PR-Stunt oder Fahrfehler? Larson teilt nach New Hampshire gegen Hocevar aus

PR-Stunt oder Fahrfehler? Larson teilt nach New Hampshire gegen Hocevar aus
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Carson Hocevar drehte sich vor dem regnerischen NASCAR-Start-Versuch in New Hampshire – Seine Konkurrenten verspotteten ihn für diesen vermeintlichen PR-Stunt

Das Rennen der NASCAR-Cup-Series auf dem New Hampshire Motor Speedway startete unter nassen Bedingungen – ein für NASCAR-Piloten eher ungewohntes Szenario. Schon wenige Runden vor der eigentlichen Freigabe des Rennens sorgte Carson Hocevar jedoch für einen Dreher.

Da Hocevar im Fahrerlager ohnehin nicht zu den Piloten mit den meisten Freunden zählt, erntete der junge und zuweilen hitzköpfige Spire-Fahrer sofort Spott von mehreren seiner Konkurrenten.

Zur Situation: NASCAR wollte das Rennen früh starten, doch auf den Aufwärmrunden drehte sich Hocevar. Daraufhin wurden die Autos wieder in die Boxengasse geholt und der Start verzögerte sich um mehr als eine halbe Stunde.

Joey Logano konnte sich das Lachen nicht verkneifen, als die pink-weiße Startnummer 77 quer zur Fahrbahn stand, und kommentierte trocken: „Seht euch diesen Typen an. Seht euch diesen Idioten an.“

Loganos Kommentar fiel, nachdem er und sein Team sich gegen einen Rennstart bei den Bedingungen positioniert hatten. Hocevar hingegen gehörte zu den Befürwortern, was den Ausrutscher noch skuriler macht.

Auch Kyle Larson meldete sich nach dem Rennwochenende im Podcast Door Bumper Clear zu Wort und unterstellte dem 23-Jährigen sogar Absicht, um PR-wirksam im Fernsehen stattzufinden.

Dabei stimmte er seinem Gesprächspartner Freddie Kraft, dem Spotter von Bubba Wallace, zu. Dieser meinte, dass Hocevar – ähnlich wie bei seiner Stinkefinger-Aktion in Indianapolis – einfach nur versuche, Popularität im Stil der Streaming-Plattform Twitch zu generieren. Larson fügte noch hinzu: „Sich vor dem Rennen zu drehen – das passiert zu 1000 Prozent nur, um ins Fernsehen zu kommen.“

Hocevar selbst beschrieb den Dreher völlig anders und wehrte sich gegen Larsons Unterstellungen. Für ihn endete das ohnehin wenig erfolgreiche Rennen nach weiteren Drehern letztlich nur auf einem 19. Platz.

Direkt nach seinem ersten Ausrutscher hatte sich Hocevar bereits in den sozialen Medien verteidigt und geschrieben, er habe lediglich seine Pflicht als Fahrer erfüllt. „Ich teste die Strecke viel lieber, wenn niemand in der Nähe ist, als unter grüner Flagge und mitten im Feld“, erklärte er in einem Post, der kurz nach der Veröffentlichung schon wieder gelöscht wurde. „Wenn es kein anderer testet, dann mache ich es eben, lol.“

In einem Interview mit Frontstretch erläuterte er seine Sicht der Dinge noch einmal genauer: „Ja, ich habe einfach versucht, ein Gefühl für den Grip zu bekommen und ihn richtig einzuschätzen. Ich musste herausfinden, ob wir überhaupt Leistung auf die Straße bringen können. Ich konnte zwar die Reifen anfahren, aber das Heck nicht wirklich testen. Und ich dachte mir: Irgendwann muss man es ja ohnehin ausprobieren.“

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

Erik Resch und André Wiegold