Lackaustausch auf einer Militärbasis: Kevin Magnussen über NASCAR-Debüt in San Diego

Lackaustausch auf einer Militärbasis: Kevin Magnussen über NASCAR-Debüt in San Diego
Foto: BMW Motorsport / Michele Scudiero / Drew Gibson Photography

Für sein erstes Rennen in der NASCAR Cup Series reist Kevin Magnussen nach San Diego auf eine aktive Militärbasis – Trackhouse Racing stellt dem ehemaligen Formel-1-Piloten das Cockpit von Project 91 zur Verfügung

Mit Kevin Magnussen nimmt am kommenden Wochenende ein weiterer prominenter Exot an einem NASCAR-Rennen teil. Auf der Naval Base in Coronado gibt der Ex-Formel-1-Pilot sein Debüt in der Cup Series. Auf dem 3,4 Meilen langen, temporären Kurs inmitten einer aktiven Militärbasis wird der Däne als einer von 39 Teilnehmern an den Start gehen.

„Ich bin unglaublich aufgeregt und fühle mich geehrt, die Möglichkeit zu haben, in der NASCAR anzutreten. Ein riesiges Dankeschön geht an Trackhouse Racing und Justin Marks für diese Chance“, freut sich der 33-Jährige. „Ich war schon immer neugierig darauf, verschiedene Formen des Motorsports zu erkunden, und die NASCAR ist mit ihrer unglaublich leidenschaftlichen Fangemeinde eine der weltweit kultigsten Rennserien.“

Durch Project 91 in die Cup Series

Das begehrte Cockpit in der Cup Series sicherte sich Magnussen über das Project 91 von Trackhouse Racing. Ins Leben gerufen wurde dieses Programm von Teambesitzer Justin Marks, der an diesem Wochenende selbst ins Lenkrad greift, um Fahrern aus anderen Disziplinen die Faszination der NASCAR-Welt näherzubringen.

Der Däne, der bereits zu seinen Formel-1-Zeiten für seine kompromisslose Fahrweise bekannt war, dürfte hervorragend in die US-amerikanische Rennserie passen. Schließlich gehört dort, insbesondere auf den Rundkursen, der Lackaustausch zur Tagesordnung.

Grafik: NASCAR Media

Familientradition

„Es ist eine Disziplin, die sich stark von dem unterscheidet, was ich gewohnt bin. Deshalb gab es für mich im Vorfeld bereits eine Menge zu lernen“, erklärt Magnussen mit Blick auf die bevorstehende Herausforderung. „Mein Vater [Jan] hatte 2010 die Gelegenheit, ein NASCAR-Rennen zu bestreiten. Ich habe ihn über die Jahre mit so viel Begeisterung von dieser Erfahrung sprechen hören, was mein Interesse, es eines Tages selbst auszuprobieren, nur noch weiter gesteigert hat.“ 

Jan Magnussen gab ebenfalls sein Debüt im Bundesstaat Kalifornien, allerdings auf dem Sonoma Raceway in einem Chevrolet von Phoenix Racing. Bei dem Rennen auf dem 4,06 km langen Rundkurs in der Weinregion belegte er den zwölften Platz. Den Sieg in jenem Lauf sicherte sich Jimmie Johnson für Hendrick Motorsports.

Der Vater des Dänen ist allerdings noch weiter in den NASCAR-Zirkus verstrickt. 2007 nahm er an den 24 Stunden von Daytona in der Top-Klasse teil und sicherte sich zusammen mit Wayne Taylor, Max Angelelli und dem NASCAR-Veteranen Jeff Gordon, der nun Hendrick Motorsports betreut, den dritten Platz.

Foto: NASCAR Media / Doug Benc/Getty Images

Vorbereitungen in North Carolina

Im Vorfeld des Wochenendes in San Diego veröffentlichte das Team bereits diverse Videos, die „K-Mags“ intensive Vorbereitungen zeigen – vom Boxenstopp-Training bis hin zur Anpassung seines maßgefertigten Rennsitzes. 

Dennoch geht Magnussen gänzlich ohne vorherige Streckenerfahrung in das Wochenende. Ihm bleibt lediglich ein einziges 50-minütiges freies Training am Freitag, bevor am Samstag das Qualifying und am Sonntag das Rennen auf dem Programm stehen.

„Ich gehe mit absolut keinerlei NASCAR-Erfahrung an die Sache heran, und wir hatten im Vorfeld keine Gelegenheit, das Auto auf der Strecke zu testen. Meine ersten Runden werde ich also tatsächlich erst im Training drehen“, gibt der Däne zu bedenken. „Das bedeutet, es wird eine ziemlich intensive Einführung. Aber glücklicherweise fahren wir auf dem einzigen Stadtkurs im Kalender, und mit solchen Streckenprofilen bin ich aus meinen Jahren in der Formel 1 bestens vertraut.“

Neben seiner Formel-1-Vergangenheit ist Magnussen derzeit aktiv in der Le-Mans-Hypercar-Klasse der WEC für BMW im Einsatz. Auch in der amerikanischen IMSA-Serie ging der 33-Jährige bereits an den Start, weshalb ihm die Renndauer konditionell keine Probleme bereiten dürfte. Für inhaltliche Fragen und wertvolle Tipps stehen ihm zudem seine Teamkollegen Connor Zilisch und Ross Chastain sowie Shane van Gisbergen zur Seite.

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Rückendeckung durch Trackhouse

„Ich habe bereits viel Zeit mit dem Team in North Carolina verbracht – alle kennengelernt, die Sitzanpassung gemacht, die Boxenstopp-Abläufe durchgespielt und all die Details besprochen, die zur Vorbereitung auf ein NASCAR-Wochenende gehören“, berichtet Magnussen über seine Integration ins Team. „Es ist eine fantastische Truppe, unglaublich engagiert und genauso gespannt auf dieses Debüt wie ich. Ich kann es wirklich kaum erwarten, nach San Diego zu kommen und das alles zum ersten Mal zu erleben.“

Mit seinem Team hat Magnussen starke Rückendeckung: Trackhouse Racing kann auf Straßen- und Rundkursen eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorweisen und gewann sechs der letzten sieben Rennen im Kalender der Cup Series durch van Gisbergen. 

Der Neuseeländer fand ebenfalls seinen Weg in die NASCAR über das Project 91. Auch Ross Chastains erster Cup-Sieg gelang auf einem Rundkurs, ebenso wie jener von Daniel Suarez während seiner Zeit bei dem Team.

Taktische Unterstützung erhält der Debütant zudem von oberster Stelle: Phil Surgen, der Chastain zwischen 2022 und 2025 zu all seinen sechs Cup-Siegen führte, wird Magnussen an diesem Wochenende in San Diego als Crew-Chief an der Boxenmauer zur Verfügung stehen.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.