Im Oktober durfte leadlap.de-Gründer André Wiegold am Rookie-Test auf dem Raceway Venray teilnehmen und in einen LMV8-ASCAR und BRL V6 Pickup Platz nehmen.

Hallo Ovalrennsport-Freunde,

Im September-Lauf auf dem Raceway Venray kam Hubertus Heyman vom Racing-Total-Team auf mich zu und bot mir an, an einem Rookie-Test teilzunehmen. Ich überlegte nicht lange und sagte zu.

Am 3. Oktober war es dann soweit. Um 9 Uhr fuhr ich mit Volkan Avci und Sarah Kaliebe auf das Gelände des Raceway Venrays. Die beiden waren jedoch nicht nur zu meiner Unterstützung da, sondern sollten mich zudem mit einer Kamera begleiten.

Nach einer kurzen Kennenlernphase starteten wir mit dem Theorie-Teil des Tests. Wer ist wir? 6 andere Piloten und ich waren für den Lehrgang angemeldet. Dabei waren ein US-Amerikaner, der bereits viele Jahre Rennsporterfahrungen gesammelt hat, Christoph Kragenings, ebenfalls ein Redakteur und eine Kart- und Motorsportgruppe aus dem Raum Köln-Bonn.

© leadlap.de

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Marc Stegmeijer, der Rennleiter der LMV8 Oval Series, erklärte uns die wichtigsten Regeln der Serie und gab uns wichtige Tipps mit auf die Strecke. Zudem verriet er, dass das große Oval des Raceway Venrays eine neue Asphaltdecke bekommen würde. Zudem würde das Banking in den Kurven so verändert werden, sodass die innere Linie deutlich schneller und sicherer zu fahren sein wird.

Daraufhin betrat auch Patrick Heckhausen samt Team die Strecke. Der LMV8-Pilot aus Krefeld lieh mir seine gesamte Ausrüstung für den Rookie-Test.Ich zog mich um und bereitete mich auf meinen ersten Turn vor.

Los ging es in einem präparierten Renn-Twingos des Raceway Venrays. In einer 3er-Gruppe übten wir auf dem 0,5-Meilen-Oval das Fahren in verschiedenen Formationen, die Startprozedur oder das Ausrufen einer überraschenden gelben Flagge. Marc lobte uns über den Funk und war mit unseren Reaktionen und Leistungen sehr zufrieden.

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Mit den Twingos erreichten Geschwindigkeiten von rund 120 Kilometern pro Stunde. Runde für Runde bremste ich später, bis ich letztendlich vor der Kurve nur noch vom Gas ging. Nach ca. 20 Runden war der Turn vorbei.

Nach einer kleinen Mittagspause ging es dann in einen LMV8-ASCAR. Ich nahm erst im ehemaligen Fahrzeug von Milou Mets Platz, jedoch war der Sitz viel zu weit von den Pedalen weg. Im Ex-Fahrzeug von Stephan Driessen war es besser, aber noch nicht optimal. Ein Mitarbeiter des hatte die grandiose Idee, mir eine Kart-Sitzschale ins Auto zu legen. So saß ich deutlich höher und konnte die Pedale optimal bedienen.

Komplett neu für mich war es, mit einem HANS-System zu fahren. Ich war sehr überrascht, wie die Bewegungsfreiheit durch dieses Teil eingeschränkt wird. Patrick Heckhausen erklärte mir vorab die wichtigsten Funktionen des Fahrzeugs und gab mir wichtige Tipps.

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Doch gleich beim Anfahren in der Boxengasse gab es ein kleines Problem. Ich dachte, den 1. Gang eingelegt zu haben, gab Gas uns ließ die Kupplung kommen. Jedoch passierte nichts. Also überprüfte ich, ob der Gang wirklich drin war, was er natürlich nicht war. Beim 2. Versuch funktionierte dann alles wie geschmiert. Das Schalten in einem solchen Fahrzeug war nicht einfach, denn es fühlt sich an als ob ich in einem Suppenkessel herumrühren würde.

Nachdem ich auf die Strecke fuhr, gab ich alles, um die Reifen und die Bremsen auf Temperatur zu bringen. Ich fuhr Schlangenlinien, bremste stark ab und gab Gas, ohne den Fuß ganz von der Bremse zu lösen.

Dann kam die grüne Flagge und ich trat fester auf das Gaspedal. Sofort hatte ich das Gefühl, dass das Heck kommen würde. Auch Marc gab mir per Funk sofort den Tipp, dass ich es ruhiger angehen solle.

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Runde für Runde wurde ich schneller. Wichtig war es, die Kurvengeschwindigkeit zu erhöhen, weil das Auto beim Beschleunigen auf der Geraden deutlich stabiler war, wenn ich schneller aus der Kurve kam.

Interessant fand ich den Moment, als in Turn 3 und 4 plötzlich viel Dreck ins Auto gesogen wurde. Mein Rennanzug war von oben bis unten mit Schmutz von der Strecke überzogen.

Ich steigerte mich und war schnell in der Lage auf der Geraden Vollgas zu geben. Runde für Runde verstrich. Draußen wurde per Hand eine Rundenzeit von 23,9 Sekunden gemessen. Ich war mit mir absolut zufrieden und stieg nach rund 20 Runden mit einem Grinsen aus dem Fahrzeug aus.

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Nach einer kurzen Pause kam Hubertus auf mich zu und fragte, ob ich nicht auch noch einen BRL V6 Pickup testen wolle. Schneller als der Blitz hatte ich wieder den Helm, das HANS-System und die Handschuhe angezogen und setzte mich in das Auto.

Auch hier gab mir Patrick wieder wertvolle Tipps, denn diesmal hatte ich es mit einem sequenziellen Getriebe und völlig anderen Art von Fahrzeug zu tun.

Auf der Strecke lief es anschließend richtig rund. Das Auto war deutlich stabiler und reagierte für mich als Anfänger deutlich besser, als der LMV8-ASCAR. Ich bremste später und gab deutlich früher Gas. Ergebnis war, dass ich rund 1 Sekunde schneller war, als im ASCAR. Natürlich wurde diese Zeit wieder per Hand gestoppt.

Bildergalerie: Der Rookie-Test auf dem Raceway Venray

Jedoch gab es in diesem Turn einen kleinen Schreckmoment. Patrick, der ebenfalls in einem Pickup unterwegs war, überholte mich auf der Gegengeraden bei voller Geschwindigkeit. Durch Wind, den sein Auto zur Seite drückte, wurde mein Auto für einen kurzen Moment nach außen gedrückt.

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Ich bekam einen kleinen Schreck und fing das Auto wieder ein. Ich kam wirklich einmal kurz ins Schwitzen. Trotzdem war auch diese Situation ein absolut unglaubliches Erlebnis.

Nach rund 20 Runden sah ich die schwarz-weiß-karierte Flagge. Ich stellte den Pickup wieder in der Boxengasse ab, stieg aus und zog mich um. Der Rookie-Test war für mich vorbei.

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Ich danke Hubertus und Patrick dafür, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, an diesem Rookie-Test teilzunehmen. Ebenfalls einen großen Dank an Harry Maessen und dem Team vom Raceway Venray für diesen tollen Tag. Für mich war es einer der besten Tages meines Lebens! Ein Traum ist in Erfüllung gegangen!

Euer André Wiegold