Siebter Streich: Camirand dominiert turbulente Premiere in Markham

Siebter Streich: Camirand dominiert turbulente Premiere in Markham
Foto: Matthew Manor / NASCAR

Marc-Antoine Camirand hat das Premierenrennen der NASCAR Canada Series auf dem neuen Stadtkurs in Markham gewonnen und seinen siebten Saisonsieg gefeiert – In einem von zahlreichen Gelbphasen und einer späten Overtime geprägten Rennen setzte sich der Dominator vor Andrew Ranger und Louis-Philippe Dumoulin durch

Marc-Antoine Camirand hat am Samstag das Premierenrennen der NASCAR Canada Series auf dem brandneuen Stadtkurs in Markham für sich entschieden. Der Meisterschaftsführende verwandelte seine Pole-Position im Großraum Toronto nach einer turbulenten Schlussphase samt Overtime-Verlängerung in seinen siebten Saisonsieg des Jahres 2026. Hinter dem Piloten des Chevrolet mit der Startnummer 96 komplettierten Andrew Ranger und Louis-Philippe Dumoulin das Podium auf dem 3,52 Kilometer langen Straßenkurs.

Mit diesem Erfolg rückt für Camirand ein historischer Meilenstein in greifbare Nähe: Mit nun sieben Triumphen fehlen ihm nur noch zwei Siege, um den Rekord für die meisten Saisonsiege von Peter Gibbons und D.J. Kennington zu knacken. „Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, das allererste Rennen hier in Markham zu gewinnen“, freute sich Camirand im Ziel. „Das Auto war wieder einmal exzellent und extrem schnell. Ich bin überglücklich über unseren siebten Saisonsieg.“

Zu Saisonbeginn hatte die Mannschaft um Camirand mit einer solchen Dominanz kaum gerechnet, blickt nun aber hungrig auf die anstehende Finalphase der Saison. „Wir hätten am Anfang des Jahres nicht unbedingt gedacht, dass so etwas möglich sein würde“, betonte der Dominator. „Jetzt wollen wir den achten Sieg holen und den Rekord brechen. Es stehen noch drei Rennen aus, und wir werden absolut alles geben, um das wahr zu machen.“

Vom Start weg behauptete Camirand die Führung, während Verfolger Tyler Gonzalez in der Startnummer 38 sofort massiven Druck aufbaute. Das Duell an der Spitze währte jedoch nur wenige Kurven, da Gonzalez bereits in der ersten Runde in die Streckenbegrenzung einschlug und das vorzeitige Aus ereilte. Zeitgleich gerieten auch Kennington und Simon Charbonneau aneinander, wobei beide Fahrzeuge erhebliche Beschädigungen davontrugen.

Trotz der Hektik kontrollierte Camirand das Renngeschehen auch beim Restart, während sich Dumoulin auf Rang zwei und Kevin Lacroix auf Position drei einreihten. Dahinter startete Charbonneau eine spektakuläre Aufholjagd: Nach einer Disqualifikation im Qualifying pflügte er trotz anfänglicher Reparaturstopps durch das Feld und lag nach 18 Runden bereits auf Platz zehn. Für weitere Neutralisierungen sorgten ein medizinischer Notfall an der Strecke, herumliegende Trümmerteile sowie ein heftiger Einschlag von Sam Fellows in Runde 19.

In der Schlussphase spitzte sich das Geschehen auf dem engen Stadtkurs dramatisch zu. Drei Runden vor Schluss drehte sich Jonathan Woolridge nach einer Berührung in die Reifenstapel, was das Feld für einen Schlusssprint wieder zusammenführte. Beim anschließenden Restart eskalierte der Kampf um die Podestplätze: Lacroix wurde in die Mauer gedrückt und fiel von den Spitzenrängen auf Platz 17 zurück, während Ranger die Gunst der Stunde nutzte und sich Rang drei sicherte.

Nur zwei Umläufe vor dem geplanten Rennende schlug Woolridge erneut in die Begrenzung ein und erzwang damit ein Green-White-Checkered-Finish in der Overtime. Vor der finalen Freigabe musste zudem Alex Tagliani wegen technischer Probleme aufgeben, wodurch Ranger auf Startplatz zwei und Dumoulin auf Position drei für den finalen Schuss vorrückten. Camirand ließ sich von dem Chaos im Rückspiegel nicht beirren, verteidigte die Führung auf den letzten beiden Runden souverän und brachte den Sieg ins Ziel.

Für Ranger zahlte sich das Durchhaltevermögen nach einem durchwachsenen Zeittraining voll aus. „Ich freue mich riesig über den heutigen Tag, denn wir hatten nicht das Qualifying, das wir uns gewünscht hatten, und mussten als Siebter starten“, erklärte er. „Auf den kurzen Runs hatte ich ein fantastisches Auto, während die Longruns etwas schwieriger waren. Die letzten Restarts und die Overtime haben uns voll in die Karten gespielt – ich konnte mehrere Plätze gutmachen und Rang zwei sichern.“

Auch Dumoulin zeigte sich trotz des verpassten zweiten Ranges zufrieden mit dem Podiumsergebnis. „Man hat deutlich gespürt, dass unser Auto verdammt schnell war“, bilanzierte er nach dem Rennen. „Es hat riesigen Spaß gemacht, Druck auf Marc-Antoine auszuüben, denn wir waren in einigen Streckenabschnitten schneller als er, in anderen er als wir. Beim letzten Restart hatte ich viel Schwung gegen die 96, aber Andrew nutzte das eiskalt aus. Wir waren in der schnellen Kurve im hinteren Streckenteil nebeneinander, es war verdammt eng und wir hätten fast die Wand touchiert – Platz drei ist dennoch ein starkes Resultat.“

Hinter den Podestplatzierungen komplettierten Rookie Connor Bell nach einer starken Aufholjagd von Startplatz neun sowie Alex Guenette die Top 5. In der Gesamtwertung baute Camirand seine Führung mit nun 503 Punkten weiter vor Dumoulin (420 Punkte) und Lacroix (393 Punkte) aus. Kennington belegt mit 377 Zählern den vierten Rang, dicht gefolgt von Bell mit 372 Punkten.

Die NASCAR Canada Series verabschiedet sich nun in eine kurze Pause, bevor die Meisterschaft auf dem nächsten Rundkurs fortgesetzt wird. Am 29. August gastiert die Serie auf dem Circuit ICAR in Mirabel in der Provinz Quebec.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.