In seiner neusten Kolumne für leadlap.de spricht Marcel Berndt über seinen Start in der European Late Model Series (ELMS) am Midland Circuit Lelystad in den Niederlanden

Liebe leadlap.de-Leser,

dank Dave van Haarlem bekam ich Mitte September die Chance, mein ELMS-Debüt zu feiern. Im niederländischen Lelystad griff ich ins Lenkrad des roten Chevrolet ASCARs mit der Startnummer 111. Die Strecke war mir aus der internationalen Formel Toyota aus den Jahren 2015/16 noch bestens bekannt.

Die ersten Trainingsrunden am Samstag waren noch etwas wackelig, da es nicht nur mein ELMS-Debüt, sondern auch mein Einstand auf einem Oval ohne Banking war. Als dann nach einigen Runden Vertrauen in Auto, Reifen und Strecke vorhanden war, ging es Runde um Runde besser.

Ziemlich schnell bemerkte ich, dass meine große Stärke die Bremsphase war. Wichtige Meter konnte ich bei jedem Anbremsen gut machen, das Fahrzeug im Kurvenscheitel  mit dem Gaspedal gut umsetzen und ein Untersteuern zum Kurvenausgang verhindern.

Im ersten Lauf starteten wir von Rang sieben. Mit starkem Untersteuern und zu kalten Vorderreifen kämpfte ich mich die ersten Runden um den Kurs. Ich denke an dieser Stelle, dass weniger das Setup als mehr meine fehlenden Runden in diesem Fahrzeug dazu geführt haben und ich in den Warm-up-Runden die Vorderreifen nicht in das gewünschte Temperaturfenster bekam.

Nach einigen Runden legte sich jedoch das unangenehme Untersteuern und ich konnte voll angreifen. Meine Vorahnung, meine Stärke liege in der Anbremsphase, erwies sich als goldrichtig. Die schwierigste Stelle zwischen Turn 3 und 4 war mein Spielplatz. Spät anbremsen, Lücke da, Auto in die Lücke setzen und ausgangs Turn 4 war es wieder ein Kontrahent weniger. Mit Platz drei war die erste Sensation schon einmal geschrieben.

Lauf zwei fing schon ab Runde eins blendend an. Den Fehler von Rennen eins aufgearbeitet und beseitigt, war ab Kurve 1 voller Grip auf allen vier Rädern vorhanden. Auf Platz 4 liegend, schaute ich mir meinen Gegner ganz genau an. Mit starkem Untersteuern gab Wim Moonen alles, um Platz drei zu halten.

Mehrfach steckte ich meine Nase in offene Räume. Da ich als Gaststarter aber nicht in die Meisterschaft eingreifen wollte, wartete ich, denn ich wusste, die Lücke würde groß genug werden. Ausgangs Turn 4 war es dann soweit, ich übernahm Platz drei und setzte mich auch sofort ab.

Im Finale ereilte uns dann leider das Pech eines Reifenschadens hinten rechts, der uns ein Podium kostete. Dennoch Tagesplatz drei und mit einem Punkt Rückstand zweitbestes symmetrisches Chassis: das ist keine allzu schlechte Bilanz aus diesem Wochenende. Ich hoffe, dass dies nicht der einzige Auftritt in der ELMS war!

Mit freundlichen Grüßen

Euer Marcel