Drama in den letzten zehn Runden: Max Reaves triumphiert erneut beim East-Klassiker

Drama in den letzten zehn Runden: Max Reaves triumphiert erneut beim East-Klassiker
Foto: Zack Silver/ARCA Racing

Das ARCA Menards Series East-Rennen auf dem Flat Rock Speedway entwickelte sich in der Schlussphase zu einer echten Materialschlacht – Max Reaves behielt im wilden Restart-Chaos die Nerven und verteidigte seinen Sieg mit harter Bandage

Max Reaves hat am Samstag, den 1. August 2026, das Sunbelt Rentals 150 der ARCA Menards Series East auf dem Flat Rock Speedway für sich entschieden. Der Pilot von Joe Gibbs Racing trotzte im US-Bundesstaat Michigan einer extrem turbulenten Schlussphase und sicherte sich nach einem späten Restart den zweiten Saisonsieg. Durch den hart erkämpften Erfolg auf dem Short-Track baute der Toyota-Fahrer seine Führung in der Gesamtwertung der East-Meisterschaft weiter aus.

Wie bereits bei seinem Triumph im Jahr 2025 hatte Reaves das Geschehen auf dem Kurs über weitesten Strecken fest im Griff. Gestartet von Rang drei, schnappte sich der Youngster schon nach wenigen Umläufen die Führung von Polesitter Carson Brown. Weder der dichte Überrundungsverkehr noch knifflige Situationen konnten den JGR-Piloten im weiteren Verlauf des Nachmittags aus dem Rhythmus bringen.

Erst eine Gelbphase knapp 20 Runden vor dem Ende brachte das sicher geglaubte Rennen noch einmal ins Wanken. Ausgelöst durch einen Zwischenfall von Jeff MacZink und Blaine Donahue schmolz Reaves’ komfortabler Vorsprung dahin. Beim entscheidenden Restart mit nur noch zehn verbleibenden Runden warteten mit Tristan McKee auf der Außenbahn und Titelverteidiger Isaac Kitzmiller im Nacken geballte Angriffe.

Nach dem grünen Signal schenkten sich die Rivalen keinen Zentimeter Asphalt. McKee nutzte in Kurve drei schonungslos die Stoßstange, um Reaves aus dem Weg zu schieben und die Führung zu übernehmen, woraufhin Reaves nur eine Runde später im selben Stil konterte. Das Getümmel nutzte Kitzmiller kurzzeitig aus, um sich an die Front zu setzen, doch Reaves drückte den Champion am Ausgang von Kurve vier wieder nach oben.

Am Ende entschied Reaves‘ Festhalten an der Außenbahn das Duell zu seinen Gunsten. McKee schob sich zwar noch an Kitzmiller auf den zweiten Rang vor, für eine weitere Attacke gegen den Sieger lief ihm jedoch die Zeit davon. Reaves ließ nach der Zieldurchfahrt keinen Zweifel daran, dass er genau wusste, was auf dem Spiel stand.

„Das ist Rennsport“, erklärte Reaves im Ziel. „Ich habe sichergestellt, dass ich außen neben Kitzmiller bleibe, weil ich wusste, dass wir schneller waren als er. Dass ich außen geblieben bin und mich nicht hinten eingereiht habe, hat uns letztlich den Sieg gebracht.“

Obwohl der Weg zum Erfolg diesmal deutlich steiniger war als im Vorjahr, zweifelte Reaves zu keinem Zeitpunkt an seinem Team oder dem Material. Die Mannschaft von Joe Gibbs Racing lieferte erneut ein Siegerauto ab, das im entscheidenden Moment den Belastungen standhielt.

„Meine Jungs haben mir ein so gutes Auto hingestellt, also mussten wir das hier einfach gewinnen“, schwärmte der Gibbs-Pilot. „Ich wollte den Erfolg aus dem Vorjahr unbedingt wiederholen, aber die Konkurrenz war dieses Jahr bärenstark. Ich liebe diese kleinen Strecken einfach.“

Auch die geschlagenen Kontrahenten ordneten das wilde Finish auf ihre eigene Weise ein. Titelverteidiger Kitzmiller, der sich schließlich mit Rang drei begnügen musste, nahm das harte Manöver sportlich hin.

„Ich wollte alles tun, um in die Victory-Lane zu kommen, hat aber knapp nicht gereicht“, gab Kitzmiller zu Protokoll. „Hier zu überholen ist extrem schwer, man muss den Vordermann fast leicht anstupsen. Ich weiß, dass ich im Nachhinein ein paar Dinge hätte anders machen können.“

McKee sah das Vorgehen beim Restart hingegen deutlich kritischer. Der Zweitplatzierte sparte nicht mit Unmut über die Fahrweise des Siegers in den entscheidenden Sekunden.

„Auf der Strecke war alles fair, wir haben gefightet. Aber die Art und Weise beim Restart geht für mich gar nicht“, ärgerte sich McKee. „Dass Reaves mich einfach so hochdrückt, dass fast Teile flogen und ich nahe an der Wand war, war drüber. Aber so läuft das eben auf einem Short-Track.“

Hinter dem Führungstrio komplettierten Matt Kemp auf Rang vier und Quinn Davis mit einem starken fünften Platz – dem besten Ergebnis ihrer bisherigen Karriere – die Top 5. Mit dem Sieg hat Reaves die Weichen gestellt, um Joe Gibbs Racing den fünften East-Series-Titel innerhalb von sechs Jahren zu bescheren.

Trotz des Polsters in der Tabelle bleibt der Spitzenreiter vor den verbleibenden Rennen gewarnt. „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“, gab Reaves abschließend zu bedenken. „Ich will noch nichts beschreien, aber ich habe großes Vertrauen in mich und meine Jungs.“

Die nächste Bewährungsprobe für Reaves und das Feld der ARCA Menards Series East folgt bereits am Freitag, den 7. August 2026. Beim JR&CO 150 auf dem Iowa Speedway trifft die East-Serie in einem Kombinationsrennen auf die Piloten der Hauptserie.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.