Tyler Reddick macht Diagnose öffentlich: Kampf gegen Schlafapnoe beendet jahrelanges Leiden

Tyler Reddick macht Diagnose öffentlich: Kampf gegen Schlafapnoe beendet jahrelanges Leiden
Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Jahrelang quälte sich Tyler Reddick mit chronischer Erschöpfung, wilden Träumen und Schlafmangel durch die NASCAR Cup Series – Nun spricht der 23XI-Star offen über seine Schlafapnoe-Diagnose und wie eine Atemtherapie seine Leistungsfähigkeit gerettet hat

NASCAR-Star Tyler Reddick hat eine überraschende Ursache für seine jahrelangen körperlichen Beschwerden abseits der Rennstrecke öffentlich gemacht: Bei dem 23XI-Racing-Piloten wurde eine obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert. Der aktuelle Daytona-500-Sieger litt über Jahre hinweg unter massiven Schlafproblemen und ständiger Erschöpfung, ehe eine CPAP-Atemtherapie für die ersehnte Wende sorgte. Mit dem Gang an die Öffentlichkeit startet der Toyota-Fahrer nun eine Aufklärungskampagne in Zusammenarbeit mit dem Medizintechnikunternehmen Resmed.

Lauthalses Schnarchen, morgendliche Kopfschmerzen, fehlende Energie und extrem unruhige Nächte gehörten für Reddick lange Zeit zur Normalität. Um überhaupt in den Tag zu starten und den strapaziösen Rennalltag zu bewältigen, brauchte der Kalifornier nach eigenen Angaben regelrechte Berge an Koffein. Erst eine gezielte Schlafuntersuchung brachte ans Licht, dass seine Atemwege im Schlaf immer wieder blockierten und die Sauerstoffzufuhr unterbrachen.

Die Bestätigung der Erkrankung löste bei Reddick keine Bestürzung aus, sondern pure Erleichterung. „So verrückt es klingt, ich dachte mir nur: Ein Glück! Denn wenn es das nicht gewesen wäre, hätte ich nicht gewusst, warum ich so neben der Spur war“, beschrieb der 23XI-Pilot den Moment der Diagnose. „Wenn ich zurückblicke, hatte ich schon sehr lange Symptome einer Schlafapnoe, aber ich dachte einfach nicht, dass mich so etwas betreffen könnte.“

Seit dem Frühjahr nutzt Reddick eine CPAP-Maske, die die oberen Atemwege während des Schlafs durch leichten Überdruck freihält. „Schon nach der ersten Nacht mit der Resmed-CPAP-Therapie habe ich einen Unterschied gespürt. Es hat meine Herangehensweise an Regeneration, Vorbereitung und Leistung komplett verändert“, erklärte Reddick. Auf Reisen führt er mittlerweile ein kompaktes Gerät mit sich, um an jedem Rennwochenende die gleiche Schlafqualität abrufen zu können.

Gerade im intensiven Meisterschaftskampf sieht der Titelanwärter in der gesteigerten Erholung einen entscheidenden Faktor. „Ich habe verstanden, dass man sich einen Wettbewerbsvorteil durch die täglichen Gewohnheiten erarbeitet – und die Schlafgesundheit zur Priorität zu machen, ist für mich zu einer der wichtigsten geworden“, betonte Reddick. „Mental bin ich jetzt einfach an einem viel besseren Punkt, als ich es sonst zu dieser Jahreszeit Jahr für Jahr war.“

Schätzungen zufolge leiden weltweit rund eine Milliarde Menschen an obstruktiver Schlafapnoe, doch mehr als 80 Prozent der Fälle bleiben unentdeckt und unbehandelt. „Tylers Bereitschaft, seine Geschichte zu teilen, räumt mit veralteten Vorurteilen darüber auf, wer an Schlafapnoe erkranken kann“, sagte Dr. Carlos Nunez, medizinischer Leiter bei Resmed. „Schlafapnoe betrifft Menschen jeden Alters, jeder Statur und jedes Gesundheitsprofils. Viele wissen gar nicht, dass ihre Tagesmüdigkeit mit ihrer nächtlichen Atmung zusammenhängen könnte.“

Reddick möchte seine Plattform nun nutzen, um Betroffene zum Handeln zu ermutigen. „Wenn meine Erfahrung auch nur einer anderen Person hilft, die Anzeichen zu erkennen und zu handeln, ist das ein Sieg“, stellte der NASCAR-Star klar. Sichtbar wird die Kooperation auch auf der Rennstrecke: Resmed tritt in dieser Saison bei den Cup-Rennen auf dem Bristol Motor Speedway (19. September), dem Talladega Superspeedway (25. Oktober) und beim Finale auf dem Homestead-Miami Speedway (8. November) als Hauptsponsor auf Reddicks Toyota Camry mit der Startnummer 45 auf.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.