World of Outlaws in Dairyland: Perfektion und ein Meilenstein auf dem Cedar Lake Speedway
Auf dem Cedar Lake Speedway dominierten David Gravel und Sheldon Haudenschild das Sprint-Car-Wochenende – Beide Piloten lieferten perfekte Rennen im Dairyland ab
Das Wochenende der World of Outlaws Sprint Car Series auf dem Cedar Lake Speedway in Wisconsin – dem Bundesstaat, der auch als Amerikas „Dairyland“ bekannt ist – brachte in zwei Läufen unterschiedliche Sieger hervor. David Gravel und Sheldon Haudenschild sicherten sich zwei weitere eindrucksvolle Saisonerfolge.
Freitag: Gravel in einer eigenen Liga
Gravels Auftritt am Freitagabend lässt sich mit einem einzigen Wort beschreiben: Perfektion. Sein Sprint Car mit der Startnummer 2 von Big Game Motorsports war das schnellste in den Hot Laps sowie im Qualifying. Er dominierte den ersten Heat, zog beim Redraw die Pole-Position und entschied anschließend auch den Dash souverän für sich. Danach fehlte nur noch der Sieg beim 35 langen Feature, um seinem makellosen Abend die Krone aufzusetzen. Gravel lieferte ab, der Pilot aus Watertown, führte das Feld in jeder einzelnen Runde an und hielt den aus der vierten Reihe heranstürmenden Michael „Buddy“ Kofoid auf Distanz.
„Ich muss Cody (Jacobs), Pete (Stephens), Zach (Patterson) und Luke (Vaughn) danken“, betonte Gravel nach dem Rennen. „Wir sind heute mit einem brandneuen Auto angetreten, es war die allererste Nacht für dieses Chassis. Ich kann den Jungs gar nicht genug danken, sie reißen sich wirklich den Hintern auf. Als wir das letzte Mal hier ein neues Auto einsetzten, leckte es an allen Ecken und Enden. Heute hingegen waren wir vom Start bis ins Ziel absolut fehlerfrei. Das macht meinen Job so viel einfacher. Hoffentlich trägt uns dieses Auto gut durch die Sommermonate und beschert uns noch viele große Siege.“
Kofoid pflügte derweil im Wagen mit der Nummer 83 von Roth Motorsports von Startplatz acht auf Rang zwei nach vorne und sicherte sich damit bereits sein 14. Podium der laufenden Saison.

Samstag: Ein emotionaler Meilenstein für Haudenschild
Am zweiten Abend der Sprint Cars erreichte Sheldon Haudenschild einen Meilenstein seiner Karriere. Der Pilot aus Ohio feierte im abschließenden Lauf des Wochenendes seinen 50. Karrieresieg und durchbrach damit eine magische Marke.
Zuvor wurde den Fans einiges geboten: Im Verlauf des 35-Runden-Rennens wechselte die Führung zwischen drei verschiedenen Fahrern. In den Schlussrunden waren es schließlich Haudenschild und Kofoid, die an die Spitze stürmten und für einen actiongeladene Schlussphase sorgten.
Als es zwei Runden vor Schluss auf die Zielgerade ging, nutzte Haudenschild den enormen Schwung, den er durch einen wilden Ritt auf dem „Cushion“ in den Kurven drei und vier aufgebaut hatte. Er schnappte sich endgültig die Führung und fuhr zu seinem 50. Sieg bei den World of Outlaws.
„Schon als Kind war ich mit meinem Dad bei diesen Rennen“, sagte ein sichtlich emotionaler Haudenschild im Anschluss. „Jetzt fehlen uns noch 22 Siege, um ihn einzuholen. Mann, 50 … Das hätte ich niemals für möglich gehalten, als ich mit dem Rennsport anfing. Mein Vater und ich sind anfangs nur aus Spaß gefahren. In den ersten Jahren kamen wir gar nicht so oft dazu. Aber wir sind immer drangeblieben und haben nie aufgegeben. Ich habe viele Autos zu Schrott gefahren, und wir haben unzählige neu aufgebaut. Wir haben einfach immer weitergemacht. Mein Vater hat dafür gesorgt, dass ich stets die richtigen Leute um mich hatte.“

Konstanz zahlt sich aus
Haudenschild ist erst der 19. Fahrer in der Geschichte der Serie, der die 50-Siege-Marke knackt. Dieser Meilenstein gelang ihm bei seinem 685. Feature-Start. Seine ersten 46 Erfolge fuhr er für Stenhouse Jr./Marshall Racing ein, bevor er in dieser Saison vier weitere Triumphe mit KCP Racing feierte. Bereits 2019 hatte er auf dem Cedar Lake Speedway ganz oben auf dem Treppchen gestanden.
Kofoid musste sich im Roth-Motorsports-Boliden den zweiten Abend in Folge mit Rang zwei zufrieden geben. Das Ergebnis reichte ihm jedoch, um in der Gesamtwertung mit Carson Macedo auf dem geteilten zweiten Platz gleichzuziehen.
Auch Garet Williamson und Fischer Motorsports setzten ihren jüngsten Aufwärtstrend mit einem dritten Platz fort. Für die Startnummer 23 war es die sechste Top-10-Platzierung in Folge. Zudem stand das Team in vier der vergangenen zehn Rennen auf dem Podium. Chris Windom und Bill Balog komplettierten die Top 5 an diesem Rennwochenende.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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