vergessen wird. Zwei Jahrzehnte voller Entbehrungen und harter Arbeit fanden auf seiner Hausstrecke den ultimativen Lohn.
„Jeder weiß, dass Matt einer der größten Modified-Fahrer aller Zeiten ist“, zollte Hodgdon Respekt. „Ich habe versucht, ihn mit maximalem Respekt zu bekämpfen, aber ich wusste auch, dass diese orangefarbene Startnummer 05 und ich heute nur schwer zu schlagen sein würden. Mir fehlen die Worte. Das ist ein wahr gewordener Traum. Ein besseres Drehbuch hätte man nicht schreiben können.“
Hinter Hodgdon und Hirschman komplettierte Chase Dowling das Podium als Dritter. Titelkandidat Justin Bonsignore rettete sich nach seiner Verwicklung in den Startunfall noch auf Rang vier, während Patrick Emerling mit Platz fünf die alleinige Führung in der Meisterschaft übernahm. Die Top 10 komplettierten Jon McKennedy, Kopcik, Mike Christopher Jr., Eric Goodale und Paulie Hartwig III.
In der Saison 2026 der NASCAR Whelen Modified Tour stehen nur noch drei Wertungsläufe auf dem Programm. Weiter geht es am Samstagabend mit dem Toyota Mod Classic 150 auf dem traditionsreichen Oswego Speedway im Bundesstaat New York.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





