Tom Cruise bestätigt Days of Thunder 2: Nun herrscht Euphorie im NASCAR-Lager

Tom Cruise bestätigt Days of Thunder 2: Nun herrscht Euphorie im NASCAR-Lager
Foto: NASCAR Media / Chris Graythen/Getty Images

In Daytona verkündete Tom Cruise die Fortsetzung des Films Tage des Donners – Zahlreiche Piloten der NASCAR reagierten mit großer Euphorie auf dieses spektakuläre Projekt

In Daytona machte Tom Cruise es offiziell: Der NASCAR-Klassiker „Tage des Donners“ (Originaltitel: Days of Thunder) bekommt eine Fortsetzung. Auch wenn es in der Szene bereits einige Gerüchte gab, brachte diese Ankündigung nun endgültige Gewissheit. Bei vielen Fahrern löst das Filmprojekt regelrechte Euphorie aus.

„Wie wahrscheinlich jeder andere in dieser Branche schaltet man ein, wenn der Film im Fernsehen läuft“, erklärte der dreimalige Daytona-500-Sieger Denny Hamlin. „Für mich war es der erste Rennfahrerfilm, der den wahren Lebensstil des Motorsports darstellte.“

„Damals fühlte es sich für mich absolut echt an“, so der Joe-Gibbs-Pilot weiter. „Natürlich war vieles dramatisiert, aber es war dennoch NASCAR. Ich bin wirklich gespannt, wie sie das nun im zweiten Teil umsetzen werden.“

Hamlin freut sich auch auf die Vision der Macher: „Tom Cruise und Produzent Jerry Bruckheimer haben bereits betont, dass sie auch in der Fortsetzung die Geschichte der NASCAR erzählen wollen. Ich kann es kaum erwarten, das Ergebnis zu sehen.“

Der Originalfilm erschien im Jahr 1990. Tom Cruise, der damals neben Nicole Kidman glänzte, schlüpft nun erneut in die Rolle des Cole Trickle und greift selbst wieder bei den Dreharbeiten ins Lenkrad. Die Handlung des ersten Teils spielte in der Gen-3-Ära. Damals prägten Legenden wie Dale Earnhardt Sr., Mark Martin und Richard Petty – der sogar einen Gastauftritt hatte – den Sport.

Viele der heutigen Piloten wurden in ihrer Jugend von diesem Klassiker geprägt oder standen noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Dazu gehört auch Dale Earnhardt Jr., der Tom Cruise in seinem Podcast The Dale Jr. Download bereits tatkräftige Unterstützung zusicherte.

„Ich habe mich Ende letzten Jahres in Phoenix mit dem Mann getroffen, der die Story für die Fortsetzung entwickelt“, verriet Earnhardt diese Woche. „Viele von uns haben dort mit ihm gesprochen. Das Projekt läuft schon eine ganze Weile.“

Der Kontakt blieb bestehen: „Wir haben Nummern ausgetauscht und stehen seitdem in regem Austausch. Er hat mich in meiner Westernstadt besucht, und wir saßen einfach stundenlang zusammen und haben über den Rennsport geredet.“

Neben Earnhardt Jr. war auch der kürzlich verstorbene NASCAR-Pilot Kyle Busch bereits in die Entwicklung der Story einbezogen. Busch gab sich selbst den Spitznamen Rowdy – in Anlehnung an Cole Trickles Rivalen Rowdy Burns, der im ersten Film von Michael Rooker gespielt wurde.

Earnhardt Jr. beschreibt die Zusammenarbeit als intensiv: „Er sagte zu mir, er müsse unbedingt über den Rennsport sprechen und habe viele Fragen. Ich bot ihm an, sich jederzeit zu melden oder nach Charlotte zu kommen.“

Bei den Treffen ging es tief ins Detail: „Wir saßen ein oder zwei Stunden zusammen, wahrscheinlich sogar länger. Er fragte ununterbrochen: ‚Was bedeutet das? Was passiert, wenn ein Fahrer dieses oder jenes tut? Wie würde ein bestimmter Charakter reagieren?‘“

Für den Ex-Rennfahrer ist es ein tolles Gefühl, sein Wissen weiterzugeben: „Es macht riesigen Spaß, diesen Leuten zu helfen, unseren Sport zu verstehen. Ich wusste daher schon länger, dass dieser Film langsam Gestalt annimmt.“

Earnhardt setzt große Hoffnungen in das Projekt und dessen positive Effekte für die NASCAR: „Ich bin absolut begeistert, dass sie das durchziehen wollen. Es gibt sicher Dinge, die sie aus dem alten Film nicht eins zu eins übernehmen können, aber auf andere sollten sie unbedingt bauen.“

Er habe Cruise geraten, sich so stark wie möglich am Original zu orientieren. „Die Leute wollen Easter Eggs und kleine, versteckte Anspielungen sehen“, betonte Earnhardt. „Es muss sich einfach nahtlos in den ersten Teil einfügen. Nach allem, was ich gehört habe, wird das ein riesiger Spaß.“

Viele aktuelle Piloten hoffen insgeheim auf einen Gastauftritt. Das ist keineswegs abwegig, schließlich wurden auch Szenen für den neuen Formel-1-Film mit Brad Pitt direkt an der Rennstrecke während der laufenden Saison gedreht. Offiziell bestätigt ist in dieser Hinsicht allerdings noch nichts.

