Stienes Longin: Erster EuroNASCAR-Sieg ausgerechnet auf dem Oval

Stienes Longin: Erster EuroNASCAR-Sieg ausgerechnet auf dem Oval
Credits: NASCAR Whelen Euro Series

Im Jahr 2015 stand NWES-Dauerbrenner Stienes Longin erstmals in der Victory-Lane – Seinen ersten Sieg feierte der Belgier ausgerechnet auf einem Oval 

Stienes Longin stieg in der Saison 2014 in die NASCAR Whelen Euro Series (NWES) ein und sorgte sofort für Furore. Während sein Vater Bert Longin in der ELITE-1-Meisterschaft (heute EuroNASCAR PRO) startete, versuchte sich der Jungspund damals in der ELITE-2-Kategorie (heute EuroNASCAR 2). In seinem elften Rennen bezwang er die Konkurrenz, um erstmals in die Victory-Lane abzubiegen – ausgerechnet auf dem Tours Speedway in Frankreich. 

Der 600 Meter lange Short-Track mit bis zu neun Grad Banking war in der NWES-Saison 2014 die Heimat seines Debüts und Longin zeigte von Beginn an, dass er trotz mangelnder Ovalerfahrung sehr gut mit Linkskurven umgehen kann. In seinen ersten beiden ELITE-2-Rennen fuhr der Belgier damals auf die Plätze vier und zwei. Auf dem Nürburgring folgten dann die Ränge neun und fünf auf einem waschechten Rundkurs. 

Credits: NASCAR Whelen Euro Series

Erste volle Saison

Die NWES-Saison 2015 markierte dann seine erste volle Saison in Europas offizieller NASCAR-Serie, weshalb Longin um den Rookie Cup (heute Rookie Trophy) kämpfte. Bei den ersten drei Events in Valencia, Brands Hatch und Venray – dem zweiten Oval im Kalender – fuhr der PK-Carsport-Pilot regelmäßig in die Top 10. In Großbritannien verpasste er mit Platz zwei seinen ersten Sieg, der aber nicht lange auf sich warten sollte. 

Im französischen Tours war es dann soweit: Longin führte 73 der 75 Runden an und hielt den späteren ELITE-2-Champion Gianmarco Ercoli hinter sich, der in der Startnummer 9 ordentlich Druck machte. Letztlich sah der Belgier im Chevrolet mit der Startnummer 11 zuerst die Zielflagge, weshalb er erstmals in seiner EuroNASCAR-Karriere in die Victory-Lane abbiegen durfte. 

Am Folgetag lief es für Longin, der in einen Zwischenfall verwickelt wurde, nicht nach Plan: Er kam letztlich nur auf Platz 19 ins Ziel. Nach dem Rennwochenende auf dem Tours Speedway standen nur noch Rundkurse auf dem Programm, auf denen Longin drei weitere Podien und einen siebten Platz holte. Das reichte für den heute 30-Jährigen für den Sieg im Rookie Cup – sein Widersacher Ercoli gewann die Meisterschaft. 

Credits: NASCAR Whelen Euro Series

Siege in allen Meisterschaften

Nur ein Jahr später kämpfte sich Longin an die Spitze der ELITE-2-Meisterschaft. Mit Sage und Schreibe acht Saisonsiegen schnappte sich der Belgier den Meisterschaftssieg. Zu seinen Siegen gehörte auch ein weiterer erster Platz auf dem Tours Speedway, dem Ort, an dem seine grandiose Siegesserie begann und zwei Triumphe auf dem Oval in Venray. Pop

Nach seinem Aufstieg in die ELITE-1- beziehungsweise EuroNASCAR-PRO-Kategorie dauerte es, bis Longin wieder ganz oben auf dem Podium stand, wobei er immer wieder gute Chancen hatte: Im Jahr 2019 gewann er sein Heimrennen auf dem Circuit Zolder in Belgien. Vergangene Saison bestritt Longin nur ein einziges Rennwochenende in Zolder, bei dem er einen weiteren Sieg verbuchte, und es steht noch in den Sternen, ob einer der schillerndsten ELITE-2-Champions in der Geschichte der NWES im Jahr 2022 zurückkehren wird.

Credits: NASCAR Whelen Euro Series

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André Wiegold