Titel-Krimi gegen Schumacher: Hauger holt Rookie-Krone und schielt auf 2027
Der Titel Rookie des Jahres geht 2026 an Dennis Hauger, der Mick Schumacher knapp hinter sich ließ – Nach einer turbulenten Premierensaison mit Dale Coyne Racing will der Norweger den Schwung ins neue Jahr mitnehmen
Dennis Hauger hat sich in einem dramatischen Saisonfinale der IndyCar-Serie 2026 trotz eines frühen Unfalls den prestigeträchtigen Titel als „Rookie of the Year“ gesichert. Der 23-jährige Norweger im Honda mit der Startnummer 19 von Dale Coyne Racing setzte sich am Ende mit 15 Punkten Vorsprung gegen Mick Schumacher durch. Hauger krönte damit eine turbulente Debütsaison in Nordamerikas Top-Formelserie, in der er mit starken Einzelergebnissen aufhorchen ließ.
Die Entscheidung fiel unter denkbar dramatischen Umständen, denn Hauger schied bereits in der ersten Runde des Saisonfinales nach einer Kollision aus. Am Ende reichte das über 18 Saisonläufe erarbeitete Polster jedoch knapp aus, um Schumacher abzufangen. Der Norweger fuhr in acht Rennen unter die besten 15, glänzte mit zwei Top-10-Resultaten – darunter Platz acht auf dem Rundkurs in Indianapolis – und führte auf den Ovalen in Phoenix und Milwaukee sogar Runden an.

„Es war in diesem Jahr als Rookie natürlich eine ziemliche Achterbahnfahrt“, zog Hauger nach dem Fallen der letzten Zielflagge Bilanz. „Rookie des Jahres zu werden und diesen Titel zu holen, ist für mich etwas ganz Besonderes, denn diese Chance hat man nur ein einziges Mal. Ein großes Dankeschön an das Honda-Team und alle, die mich dieses Jahr unterstützt haben. Trotz des Ausfalls haben wir den Titel geholt – ich bin einfach super glücklich und dankbar.“
Bereits beim Saisonauftakt in St. Petersburg hatte Hauger für eine Überraschung gesorgt, als er seinen Boliden auf den dritten Startplatz stellte. Es folgten insgesamt fünf Top-10-Qualifyings und zwei Einzüge in die Fast-Six-Runde. Der IndyNXT-Champion von 2025 kannte zwar die meisten Strecken, musste sich aber dennoch intensiv an die Härte der IndyCar-Serie gewöhnen.
„Man macht als Rookie viele neue Erfahrungen und versucht, an jedem Wochenende etwas dazuzulernen“, erklärte Hauger seinen Lernprozess. „Genau das war einer meiner Schwerpunkte: immer besser zu werden. Wir hatten mit Startplatz drei einen richtig starken Beginn, danach ging es auf und ab, wie ich es eigentlich auch erwartet hatte. Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden, denn ich habe phasenweise gezeigt, wozu ich imstande bin.“
Gleichzeitig übte der Nachwuchsmann aber auch gesunde Selbstkritik an seinen Leistungen. „Natürlich hätte ich das gerne öfter gezeigt, aber das gehört zum Motorsport eben dazu“, so Hauger offen. „Trotzdem war es eine unglaubliche Erfahrung, das erste Jahr als IndyCar-Fahrer hinter mir zu haben.“
Als größten Entwicklungsschritt verbucht Hauger vor allem die Kommunikation im Team und das technische Feingefühl für den Dallara-Boliden. Auf dem Niveau der US-Monoposto-Szene kommt es längst nicht mehr nur auf den reinen Grundspeed an, sondern auf das Zusammenspiel aller Beteiligten.
„Das Wichtigste, was ich aus diesem Jahr mitnehme, ist die Arbeitsweise mit dem Team und das Verständnis für die technischen Details am Auto“, analysierte der Norweger. „Ich weiß jetzt viel besser, was ich will und was ich für die Zukunft brauche. Der Teamgeist ist bei so einem Mammutprogramm mit 18 Rennwochenenden enorm wichtig, denn die Saison zehrt an jedem. Eine gute Stimmung und funktionierende Abläufe sind der Schlüssel zu einem soliden Jahr.“
Haugers Zukunft für die Saison 2027 ist derweil noch offen, da Dale Coyne Racing seine Cockpits für das kommende Jahr noch nicht offiziell besetzt hat. Der Skandinavier fühlt sich nach dem Lehrjahr jedoch gewappnet, um das nächste Kapitel aufzuschlagen und sich im vorderen Feld zu etablieren.
„Ich weiß noch nicht genau, was die Zukunft für mich bringt“, hielt Hauger fest. „Aber ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe, gute Ergebnisse abzuliefern. Wenn ich nächstes Jahr mit all der gesammelten Erfahrung wieder in St. Pete an den Start gehen könnte, wäre das sofort ein großer Schritt nach vorne. Es wäre einfach genial, diese Chance zu bekommen.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.







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