„Ich weiß nicht, ob ich dabei bin. Das liegt ganz bei ihnen“, gab sich der zweimaige NASCAR-Champion Kyle Larson bescheiden. „Es wäre sicher eine coole Gelegenheit, aber ich bin kein Schauspieler und möchte den Film nicht ruinieren. Es war aber fantastisch, Tom Cruise kennenzulernen.“

Larson zeigte sich beeindruckt von dem Hollywood-Star: „Er ist eine Berühmtheit, wie ich sie noch nie zuvor getroffen habe. Man merkt sofort, dass er anders ist – aber auf eine wirklich sehr coole Art. Wir trafen ihn noch vor der eigentlichen Fahrerbesprechung.“

Es sei faszinierend gewesen, Cruise über den Sport reden zu hören. „Er weiß bereits einiges über uns Fahrer, das fand ich stark“, so Larson. „Ich freue mich darauf, die Entstehung des Films zu beobachten und hoffe, dass wir in irgendeiner Form in die Story eingebunden werden.“

Der Kalifornier in Diensten von Hendrick Motorsports würde sich über eine Beteiligung seines Rennstalls freuen: „Kein anderes Team im Sport könnte einen besseren Job machen, um den bestmöglichen Film zu erschaffen.“

Dabei lobte er vor allem das Engagement seines Teams: „Sie geben bei allem immer weit mehr als 100 Prozent und haben bereits die Erfahrung aus dem ersten Film. Ich weiß noch nicht, ob sie beteiligt sind, aber ich hoffe es sehr. Das würde den Film noch besser machen.“

Dass Hendrick Motorsports tatsächlich in die Produktion involviert wird, ist durchaus realistisch. Der stellvertretende Vorsitzende Jeff Gordon pflegt einen exzellenten Draht zu Cruise und hat diesen in der Vergangenheit immer wieder motiviert, an der Fortsetzung zu arbeiten.

Ohnehin trat Cruise in Daytona sehr bodenständig auf und suchte intensiv die Nähe zu den Piloten. Das bestätigten gleich mehrere Fahrer übereinstimmend nach dem Rennwochenende.

Chase Briscoe berichtete von einer großen Überraschung wie bodenständig der Mission-Impossible-Star ist: „Es war wirklich klasse. Wir hatten gerade unser Treffen des Fahrerrats, als sich eine Seitentür öffnete. Plötzlich marschierte Tom Cruise herein – niemand von uns wusste davon.“

Der Star nahm sich ausgiebig Zeit. „Er setzte sich einfach zu uns und sprach 20 bis 25 Minuten lang über seine Ziele für den Film und wie er uns Fahrer darstellen möchte“, erzählte der Joe-Gibbs-Pilot weiter.

Besonders spannend seien die Vergleiche gewesen, die Cruise zwischen „Top Gun“ und dem neuen Film zog. „Er war unglaublich nett und hat fast jeden einzelnen Teambesitzer in der Garage besucht. Er wirkte wirklich wie einer von uns. Bei solchen Superstars weiß man ja nie, aber Tom war einfach komplett entspannt.“

Diese Bodenständigkeit resultiert nicht zuletzt aus Cruises tiefer Verbundenheit zur NASCAR. Wie der Hollywood-Star in der Pat McAfee Show verriet, hat ihn die Rolle nie losgelassen: „Ich denke schon sehr lange wieder über Cole Trickle nach.“

„Ich liebe diesen Sport. Schon bevor ich meinen Führerschein hatte, bin ich mit Autos über Nebenstraßen und Feldwege gerast. Meine große Liebe gilt der NASCAR, dem Rennsport allgemein, Flugzeugen und Motorrädern.“

Bekannt für seine atemberaubenden Stunts, will Cruise auch in diesem Film filmische Grenzen verschieben und dem Publikum etwas völlig Neues bieten. „Nach dem ersten Teil habe ich lange überlegt, wie ich die Zuschauer auf eine weitere Reise mit diesem Charakter mitnehmen kann“, so der Schauspieler.

Die Ambitionen sind riesig, etwas bisher noch nie Dagewesenes zu schaffen. „Wir greifen voll an, und ich habe das Gefühl, wir haben da etwas ganz Besonderes in der Hand“, erklärte Cruise stolz im Interview.

Auch zur Besetzung gab er bereits Details preis: „Annie (Anne Hathaway) ist enorm talentiert. Sie wird die Rolle einer Teambesitzerin und Ingenieurin übernehmen. Ich habe den perfekten Zugang zur Story gefunden.“

Technisch will das Team neue Maßstäbe setzen. Cruise verglich die Herausforderung mit seinen Flugfilmen: „Wie erzählen wir diese Geschichten am besten? Ich habe Jahre damit verbracht, Luftaufnahmen zu studieren und zu perfektionieren. Jetzt geht es darum, Geschichten durch Geschwindigkeit und Bewegung zu erzählen.“

Der Fokus liege nun voll auf den NASCAR-Boliden. „Ich liebe diese Kultur. Es wird eine extrem packende Geschichte, die tief in diese Welt eintaucht. Wir werden während der Produktion völlig neues Wissen und neue filmische Techniken erschaffen“, versprach der Hollywood-Star zum Abschluss.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.