Schritt zum Titel: Kaden Honeycutt triumphiert im Wüsten-Krimi von Phoenix

Schritt zum Titel: Kaden Honeycutt triumphiert im Wüsten-Krimi von Phoenix
Foto: NASCAR Media / Meg Oliphant/Getty Images

Kaden Honeycutt hat im Phoenix Raceway einen dominanten Sieg im NASCAR-Truck-Chase eingefahren und seinen Vorsprung in der Gesamtwertung massiv ausgebaut – Nach einem perfekten Boxenstopp ließ der Texaner der Konkurrenz keine Chance und verwies Christian Eckes auf Rang zwei

Kaden Honeycutt hat am Freitagabend auf dem Phoenix Raceway das Zero Carbon Bioethanol 150 gewonnen und damit einen gewaltigen Schritt in Richtung Meisterschaft in der NASCAR Craftsman Truck Series gemacht. Der 23-jährige Texaner übernahm im entscheidenden Schlusssegment die Führung und setzte sich nach 150 Runden mit 1,556 Sekunden Vorsprung vor Christian Eckes sowie Titelrivale Layne Riggs durch. Mit seinem vierten Saisonsieg baute Honeycutt seine Chase-Führung drei Rennen vor Schluss auf komfortable 39 Punkte aus.

Genau auf jener Strecke, auf der Corey Heim im vergangenen Jahr im Toyota mit der Startnummer 11 für Tricon Garage den Titel holte, zeigte Honeycutt im selben Fahrzeug eine meisterreife Vorstellung. Den Grundstein für den Erfolg legte seine Boxenmannschaft beim letzten Service während der zweiten Stage-Pause, die den Youngster als Ersten der Chase-Kandidaten wieder auf den Asphalt schickte. Auf dem anschließenden Restart in Runde 99 schnappte sich Honeycutt die Spitzenposition von Stewart Friesen, der nur zwei frische Reifen mitgenommen hatte, und kontrollierte das Geschehen an der Spitze über die gesamten finalen 53 Runden bis zur Zielflagge.

Nach dem Triumph sparte der Sieger nicht mit Lob für seine Mannschaft am Kommandostand und an den Schlagschraubern. „Meine Boxencrew – sie hat einen großartigen Job gemacht“, betonte Honeycutt euphorisch. „Ich rechne ihnen das hoch an, denn sie sind verdammt gut. Ich habe einfach das Glück, diese Dinger fahren zu dürfen. Sie verbringen jeden Tag unzählige Stunden damit, nur damit ich damit fahren kann, und ich könnte ihnen nicht dankbarer sein.“

Dabei verlief der Start in den Abend in Avondale keineswegs nach Maß für den Meisterschaftsführenden. „Im ersten Rennabschnitt hatte ich wirklich zu kämpfen“, gab Honeycutt unumwunden zu. „Ich hatte zu Beginn dieses ersten Segments einfach keinen Grip auf der Hinterachse. Scott hat sich dann voll für mich reingehängt. Er war zu keinem Zeitpunkt beunruhigt und hat dafür gesorgt, dass ich die ganze Zeit voll fokussiert geblieben bin.“ Für seinen Crew-Chief Scott Zipadelli war es der 39. Besuch in der Victory Lane der Serie – ihm fehlen damit nur noch fünf Siege auf die historische Bestmarke von Eric Phillips.

Riesenfrust herrschte dagegen bei Eckes, der im Chevrolet mit der Startnummer 91 für McAnally-Hilgemann Racing nun zum dritten Mal hintereinander mit Rang zwei vorliebnehmen musste. Trotz des zweiten Platzes wuchs sein Rückstand auf Honeycutt in der Meisterschaft auf gewaltige 112 Zähler an. Auf dem Schlussspurt unter grüner Flagge fand Eckes kein Mittel mehr, um den Führenden ernsthaft zu attackieren.

„Es fühlt sich natürlich immer noch gut an, überhaupt um Siege mitzukämpfen, aber es ist einfach extrem frustrierend“, haderte ein sichtlich enttäuschter Eckes. „Ich bin hierher in die Truck-Serie zurückgekehrt, um Rennen zu gewinnen, und das haben wir bislang einfach noch nicht geschafft. Wir stellen Trucks an den Start, die nah genug dran sind, um vorne mitzumischen, aber im Moment fehlen uns einfach noch ein, zwei Kleinigkeiten im Vergleich zur #11 von Honeycutt und der #34 von Riggs.“

Titelkonkurrent Layne Riggs musste sich nach 43 Führungsrunden von der Pole-Position am Ende mit Rang drei zufriedengeben. Der Youngster hatte die frühe Rennphase dominiert, ehe Ty Majeski kurz vor Ende des ersten Segments vorbeizog und schließlich beide Stages abräumte, bevor er Vierter wurde. Riggs kämpfte sich im letzten Stint zwar noch an Majeski vorbei, konnte die Lücke nach ganz vorne jedoch nicht mehr schließen.

„Ich muss den Jungs der Startnummer 11 gratulieren – sie hatten heute Abend wirklich einen extrem schnellen Truck“, zeigte sich Riggs als fairer Sportsmann. „Sie haben hier im Vorjahr mit Corey die Meisterschaft gewonnen und verfügen schlichtweg über ein herausragendes Setup-Paket für Phoenix. Heute war es einfach nicht unser Abend.“

Angesichts des Punkteverlusts richtete Riggs den Blick aber direkt nach vorne auf die anstehende Aufgabe auf dem berüchtigten Superspeedway. „Nächste Woche geht es nach Talladega, und dort weiß man nie, was passieren wird“, ordnete der Ford-Pilot ein. „Wir fahren im Grunde in jedem einzelnen Rennen ganz vorne mit, das ist derzeit ein ständiges Hin und Her. Heute hat es eben nicht sollen sein, aber ich lasse den Kopf nicht hängen und bin wirklich stolz auf die Leistung des gesamten Teams.“

Hinter dem Führungstrio komplettierten Jake Garcia, William Sawalich, Daniel Hemric, Gio Ruggiero, Grant Enfinger und Brent Crews die Top 10. Für Riggs’ Teamkollegen Chandler Smith endete der Abend nach einer Boxenstopp-Strafe wegen zu vieler Mechaniker über der Boxenmauer mit Platz 15 und einem herben Rückschlag im Chase. In einem von nur zwei Gelbphasen geprägten Rennen reist Honeycutt nun mit reichlich Rückenwind zum nächsten Chase-Schlagabtausch in Talladega.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.