Historischer Sonntag in Curvelo: Calderon schreibt NASCAR-Brasil-Geschichte

Historischer Sonntag in Curvelo: Calderon schreibt NASCAR-Brasil-Geschichte
Foto: NASCAR Brasil

Thiago Camilo sichert sich den Titel der regulären Saison beim ersten Lauf der NASCAR Brasil auf dem Oval von Curvelo – Tatiana Calderon gewann als erste Frau in der Gesamtwertung der NASCAR Brasil beim zweiten Lauf des Wochenendes

Die NASCAR Brasil hat ihre Regular Season mit einem Rennwochenende beendet, das weit mehr als nur Punkte und das Playoff-Grid geliefert hat. Auf dem Oval des Circuito dos Cristais in Curvelo setzte sich Thiago Camilo zunächst im ersten Rennen durch und machte damit den Regular-Season-Titel perfekt. Am Nachmittag gehörte die große Bühne dann jedoch Tatiana Calderon: Die Kolumbianerin gewann Rennen zwei und wurde damit zur ersten Frau, die ein Rennen in der Gesamtwertung der NASCAR Brasil für sich entscheiden konnte.

Dabei hatte das Wochenende zunächst nach einer Machtdemonstration von Vitor Genz ausgesehen. Der Ford-Pilot sicherte sich mit einer Zeit von 29,186 Sekunden die Pole-Position und setzte sich in einem extrem engen Qualifying durch. Calderon lag als 15. zwar knapp viereinhalb Zehntelsekunden zurück, doch auf dem kurzen Oval sollte die Startposition am Sonntag nur einen begrenzten Aussagewert haben.

Im ersten Rennen über 32 Runden war es schließlich Camilo, der den Überblick behielt. Der 42-Jährige im Ford Mustang mit der Startnummer 21 nutzte die turbulente Phase im Rennen konsequent aus. Pole-Setter Genz schlug in der Schlussphase heftig in die Mauer ein, während Camilo vorne unbeirrt die Ziellinie überquerte. Arthur Gama brachte seinen Chevrolet nur 0,268 Sekunden hinter dem Sieger auf Rang zwei ins Ziel. Witold Ramasauskas komplettierte das Podium und gewann zugleich die Challenge-Wertung.

Für Camilo war der Erfolg doppelt wertvoll. Nicht nur feierte er an seinem 42. Geburtstag einen Sieg, er sicherte sich damit auch die Tabellenführung und am Ende den Titel der Regular Season. Die besten zwölf Fahrer ziehen in die entscheidende Phase ein und erhalten für die Playoffs jeweils 20 Bonuspunkte. Camilo reist so mit Momentum und einer starken Ausgangsposition in den Titelkampf.

Doch während Camilo am Vormittag das sportliche Statement setzte, schrieb Calderon am Nachmittag Geschichte. Die frühere IndyCar-Pilotin und ehemalige Teamkollegin von Beitske Visser zeigte bereits im ersten Rennen ihre starke Leistung auf dem Oval. Von weit hinten arbeitete sie sich nach vorn, wurde Gesamtvierte und Zweite in der Challenge-Klasse. In Rennen zwei legte sie nach.

Über 57 Runden lieferte Calderon im Ford Mustang mit der Nummer 25 eine kontrollierte und zugleich entschlossene Fahrt. Nach 33:57,418 Minuten überquerte sie die Ziellinie als Siegerin. Felipe Malinowski hielt den Druck bis zum Schluss hoch, musste sich aber um 0,527 Sekunden geschlagen geben. Ricardo Mauricio folgte mit 6,951 Sekunden Rückstand auf Platz drei. Arthur Gama bestätigte mit Rang vier seine starke Wochenendform, während Ramasauskas als Fünfter erneut ein Ausrufezeichen setzte.

„Es ist unglaublich, ich bin überglücklich. Das waren die längsten 30 Minuten meines Lebens.“ so Calderon. „Danke, Brasilien. Für dieses Rennen hatten wir keinen Boost-Knopf, aber es schien, als müsste ich ihn benutzen, weil das andere Auto im Rückspiegel auftauchte. Ich habe mich Runde für Runde darauf konzentriert, das Maximum aus diesem Auto herauszuholen. Es ist unglaublich, wenn man auf einen Traum hinarbeitet und dann so etwas erreicht“, freute sich die Kolumbianerin.

Curvelo hat damit die Karten vor der entscheidenden Saisonphase neu gemischt. Camilo geht als Führender in die Playoffs, Calderon bringt den größten emotionalen Erfolg des Wochenendes mit, und Fahrer wie Gama, Mauricio oder Malinowski haben gezeigt, dass sie im direkten Duell jederzeit eingreifen können. Die Meisterschaft wird nun in Chapeco und beim Finale in Brasilia entschieden.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.