Funksprüche in Martinsville: Rivalen werfen Hocevar absichtlichen Abflug vor

Funksprüche in Martinsville: Rivalen werfen Hocevar absichtlichen Abflug vor
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Ein Dreher mitten im Boxenstopp-Fenster sorgte für heftige Reaktionen im Fahrerfeld der NASCAR Cup Series – Jetzt reagiert Carson Hocevar auf den Vorwurf, den Abflug mit voller Absicht provoziert zu haben

Carson Hocevar hat beim Lauf der NASCAR Cup Series auf dem Martinsville Speedway für reichlich Zündstoff auf und abseits der Strecke gesorgt, nachdem ihm mehrere Konkurrenten einen absichtlich herbeigeführten Dreher vorwarfen. In Runde 198 rutschte der Spire-Motorsports-Pilot mitten im Boxenstopp-Zyklus der Konkurrenz von der Linie und brachte damit Gelb heraus. Der Vorfall warf das Renngeschehen über den Haufen, traf das Feld auf dem falschen Fuß und löste über den Funk seiner Rivalen eine Welle der Empörung aus.

Besonders das Timing stieß vielen Piloten sauer auf, da die Caution mitten in eine Sequenz von Boxenstopps unter grüner Flagge fiel. Hocevar wurde gerade von Spitzenreiter William Byron überrundet, als sein Chevrolet unvermittelt nach oben wegrutschte und schließlich kreiselte. Für einige Fahrer, die ihren Service zu diesem Zeitpunkt noch nicht absolviert hatten, bedeutete diese Unterbrechung den Verlust ihrer Positionen in der Führungsrunde.

Über die Funkkanäle kochten die Emotionen augenblicklich hoch. „Es sah so aus, als hätte sich dieser Schwachkopf absichtlich gedreht“, schimpfte man am Funk des Teams von Christopher Bell. Auch Richard-Childress-Pilot Austin Dillon nahm kein Blatt vor den Mund: „Verdammter Hocevar, ohne Witz. Hat das wahrscheinlich mit Absicht gemacht.“

Noch drastischer fiel das Urteil von Shane van Gisbergen aus, der über Funk wetterte: „Ich meine, dieser verdammte Kerl hat sich mit Absicht gedreht.“ Auch Cup-Champion Ryan Blaney wunderte sich: „Die #77 hat sich also einfach so aus dem Nichts weggedreht?“ Dass die Anschuldigungen derart schnell die Runde machten, lag auch an Hocevars Vergangenheit, in der ihm schon früher ähnliche Manöver zur Last gelegt worden waren.

Nach dem Rennen stellte sich Hocevar in der Medienrunde den harten Fragen und wies die Vorwürfe vehement zurück. „Ich meine, die können sich gerne selbst mal reinsetzen und das Ding fahren“, entgegnete der Youngster auf die Frage nach der Kritik seiner Fahrerkollegen.

„Ich bin extrem hart am Limit gefahren, um neben oder vor der Startnummer 24 [Byron] zu bleiben“, erklärte Hocevar die knifflige Situation im Cockpit. „Ich bin dann einfach in den Dreck neben der Ideallinie geraten und der rechte Hinterreifen war komplett auf der Karkasse, da gab es absolut nichts mehr abzufangen. Ich habe es einfach verdammt hart probiert, aber wenn sie wollen, können sie sich gerne reinsetzen und es selbst versuchen.“

Rein strategisch bot die Szene ohnehin wenig greifbare Vorteile für den Spire-Piloten oder das Chevrolet-Lager. Kyle Larson befand sich keineswegs in der Position, den Free-Pass als bester Überrundeter abzugreifen. Zwar machte Hocevar durch die chaotische Boxenstopp-Phase selbst ein paar Zähler gut, doch der Ertrag stand in keinem Verhältnis zu dem Risiko, ein Auto mutwillig zu zerlegen.

Beobachter vermuteten im Fahrerlager vielmehr, dass Hocevar mit dem unberechenbaren Fahrverhalten seines Boliden heillos überfordert war und schlicht keine Kraft mehr hatte, den Abflug mit aller Gewalt zu verhindern. Neben diesem Vorfall geriet der umstrittene Cup-Rookie an diesem turbulenten Renntag auch noch durch einen Brake-Check gegen Austin Cindric ins Visier der Konkurrenz.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite | + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.